Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn
(25. Dezember) wird das Fest der Verkündigung gefeiert:
der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde
und ihr verkündete, dass sie zur Mutter
des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Maria,
Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit ihrem einfachen
Ja geantwortet.
Die Gottesmutterschaft ist das zentrale Geheimnis im
Leben Marias; alles andere zielt darauf hin oder hat
dort seinen Ursprung und seine Erklärung. - Ein Fest der
„Verkündigung der Geburt des Herrn“
wurde in der Ostkirche bereits um 550 am 25. März
gefeiert.
(Zitat tw.: "Schott
Messbuch")
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Evangelium LK 1, 26 - 38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott
in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau
gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus
dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt,
du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die
Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht,
Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind
empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den
Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten
genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters
David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen,
und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen,
da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird
über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich
überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn
Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch
in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar
galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott
ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir
geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der
Engel.
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Entwicklung und Geschichte des Festes:
Im Osten wurde dieses Fest "Verkündigung
der Gottesgebärerin" genannt. Im Westen gab es auch
im 5. Jahrhundert ein Gedächtnis der Verkündigung
am Samstag vor Weihnachten. In Rom,
wo das Weihnachtsfest entstand, wird es seit dem 7. Jahrhundert
am 25. März gefeiert. Wenn dieser Tag in die Karwoche
oder in die Osteroktav fällt, wird das Fest am Montag nach
dem Weißen Sonntag nachgeholt. Würde es auf einen Fastensonntag
fallen, wird es am darauf folgenden Montag gefeiert!
Weil Maria im Mittelpunkt der Verkündigung des Engels steht,
wurde das Fest auch Mariä Verkündigung
genannt.
Das Hochfest wird auch Annunziata (Nunti oder
Ancilla) genannt. Der Name Annunziata leitet sich von der lateinischen
Festtagsbezeichnung "Verkündigung", "Annunziatio",
ab.
Martin Luther nannte den Tag "eins der fürnehmsten
Feste". In den orthodoxen Kirchen zählt er
zu den zwölf Hauptfesten. Den Rang eines
Hochfestes der katholischen Kirche nimmt der
Tag erst seit der Liturgiereform von 1969 ein.
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Die Bedeutung des Feste heute:
Heute wird auch dieses Fest nicht mehr als Marien-, sondern als
Herrenfest gefeiert. Der Charakter des Tages als Christusfest
hält auch die evangelische Bezeichnung Tag
der Ankündigung der Geburt des Herrn fest.
Andere Bezeichnungen für diesen Tag: Frauentag der Verkündigung,
Frauentag in der Fasten, Marien Engelgruss, Märzmesse.
Maria wird als Jungfrau Mutter. Der Engel redet
Maria in besonderer Weise an. "Sei gegrüßt,
du Begnadete, der Herr ist mit dir." (Lk 1,28) Aus
diesem Gruß des Engels (auch "Englischer Gruß")
ist das "Gegrüßet seist du Maria…"
entwickelt, das den Rosenkranz
prägt. Die zentrale Bedeutung dieses Heilsereignisses kommt
auch im "Angelus"-Gebet (Der Engel
des Herrn ...) zum Ausdruck.
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Passend zum Festtag wurde früher am Vortag, dem
24. März, des Verkünders und Engels Gabriel gedacht
(verlegt auf 29. September). Da Christus als Sonne und aufgehendes
Licht gedeutet wurde, galt Maria Verkündigung, wenn
die Geburt Christi verheißen wird, als Tag der Wiedergeburt
des Lichtes, was die Natur in ihrem Jahreslauf eindrucksvoll bestätigt:
Frühlingsanfang am 21. März.
Das Fest war oft Gelegenheit auch in der Fastenzeit fröhliche
Frühlingsbräuche zu feiern. Zeitweise
und in bestimmten Gegenden galt der Tag als eigentlicher Frühlingsanfang.
Daher gilt der Tag auch als günstig für die Saat und das
Setzen von Bäumen. Das Vieh wird das erste Mal ausgetrieben.Die
zum Frühjahr aus dem Süden heimkehrende Schwalbe
gilt als das der heiligen Maria und Gottesmutter gewidmete Tier. |
Bauernregeln:
Wenn Maria wird verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts
findet.
Ist Marien schön und hell, gibt's viel Obst auf alle Fäll.
Lein, gesäet Marientag, wohl dem Nachtfrost trotzen mag.
Maria Verkündigung, kehren die Schwalben wieder um.
Maria bindet Reben auf und nimmt noch leichten Frost in Kauf.
Wenn der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung ist hell
und klar, so gibt es ein gutes Jahr.
Schöner Verkündigungsmorgen, befreit von vielen Sorgen.
Ist Marien schön und klar, naht die ganze Schwalbenschar.
Ist Mariä Verkündigung schön und rein, wird das
ganze Jahr recht fruchtbar sein.
Soviel Tage vor Mariä Verkündigung die Frösche
quaken, soviel Tage müssen sie hinterher schweigen. |
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