Petrus Kanisius ist der erste und bedeutendste deutsche
Jesuit: Geboren am 8. Mai 1521 in Nijmegen, wuchs er
in den Jahren auf, als sich der Protestantismus in Norddeutschland
ausbreitete. Er studierte zwischen 1536 und 1546 in Köln;
1543 schloss er sich dem Jesuitenorden an. Durch die Kartäuser
in Köln war er auch mit den deutschen Mystikern in Berührung
gekommen, deren Einfluss in seinem Leben wirksam blieb. 1549
ließ Ignatius ihn als achten Jesuiten zur feierlichen
Profess zu. Die nächsten dreißig Jahre sind
der Wiedergewinnung Deutschlands für den katholischen Glauben
geweiht. Er arbeitete in Ingolstadt, Wien, Prag, Augsburg, Innsbruck
und München. 1556-1569 war er erster Oberer der
oberdeutschen Ordensprovinz. Er nahm an Reichstagen
und Religionsgesprächen teil.
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| Wichtig sind seine drei Katechismen: der
Große Katechismus, für Geistliche und gebildete Laien
(1555); der Kleine Katechismus, mit 59 Fragen und „kurzen
Gebeten für die Einfältigen“; die weiteste fand
der für die Lateinschulen bestimmte Mittlere Katechismus.
Kanisius schrieb auch ein „Manuale für Katholiken“,
von dem Historiker Jedin als der „Sonntags-Schott der deutschen
Katholiken des 16. und 17. Jahrhunderts“ bezeichnet. 1580
wurde Kanisius nach Freiburg in die Schweiz geschickt; dort starb
er am 21. Dezember 1597.
Vertrauen
„Ich weiß oft nicht, was für ein Wind mich vorantreibt,
wohin mein Schifflein segelt, wo ich festsitze und wie ich meinen
Kurs richtig steuere.“ -
„Ich vertraue auf Gott, meinen Herrn, der mir alles zum
Besten schickt. Des Ewigen, nicht des Zeitlichen wegen bin ich
erschaffen und erlöst worden.“ (Petrus Kanisius)
(Zitat: "Schott
Messbuch")
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Evangelium
(Mt 5, 13-19)
Ihr seid das Licht der Welt
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz
seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten
zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die
auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein
Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den
Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht
vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten
aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern
um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel
und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des
Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch
nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen
entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein.
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß
sein im Himmelreich.
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Petrus Canisius war der Sohn des Bürgermeisters
von Nimwegen, Jakob de Hondt (lateinisch "canis"
= "Hund"). Der Geburtsort Nimwegen lag damals in der
Diözese Köln und somit im Heiligen Römischen Reich
Deutscher Nation. Der Geburtstag (8. Mai 1521) war der Tag, an
dem über Martin Luther in Worms die Reichsacht verhängt
wurde.
Als achtes Mitglied des jungen Ordens trat Petrus
Canisius an seinem 22. Geburtstag am 8. Mai 1543 bei den wenige
Jahre zuvor gegründeten Jesuiten als erster Deutscher
ein. Als erster deutscher Ordensprovinzial begründete
er den maßgeblichen Einfluss der Jesuiten bei der Gegenreformation
in Deutschland.
Im Januar 1547 berief ihn der Bischof von Augsburg, Kardinal Otto
Truchsess von Waldburg, zum Konzil von Trient.
Um diese Zeit begann er, die lateinische Form seines Namens zu
verwenden.
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Er war Rektor und Theologieprofessor der Universität
Ingolstadt (heute Ludwig-Maximilians-Universität, München),
predigte in Wien im überfüllten Stephansdom,
war 1554 bis 1555 Administrator der Diözese Wien
und entfaltete ein reges Wirken im süddeutschen Raum. Sowohl
Kaiser Ferdinand I. wie auch Papst Gregor
XIII. vertrauten ihm die deutsche Kirchenpolitik an.
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Achtung schuf sich Petrus Canisius durch seine
liebenswürdige Art, die ihn nie von Ketzern
oder Irrlehren sprechen ließ, sondern einfühlsam von
"neuen Lehrern" und "neuen Lehren". Kirchliche
Missstände prangerte er jedoch scharf und deutlich an.
Sein Katechismus, der 1555 unter dem Titel Summa
doctrinae christianae erschien, war als Antwort auf den Martin
Luthers gedacht und wurde allein bis zu seinem Tode 200 mal nachgedruckt
und ab 1591 von Fürstbischof Johann Otto von Gemmingen in
den Schulen seines Machtbereiches eingeführt.
In seinen letzten Lebensjahren gründete
er 1580 im Schweizer Freiburg im Üchtland das Kollegium Sankt
Michael, das später nach Feldkirch und schließlich
nach St. Blasien im Schwarzwald verlegt wurde. Petrus Canisius
starb im Alter von 76 Jahren am 21. Dezember 1597 in
Fribourg. Nach seinem Tod wurde er in der Fribourger Universitätskirche
St. Michael beigesetzt.
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| Petrus Canisius war somit der erste Jesuit deutscher
Zunge, Konzilstheologe, Religionslehrer, Theologieprofessor, Gründer
von Schulen und Hochschulen, Bildungsreformer, Berater in Kirche
und Politik, Beichtvater, Organisator, Diplomat, Volksmissionar
und Gefangenenseelsorger, Berichterstatter, theologisch-praktischer
Schriftsteller und Verfasser eines Bestsellers, vor allem aber Seelsorger
und Prediger. |
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1869 wurde er selig und 1925 von Pius XI.
heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer
ernannt. Leo XIII. bezeichnete ihn als den "Zweiten Apostel
Deutschlands" nach Bonifatius.
Dargestellt wird er in Jesuitentracht mit Buch, Spruchband, Totenkopf.
Er gilt als Patron der Diözese Innsbruck
und der katholischen Schulorganisation Deutschlands.
Gedenktag laut "Allgemeinem Römischem Kirchenkalender":
21. Dezember
Gedenktag im deutschen Sprachraum (Regionalkalender):
27. April
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Zitate:
"Niemand kann alles von vornherein verstehen, aber die Geduld
und die stete Beschäftigung mit den Fragen bringt Klarheit
und somit auch Kraft." (Zu seinem Lebensmotto.)
"Wir wollen nicht daran zweifeln, daß Gott in seiner
Güte das tun wird, was ihm selbst am wohlgefälligsten,
uns aber am zuträglichsten sein wird." (An seinen Bruder.)
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