Am 1. November 1950 hat Pius XII. die Lehre, dass Maria
mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen
wurde, als Glaubenssatz verkündet und damit die seit alters
her vorhandene christliche Glaubensüberzeugung endgültig
bestätigt.
Das Fest „Mariä Himmelfahrt“,
richtiger das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, ist in
der Ostkirche bald nach dem Konzil von Ephesus (431) aufgekommen.
Von Kaiser Mauritius (582-602) wurde der 15. August als staatlicher
Feiertag anerkannt. In der römischen Kirche wird das Fest
seit dem 7. Jahrhundert gefeiert.
Das Dogma „Wir verkünden, erklären
und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass
die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria
nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die
himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“
(Pius XII., 1876 – 1958, siehe Biografie
Pius XII.)
(Zitat: "Schott
Messbuch")
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Lesung
(Offb 11, 19a; 12, 1-6a.10ab)
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet,
und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann
erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau,
mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß
und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und
mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte
ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte
ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war.
Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über
alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr
Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort
geschaffen hatte.
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt
ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft
unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.
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Entwicklung und Geschichte des Festes: |
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Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr
451 wurde in der Ostkirche die Feier der leiblichen
Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert. Das Hochfest "Mariä
Himmelfahrt" - "Assunta" von "assumptio",
"Aufnahme" - wurde im 6. Jahrhundert zunächst
als Fest der "Dormition", der "Entschlafung"
Mariens begangen und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen
Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt. In der Ostkirche
wird das Fest bis heute als "Tag der Entschlafung"
und Maria als die "Panagia", die "Allerheiligste",
bezeichnet; als erster Mensch habe sie die Vergöttlichung
erfahren, weil Christus ihre Seele sofort ins Paradies holte.
Im 7. Jahrhundert feierte man das Fest "Aufnahme Mariens"
in Gallien, es entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert
zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August gefeiert.
In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre,
dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen
wurde. Vom 13. Jahrhundert an wurde die Aufnahme Marias in den
Himmel zu der immer großartiger und festlicher dargestellten
Szene der Marienkrönung.
Die Himmelfahrt Mariens ist nicht biblisch belegt,
sondern basiert nur auf Überlieferungen aus den jüngeren
apokryphen Evangelien .
Auch wenn volkstümlich im Deutschen der Ausdruck Mariä
Himmelfahrt gebräuchlich ist, wird die Aufnahme Mariens in
den Himmel theologisch von der Formulierung und vom Tatbestand
her klar zu Christi Himmelfahrt unterschieden. In vielen Sprachen
werden daher zwei verschiedene Wörter benutzt, z.B. im lateinischen:
Ascensio Christi, aber Assumptio Mariae. So soll der Mensch
Maria vom Sohn Gottes deutlich unterschieden werden.
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Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt
in Verbindung mit dem Brauchtum. Es wird auch Großer
Frauentag, Maria Würzweih, Büschelfrauentag genannt.
Der in der Gegenwart fast nur noch in ländlichen Gebieten
verbreitete Brauch der Kräuterweihe lohnt
sich aber zu überdenken, z. B. um die Zusammenhänge
zwischen Heil und Heilung neu zu vermitteln.
Legenden erzählen, dass die Jünger
das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam,
sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden.
Eher ist wahrscheinlich, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife
und Hochblüte der Natur in Erinnerung brachten, dass Maria
traditionell als "Blume des Feldes und Lilie in den
Tälern" (Hoheslied 2, 1) verehrt und seit dem
5. Jahrhundert als "guter und heiliger Acker" benannt
wurde, der eine göttliche Ernte brachte, woraus sich die
Darstellung Maria im Ährenkleid entwickelte.
Deshalb wird in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten zu Maria
Himmelfahrt eine Kräuterweihe vorgenommen:
aus sieben verschiedenen Kräutern - die Zahl symbolisiert die
sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens - werden Sträuße
gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Die Sträuße
werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten,
Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oft werden zerriebene Blätter
davon kranken Tieren ins Futter gemischt. Wenn die ersten Baum-
oder Strauchnüsse (Wal- und Haselnüsse) reif waren, schenkte
man sie den Kindern am 15. August als Mariennüsse. |
Zu Mariä Himmelfahrt beginnen in der katholischen Kirche
die "Frauendreißiger" - 30 Tage,
in denen allerorten Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch
der Gedenktag Mariä Geburt am 8. September fällt in
den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September
abgeschlossen werden. In dieser Zeit besonderer Marienverehrung
wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft
zugeschrieben.
In der orthodoxen Kirche findet vor dem Fest der Entschlafung
Mariens das zweiwöchige Marienfasten statt,
in dem nach Möglichkeit auf Fleisch, Milchprodukte und (außer
am Wochenende) auch auf Fisch verzichtet werden soll. |
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