"Josef der Arbeiter"
1. Mai
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Den 1. Mai, der überall in der heutigen Welt als Tag der Arbeit begangen wird, hat Pius XII. zum Fest des heiligen Josef des Arbeiters bestimmt. Damit soll der heilige Josef geehrt, aber auch die Würde der menschlichen Arbeit bewusst gemacht werden.
Josef hat als Handwerker gearbeitet und für seine Familie das Brot verdient. Die Arbeit, wie sie heute von der Masse der Arbeiter getan und auch erlitten wird, ist sehr verschieden von der Arbeit in der alten Welt. Aber immer geht es darum, dass der Mensch, indem er die Kraft seines Körpers und seines Geistes einsetzt, sein eigenes Leben verwirklicht, seine Persönlichkeit entfaltet und das Leben in dieser Welt lebenswert oder doch erträglicher macht.
Der Christ weiß außerdem, dass er seine Arbeit von Gott her und zu Gott hin tut. (Zitat: "Schott Messbuch")

Josef im Evangelium

Sein Vorkommen in den Evangelien ist nur spärlich. Er erscheint im Neuen Testament fast nur in der Vorgeschichte des Evangeliums nach Lukas (Lk 3,23; 4,22 und Joh 1,45; 6,42) bzw. nach Matthäus (Mt 1,16.18.19.20.24; 2,13.19; Lk 1,27; 2,4.16).

Mathäus (1, 1-24):
Der Stammbaum Jesu
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, / Isaak von Jakob, / Jakob von Juda und seinen Brüdern …
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; / von ihr wurde Jesus geboren, / der der Christus (der Messias) genannt wird. Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Die Geburt Jesu
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, / einen Sohn wird sie gebären, / und man wird ihm den Namen Immanuel geben, / das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Lukas (1,26-27. 2,1-16):
Die Verkündigung:
Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war aeinem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.

Die Geburt Jesu:
Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. ...
Und sie (die Weisen aus dem Morgenland) kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Entwicklung und Geschichte des Festes:

 

Der hl. Josef hat zwei Feste in der Liturgie des Westens. Das eine ist das Hochfest am 19. März, das 1479 in Rom eingeführt wurde. Das andere Fest ist ein Gedenktag, welcher am 1. Mai begangen wird und auf Pius XII. zurückgeht. Zu erwähnen ist auch, dass der Name Josef 1962 von Johannes XXIII. in das Eucharistische Hochgebet eingefügt wurde.

Zwischen 1517 und 1980 stellten sich 172 Ordensgemeinschaften unter seinen Schutz stellten. Seine Wertschätzung zeigt sich auch darin, dass er 1870 durch Pius IX. Schutzpatron der Kirche, 1955 Schutzpatron der Tischler und Handwerker und schließlich durch Johannes XXIII. Schutzpatron des II. Vatikanischen Konzils wurde.

Erste Spuren einer Verehrung des heiligen Josef begegnen im 8./9. Jahrhundert in Ägypten, dort beging man sein Gedächtnis am 20. Juli. Der 19. März wird seit dem 10 Jahrhundert als Gedenktag gefeiert. Der Franziskanerpapst Sixtus IV. (1471-1484) bestätigte offiziell diesen Festtag. Schon 1487 war das Fest des Joseph in das römische Brevier aufgenommen worden. Das Konzil von Trient (16.Jh.) schloss sich dem an. Die Habsburger erkoren den hl. Josef zu ihrem Hausheiligen. Nach dem Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) 1620 mit einem Bild des Heiligen in die Schlacht gegen die pfälzisch-böhmische Armee am Weißen Berg gezogen war und den Sieg errang, wurde der Joseftag zum Feiertag. Seit 1621 fand sich der Josefstag als Feiertag im römischen Kalender (Papst Gregor XV.), im Mai 1676 wurde Josef zum Hauptpatron des römischen Reiches, 1870 Schutzheiliger der ganzen Kirche.

Das Fest „Heiliger Josef, der Arbeiter“, hat Pius XII. 1955 eingeführt, ein Gedenktag, der den Nährvater Jesu mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai, der schon vorher im außerkirchlichen Raum begangen wurde, in Verbindung bringen soll.

Als Hochfest des heiligen Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria, erscheint es im neuen Messbuch. Es hat eine eigene Präfation, die auch in den anderen Messen zu Ehren des heiligen Josef Verwendung findet. Man liest 2 Sam 7,4-5a. 12-14a. 16, Röm 4,13.16-18.22 und Mt 1,16.18-21.24a (alternativ: Lk2,41-51a).

Im Osten gibt es für Joseph kein eigenes Fest; dort wird er zusammen mit Maria als Eltern Christi am 26. Dezember gefeiert.

Auszug aus der Geschichte des 1. Mai:

1888
Der amerikanische Gewerkschaftsdachverband „American Federation of Labor" (AFL) bestimmt den 1. Mai als Kampftag für einen gesetzlichen Normalarbeitstag von acht Stunden.

14. – 20. Juli 1889
Die Zweite Sozialistische Internationale legt im Hinblick auf den Aufruf der AFL den 1. Mai 1890 als weltweiten Demonstrationstag für die Acht-Stunden-Forderung fest.

1890/91
In vielen Ländern beschließen die Arbeiterorganisationen (Gewerkschaften und Parteien) den 1. Mai dauernd als Feiertag der Arbeiter zu begehen. Ab dem 1. Mai 1891 ist ein demokratisches Wahlrecht eine der zentralen Forderungen der Maidemonstrationen für Jahrzehnte.

15. Mai 1891
Papst Leo XIII verkündet die Enzyklika „rerurm novarum“ (über die Arbeiterfrage).

1. Mai 1893
Erste Maikundgebung der christlichen Arbeiterbewegung Österreichs

1919/20
Der 1. Mai wird Staatsfeiertag in fast allen Staaten.

1. Mai 1954
7500 Jungarbeiter nehmen an einer Wallfahrt der katholischen Arbeiterjugend Österreichs nach Mariazell teil.

1955
Papst Pius XII proklamiert vor etwa 200.000 italienischen Arbeitern das Fest des „St. Josef der Arbeiter“, dass alljährlich in der ganzen Welt am 1. Mai gefeiert werden soll.

APOSTOLISCHES SCHREIBEN
REDEMPTORIS CUSTOS
VON PAPST JOHANNES PAUL II. (1989)

»ZUM BESCHÜTZER DES ERLÖSERS berufen«
Den vollen Wortlaut finden Sie hier ...

 

Predigt von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2000

»Herr, lass gedeihen das Werk unserer Hände«
Den vollen Wortlaut finden Sie hier ...

Präfation (Was ist die Präfation?)

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und am Fest (bei der Verehrung) des heiligen Josef die Wege deiner Weisheit zu rühmen. Denn ihm, dem Gerechten, hast du die jungfräuliche Gottesmutter anvertraut, ihn, deinen treuen und klugen Knecht, bestellt zum Haupt der Heiligen Familie. An Vaters statt sollte er deinen eingeborenen Sohn beschützen, der durch die Überschattung des Heiligen Geistes empfangen war, unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit, beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.