Das Fest Mariä Geburt entstand im Orient, wahrscheinlich
aus dem Kirchweihfest der St.-Anna-Kirche in Jerusalem,
die als Ort der Geburt Mariens gilt; nach anderer Überlieferung
ist Maria in Nazaret geboren. Im Westen nennt Papst
Sergius (687-701) als die vier Marienfeste, die in
Rom gefeiert werden: Verkündigung, Aufnahme in den Himmel,
Geburt und „Begegnung“ (= Mariä Lichtmess).
Vom Datum der Geburt Mariens aus (das kein historisches Datum
ist) wurde auch das Datum ihrer Empfängnis (8. Dezember)
festgesetzt. Die Tatsache, dass das Fest dieser Geburt liturgisch
gefeiert wird, setzt den Glauben voraus, dass Maria heilig,
d. h. ohne Erbsünde, geboren wurde.
(Zitat: "Schott
Messbuch")
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Lesung
(Röm 8, 28-30)
Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben,
alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen
Plan berufen sind; denn alle, die er im Voraus erkannt hat,
hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt
seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene
von vielen Brüdern sei.
Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und
die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber
gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
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Entwicklung und Geschichte des Festes: |
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Das Fest Mariä Geburt hat seine
Geschichte im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche für
die heilige Anna am See Bethesda. Dieser Ort galt als
Wohnort von Anna und Joachim, der Eltern Marias
und somit als Heimat von Maria.
Nach anderer Überlieferung wurde Maria in Jerusalem geboren
und hat dann auch in ihrem Geburtshaus gelebt. Die St.
Anna-Kirche in Jerusalem soll am Ort des Geburtshauses
stehen.
Das Fest wurde dann seit dem 6. Jahrhundert in der Ostkirche
gefeiert, um 700 durch Papst Sergius I. in Rom eingeführt
und breitete sich im 10./11. Jahrhundert in der ganzen
katholischen Kirche aus.
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| Die Evangelien berichten über die Jugend
Marias nichts. Dagegen erzählt das apokryphe (das
sind die nicht in die Bibel aufgenommenen Bücher) Jakobusevangelium
- das frühestens um 150 entstanden ist - wie eine Legende
von den Eltern Marias Joachim und Anna sowie
über das Heranwachsen Marias. Zwanzig Jahre soll Anna die
Geburt eines Kindes erfleht haben, bis ihr Wunsch erfüllt
wurde. Als Maria drei Jahre alt war, übergaben die
Eltern ihr einziges Kind ihrem Gelübde gemäß dem
Tempel.
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Während ansonsten die Todestage bei den heiligen Blutzeugen
und Bekennern zu Gedächtnistagen wurden, sind neben
Christus nur seine Mutter Maria und Johannes der Täufer durch
ein Geburtsfest im kirchlichen Festkalender gewürdigt.
Dies geschah wegen ihrer besonderen heilsgeschichtlichen
Rolle.
Der Kreis der Marienfeste - Mariä
Empfängnis (8.12.), Mariä
Geburt (8.9.), Mariä
Himmelfahrt (15.8.) - will aufzeigen: Maria ist der
erste Mensch, der Gott vorbehaltlos angenommen hat und
die durch ihr Leben dem Himmel entgegen reifte. Sie ist deshalb
Urbild der Kirche und Beginn der durch Christus
erneuerten Schöpfung. Maria ist in diesem Sinne Urbild
und Vorbild, Patronin und Mutter aller Christen.
Traditionen und Bräuche: |
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Im Volksmund wird Mariä Geburt mit dem Beginn
des Herbstes in Verbindung gebracht: „Mariä
Geburt fliegen die Schwalben furt.“ Der 8. September gilt
darüber hinaus als wichtiger Termin für den Almabtrieb
und für Viehmärkte.
In manchen Regionen finden Prozessionen statt. Besonders eindrucksvoll
ist die um diese Zeit stattfindende Prozession am Wörthersee
(Kärnten) mit vielen besonders schön geschmückten
Schiffen sowie die Prozession in Oberlama (Südtirol),
bei der Heiligenfiguren durch den blumengeschmückten Ort
getragen und Fahnen geschwenkt werden.
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