Fest Mariä Geburt
8. September
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Das Fest Mariä Geburt entstand im Orient, wahrscheinlich aus dem Kirchweihfest der St.-Anna-Kirche in Jerusalem, die als Ort der Geburt Mariens gilt; nach anderer Überlieferung ist Maria in Nazaret geboren. Im Westen nennt Papst Sergius (687-701) als die vier Marienfeste, die in Rom gefeiert werden: Verkündigung, Aufnahme in den Himmel, Geburt und „Begegnung“ (= Mariä Lichtmess).
Vom Datum der Geburt Mariens aus (das kein historisches Datum ist) wurde auch das Datum ihrer Empfängnis (8. Dezember) festgesetzt. Die Tatsache, dass das Fest dieser Geburt liturgisch gefeiert wird, setzt den Glauben voraus, dass Maria heilig, d. h. ohne Erbsünde, geboren wurde.
(Zitat: "Schott Messbuch")

Lesung (Röm 8, 28-30)

Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; denn alle, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei.

Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

Entwicklung und Geschichte des Festes:

Das Fest Mariä Geburt hat seine Geschichte im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche für die heilige Anna am See Bethesda. Dieser Ort galt als Wohnort von Anna und Joachim, der Eltern Marias und somit als Heimat von Maria.
Nach anderer Überlieferung wurde Maria in Jerusalem geboren und hat dann auch in ihrem Geburtshaus gelebt. Die St. Anna-Kirche in Jerusalem soll am Ort des Geburtshauses stehen.

Das Fest wurde dann seit dem 6. Jahrhundert in der Ostkirche gefeiert, um 700 durch Papst Sergius I. in Rom eingeführt und breitete sich im 10./11. Jahrhundert in der ganzen katholischen Kirche aus.

Die Evangelien berichten über die Jugend Marias nichts. Dagegen erzählt das apokryphe (das sind die nicht in die Bibel aufgenommenen Bücher) Jakobus­evangelium - das frühestens um 150 entstanden ist - wie eine Legende von den Eltern Marias Joachim und Anna sowie über das Heranwachsen Marias. Zwanzig Jahre soll Anna die Geburt eines Kindes erfleht haben, bis ihr Wunsch erfüllt wurde. Als Maria drei Jahre alt war, übergaben die Eltern ihr einziges Kind ihrem Gelübde gemäß dem Tempel.

Während ansonsten die Todestage bei den heiligen Blutzeugen und Bekennern zu Gedächtnistagen wurden, sind neben Christus nur seine Mutter Maria und Johannes der Täufer durch ein Geburtsfest im kirchlichen Festkalender gewürdigt. Dies geschah wegen ihrer besonderen heilsgeschichtlichen Rolle.

Der Kreis der Marienfeste - Mariä Empfängnis (8.12.), Mariä Geburt (8.9.), Mariä Himmelfahrt (15.8.) - will aufzeigen: Maria ist der erste Mensch, der Gott vorbehaltlos angenommen hat und die durch ihr Leben dem Himmel entgegen reifte. Sie ist deshalb Urbild der Kirche und Beginn der durch Christus erneuerten Schöpfung. Maria ist in diesem Sinne Urbild und Vorbild, Patronin und Mutter aller Christen.

Traditionen und Bräuche:

Im Volksmund wird Mariä Geburt mit dem Beginn des Herbstes in Verbindung gebracht: „Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“ Der 8. September gilt darüber hinaus als wichtiger Termin für den Almabtrieb und für Viehmärkte.

In manchen Regionen finden Prozessionen statt. Besonders eindrucksvoll ist die um diese Zeit stattfindende Prozession am Wörthersee (Kärnten) mit vielen besonders schön geschmückten Schiffen sowie die Prozession in Oberlama (Südtirol), bei der Heiligenfiguren durch den blumengeschmückten Ort getragen und Fahnen geschwenkt werden.