Heiliger Valentin und der Valentinstag
14. Februar oder 7. Jänner?
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Am 14. Februar wird in der Katholischen Kirche nicht der "Valentinstag"
sondern das Fest der "Slawenapostel Cyrill und Method" gefeiert.
Hier erfahren Sie einige Hintergründe ...


Der Valentinstag beruft sich auf einen heiligen Valentin, dessen Gedächtnis am 14. Februar begangen wird. Zumindest seit der Reform des römischen Generalkalenders (1970) gibt es diesen Heiligen an diesem Tag nicht mehr im liturgischen Kalender.
Dennoch kennt dieser einen heiligen Valentin, Bischof von Rätien, dessen nicht gebotener Gedenktag als Eigenfeier des Regionalkalenders allerdings am 7. Januar begangen wird. Vor der Kalenderreform wurde aber am 14. Februar eines heiligen Valentin gedacht, der einmal als römischer Priester, ein anderes Mal als Bischof von Terni oder als beides gleichzeitig bezeichnet wurde.

Die Historiker sind sich einig, dass das Schenken am 14. Februar mit dem Heiligen Bischof Valentin von Terni, der vor gut 1700 Jahren in Rom als Märtyrer starb, nichts zu tun haben kann. Nur das Datum passt und deshalb wurde wie so oft, ein vorchristlicher Brauch mit einem christlichen Mantel umhüllt. Dass Valentin von Terni Liebende getraut und ihnen Blumen geschenkt haben soll, ist schlichtweg erfunden.

Der heute von Gärtnern und Floristen wiedererweckte und praktizierte Brauch, am Valentinstag Blumen oder Blumengebinde zu schenken, könnte auf einen altrömischen Brauch zurückgehen. Denn genau am 14. Februar wurde im alten Rom das Fest der Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie, begangen. Zu diesem Anlass wurden nicht nur die Altäre der Göttin geschmückt, auch die Frauen innerhalb der Familie wurden mit Blumen beschenkt. So fiel also der Feiertag zu Ehren des heiligen Valentin auf vorbereiteten Boden. Das Blumenbrauchtum blieb mit seinem Gedenktag in Verbindung, auch wenn dieser Glaubenszeuge nichts mit Blumen zu tun hatte.

Bischof und Märtyrer Valentin von Terni:

Bischof Valentin von Terni soll am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet worden sein.

Er soll Verliebte trotz Verbot des Kaisers Claudius II. getraut haben.
Auf die Frage eines der kaiserlichen Räte, was er von den Göttern Roms halte, sagte Valentin laut den Märtyrerakten: "Das sind Dämonen." Die Versammlung reagierte empört und verlangte den Tod des vermeintlichen "Gotteslästerers". Valentin bat den Kaiser aber um einen kleinen Aufschub, währenddessen er ihm den christlichen Glaubens erklärte. Der Kaiser war ergriffen, der Stadtpräfekt aber rief: "Valentin ist ein Zauberer!" Daraufhin entstand ein großer Tumult, berichten die Märtyrerakten. Der Kaiser übergab - in Angst vor einem Aufstand des aufgehetzten Volkes - Valentin dem Stadtpräfekten, der ihn dem Richter Asterius übergab. Durch Gebet und Handauflegung machte Valentin dessen blinde Tochter sehend. Der Richter Asterius ließ sich hierauf taufen und starb bald samt seiner Familie den Martertod. Der Stadtpräfekt aber ließ den greisen Valentin foltern und dann enthaupten, so die Überlieferung.

Bischof Valentin von Rätien:

Der heilige Bischof Valentin, der am 7. Jänner gefeiert wird, hat vor der Mitte des 5. Jahrhunderts als Bischof in Rätien gelebt und wurde nach seinem Tod (um 475) in der Zenoburg zu Mais-Meran im heutigen Südtirol beigesetzt. Im 8. Jahrhundert kamen seine Reliquien nach Passau, wo er zusammen mit dem heiligen Maximilian zum Bistumsheiligen wurde.

Die volkstümliche Deutung seines Namens (Was gleich klingt, muss aus Gleiches bedeuten: ein „Fallentin” ist natürlich für das Fallen zuständig!) machte ihn zum Schutzheiligen gegen die Fallsucht, die Epilepsie. Sein süddeutscher Name, Valtl, ließ leicht die Verwechslung mit dem anderen Epilepsieschutzheiligen, den heiligen Veit, in Süddeutschland Veitl, zu. Zu seinem ikonographischen Erkennungszeichen wurde ein zu seinen Füßen liegender Krüppel bzw. Epileptiker.

Zwei Heilige?

Bei dem Patronat für Epileptiker wurden Valentin von Terni und Valentin von Rätien gleichermaßen angerufen. Mit der Verehrung durch die Hilfesuchenden wurden beide Gestalten im Lauf der Zeit immer mehr vermischt. Die Darstellungen Valentins von Terni auf Votivbildern und Altarbildern unterscheiden sich nicht von den Abbildungen des Valentin von Rätien, welcher als Bischof mit einem kranken Kind zu seinen Füßen dargestellt wird. Valentin von Terni wird eigentlich als Bischof mit einem Schwert (Martyrium: Enthauptung) und einem Hahn (Symbol für Opferung seines Lebens) dargestellt.