Alles Fragen und Forschen nach Gott gelangt
nur bis an den äußeren Rand seines Wesens. Sein inneres
Geheimnis aber, sein „Mysterium“, ist die
Liebe. Das wissen wir, weil er selbst es uns offenbart
hat: durch seine Propheten, und schließlich durch den
Sohn. Im Herzen des Sohnes wohnt die ganze Fülle
der Liebe. Die Liebe ist gekreuzigt worden. Und die
Liebe wartet auf Antwort: die Antwort des Glaubens, der Treue
und der reinen Hingabe an die Glut des Geistes.
Die Botschaft von der barmherzigen Liebe wird als „gute
Nachricht“ nur von den Sündern begriffen. Die Pharisäer
und Schriftgelehrten waren rechtschaffene Leute; sie fanden
das Verhalten Jesu den Sündern gegenüber ebenso ärgerlich
wie seine Botschaft. - Müssen wir Sünder werden,
um die Barmherzigkeit Gottes zu verstehen, die in Jesus sichtbar
geworden ist? Wir brauchen es nicht zu werden; wir
müssen nur eine Ahnung von der Heiligkeit Gottes haben,
um zu wissen, dass wir es sind. Dann werden wir auch das Danken
lernen.
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Die Propheten des Alten
Bundes haben als das größte Geheimnis Gottes
seine Liebe erkannt, und zwar die Liebe zu seinem Volk,
das dieser Liebe immer wieder davonlief. In Jesus ist
die Liebe Gottes sichtbar und greifbar geworden, und
am Kreuz wurde sie zur „Torheit“ (1 Kor 1,23). Sie
ist das Zeichen des Widerspruchs, sie ist aber auch die einzige
Hoffnung für die Menschen in ihrer Not.
(Zitat: "Schott
Messbuch")
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Evangelium (Joh
19, 31-37)
Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine
Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.
Weil Rüsttag war und die Körper während des
Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus,
man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre
Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer
Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem Ersten
die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon
tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern
einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine
Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.
Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis
ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit
auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort
erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen [Ex 12,46;
Ps 34,21]. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf
den blicken, den sie durchbohrt haben [Sach 12,10].
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Entstehung und Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung: |


Herz-Jesu-Statue
in der Pfarrkirche Stadlau |
Die Herz-Jesu-Verehrung ist ein Ausdruck der
katholischen Spiritualität bzw. Volksfrömmigkeit.
Dabei wird Jesus Christus unter dem Gesichtspunkt seiner im
Herzen symbolisierten Liebe verehrt.
Entstehung
Impulse zur Herz-Jesu-Verehrung kamen aus der deutschen Mystik
des Spätmittelalters, und besonders von der französischen
Nonne Margareta Maria Alacoque, deren Visionen
zwischen 1673 und 1675 um den Sühnegedanken, den häufigen
Kommunionempfang und ein Herz-Jesu-Fest kreisten.
Verbreitung
Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten
zu verdanken, die sich ausgehend von Marguerites Maria Alacoques
Beichtvater Claude de la Colombière SJ dieser Spiritualität
annahmen. Starken Aufschwung erhielt die Herz-Jesu-Frömmigkeit
im späten 18. und 19. Jahrhundert.
Jeweils am dritten Freitag nach Pfingsten (Freitag
nach der Fronleichnams-Oktav) ist das Herz-Jesu-Fest, das Papst
Pius IX. 1856 als Gedenktag für die ganze Kirche eingeführt
hat. Außerdem heißt der erste Freitag jedes
Monats "Herz-Jesu-Freitag".
1899 weihte Papst Leo XIII. in der Enzyklika
Annum sanctum die ganze Welt dem Herzen Jesu. 1970
wurde das Herz-Jesu-Fest im römischen Messbuch eingetragen.
Die Pfarrkirche in Wien, Stadlau wurde 1924
von Kardinal Piffl dem „Herz Jesu“ geweiht. Eine Herz-Jesu-Statue
an der Rückwand weist in besonderer Weise darauf hin.
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Herz-Jesu-Verehrung heute
Die Herz-Jesu-Verehrung hat in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts innerkatholisch stark an Boden verloren; zumindest
eine einseitig emotional betonte Herz-Jesu-Verehrung wird
von vielen katholischen Christen abgelehnt. Obwohl die
geschichtliche Entwicklung zeigt, dass die Herz-Jesu-Verehrung
kein rein katholisches Phänomen ist, wird sie oft
als spezifisch konfessionell eingeengte Frömmigkeitsform
gesehen. Auch eine Hilflosigkeit in Theologie und Frömmigkeit
gegenüber dem Sühnegedanken insgesamt kommen als Gründe
in Frage.
Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche
Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes
gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche
wird die Herz-Jesu-Verehrung auf christozentrischem Fundament
zusammengefasst und neu empfohlen.
Nichtkatholiken stehen der Herz-Jesu-Frömmigkeit gewöhnlich
ablehnend gegenüber. Allerdings bietet sie durch ihren christozentrischen
Akzent auch ökumenische Anknüpfungspunkte.
