Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien
Liturgie verstehen:
1. und 2. Lesung
01 / 282 22 44 pfarre.stadlau@donbosco.at

Erste Lesung

Die erste Lesung ist inhaltlich mit dem jeweiligen Evangelium abgestimmt und stammt meist aus dem Ersten (Alten) Testament: Die 3 Bücher Mose, Propheten, Buch der Weisheit und Sprichwörter, …
Darin werden oft – in typisch orientalischer Bildersprache – die Taten Gottes am Volk Israel beschrieben: Die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens, die Leiden in der babylonischen Gefangenschaft, das Wirken Gottes an den Königen (David, Salomon, ...) usw.
Ebenso hören wir aber auch über die „Verhaltensregeln“ für ein gutes Zusammenleben und die Aufrufe der Propheten zur Umkehr.
Vor allem in der Osterzeit werden auch Teile aus der Apostelgeschichte gelesen. Zu bestimmten Zeiten sind auch Stellen aus der Offenbarung des Johannes vorgesehen.

Auf dieses Wort Gottes antwortet die Gemeinde. Dies kann entweder mit einem zum eben Gehörten passenden „Antwortlied“ oder einem entsprechen Psalm erfolgen.

Der Psalm ist einerseits ein Teil der Verkündigung, ein Teil der Bibel, des Wortes Gottes. Daher soll er von einem Kantor vom Ambo (Lesepult) aus vorgetragen werden.
Andererseits ist er dankbare Antwort der ganzen Gemeinde, Zustimmung zu dem in der Lesung Gehörten, Ausdruck der Bereitschaft, das Wort Gottes zu leben. Daher soll er in einem Wechselgesang oder -gebet von der ganzen Gemeinde gebetet werden. Der Psalm ist wesentlicher Teil des Wortgottesdienstes und sollte daher nicht durch (irgend)ein Lied ersetzt werden.

Zweite Lesung

Die zweite Lesung folgt dem Prinzip der „Bahnlesung“: Verse (Bibelstellen) aus dem Zweiten (Neuen) Testament (zumeist Briefe der Apostel an von ihnen gegründete christliche Gemeinden) werden fortlaufend gelesen.
Viele dieser Briefe beginnen in der lateinischen Übersetzung mit der Anrede: „fraternas“. Dieses Wort wurde in der deutschen Übersetzung ursprünglich mit „Brüder“ übersetzt. Es meint allerdings darüber hinaus alle nahen (auch geistigen) Verwandten. So ist es in unserer Zeit erfreulicher Weise üblich geworden die Einleitung „Schwestern und Brüder“ zu verwenden.