Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien
Liturgie verstehen:
Orantenhaltung
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Die Orantenhaltung ist eine der überlieferten Gebärdeformen des Gebetes, die schon im Alten Testament und im außerchristlichen Bereich vorkommen. Es ist stark anzunehmen, dass auch Jesus in dieser Haltung betete.
Es handelt sich um ein Emporheben der Hände in stehender Haltung, die Arme ausgebreitet und die Innenflächen der Hände nach oben gerichtet. Die erhobenen Hände öffnen uns für Gott und lassen uns an der Weite Gottes teilhaben. Diese Haltung erinnert auch an die Formen des Kreuzes.


Orantenhaltung heißt eigentlich Gebetshaltung (Orans/ Gebet, Oremus / Lasset uns beten). Durch frühchristliche Abbildungen und Abbildungen auch in anderen Religionen der Antike ist es zu einer ikonographischen Typologie betender Christen geworden.
Diese Gebetshaltung kommt sehr früh in den Fresken der Katakomben (z.B. Priscilla Katakombe in Rom, 2.Hälfte 3. Jh.) oder vor allem auf Sarkophagen (Verstorbene in Erwartung der Auferstehung) dargestellt vor. Die Nähe zum Sterben und zum Erwarten der Auferstehung spielt in dieser Gebetshaltung eine große Rolle.

In der heutigen Liturgie ist das Beten in Orantenhaltung (wenn man die liturgischen Bücher zum Maßstab nimmt) dem Priester zugedacht. Folgende zentrale Priester(Vorsteher)gebete werden in Orantenhaltung gebetet: Tagesgebet, Gabengebet, Präfation und der Großteil des Hochgebetes, Vater unser, Schlußgebet. Es sind dies klassische Liturgiegebete zu Gott dem Vater, durch Christus im Heiligen Geist.