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In bildlichen Darstellungen kann man gelegentlich
eine Jesusfigur antreffen, die auf ihr von außen sichtbares
Herz deutet. Dieses Herz ist im Widerspruch zur menschlichen Anatomie
meist in der Mitte im oberen Brustbereich platziert. Diese Freiheit
der künstlerischen Darstellung weist darauf hin, dass es
bei der Herz-Jesu-Verehrung nicht um ein Körperorgan
geht, sondern um das Herz als Ursymbol der menschlichen
Liebe sowie des Innersten der Person. Die Liebe Christi,
des Erlösers, soll dadurch zum Ausdruck kommen.
Entsprechend dem Herz-Jesu-Fest hat sich im Lauf der Jahrhundete
auch eine Herz-Mariä-Fest (Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest)
ausgebildet. |
Was kann uns die Herz-Jesu-Verehrung heute bedeuten? |
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Herz-Jesu-Fest? Sind das nicht die schmalzig-süßlichen,
vorwurfsvoll blickenden Andachtsbildchen, die sich die
Brust aufreißen und ein mit Dornen umwundenes Herz vorweisen.
Die Entmythologisierung des Herzens hat die Vermittlung des Festinhaltes
nicht leichter gemacht. Der Weg zu einem Herzen, das sich als
seelisch-geistiges Zentrum des Menschen versteht, ist vielen verstellt:
Die Medizin hat das Herz zu einer austauschbaren Blutpumpe gemacht.
Und trotzdem, gerade deshalb lohnt es sich, tiefer unter
der Kitsch-Kiste nachzusehen. Unter dem banalen Gefühlsmatsch
von oberflächlichem Herz-Schmerz-Gesülze ist nämlich
etwas Originäres zu entdecken. Vom hohen
Rang des allgemeinen Herz-Verständnisses, zeugen die Begriffe
„herzlich” und – in Form eines
irrealen Superlativs - „herzlichst”,
die wir heute fast rituell als Merkzeichen der Vertrautheit verwenden.
Eine oder einen mit Herz, die oder den hoffen wir alle zu finden,
weil wir uns da gut aufgehoben wissen. Die Herz-Jesu-Verehrung
will steinerne Herzen durch liebende Herzen nach dem Vorbild Christi
ersetzen.
Das offene Erlöserherz wird zur Quelle allen Heils. Die
Herz-Jesu-Verehrung bringt Herz zu Herz: Das Herz des
Gekreuzigten und Auferstandenen wird zum Maßstab
des menschlichen Herzens. Das durchbohrte Herz Jesu wird
zu einer lebendigen Quelle: Hier entspringt das Ursakrament, die
Kirche.
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„Man sieht nur mit dem Herzen gut”,
hat Saint-Exupéry in der Mitte des 20 Jahrhunderts geschrieben
– ein Satz, der heute noch gerne zitiert wird. Vielleicht
haben unsere Vorfahren, denen wir uns oft so überlegen fühlen,
doch nicht immer falsch gelegen. Denn sie beteten: „Jesus,
sanftmütig und demütig von Herzen, bilde unser
Herz nach deinem Herzen.” Gottes Herz als Maßstab
für unser Herz – das ist es, was dieser Tag lehren
will.
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Was sagt der Katechismus der katholischen Kirche zur Herz-Jesu-Verehrung? |
| Zuerst weist der Katechismus auf die unsagbar
große Liebe des Erlösers hin (KKK 478), der
„während seines Lebens, seiner Todesangst am Ölberg
und seines Leidens uns alle und jeden einzelnen gekannt und geliebt
und sich für jeden von uns hingegeben“ hat. Es
handelt sich um eine ganz persönliche Liebe und Hingabe
des Sohnes Gottes für einen jeden von uns. Diese
Hingabe wird durch ein besonderes Zeichen zum Ausdruck gebracht:
„Er hat uns alle mit einem menschlichen Herzen
geliebt. Aus diesem Grund wird das heiligste Herz Jesu,
das durch unsere Sünden und um unseres Heiles willen durchbohrt
wurde, als vorzügliches Kennzeichen und Symbol für jene
... Liebe angesehen, mit der der göttliche Erlöser den
ewigen Vater und alle Menschen beständig liebt" (Pius
XII.)
Mit dem Hinweis auf die Liebe mit einem menschlichen Herzen wird
hier das Ursymbol des Herzens angesprochen. Herz
ist der Inbegriff von Mut und Tapferkeit, von
innerlicher Einsicht, von Planen und Wollen sowie
der sittlichen Entscheidung des Menschen.
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Im einem Zitat aus KKK 478 ist ein Verweis auf die Enzyklika
„Mystici corporis“ von Papst Pius XII. angeführt:
„Jene liebevolle Erkenntnis aber, womit uns der göttliche
Erlöser vom ersten Augenblick seiner Menschwerdung an entgegenkam,
übertrifft alles menschliche Bemühen und Begreifen.“
Abschließend kommt der Katechismus zu folgender Feststellung,
welche Bezug nimmt auf das Heiligste Herz Jesu: „Einzig
das Herz Christi, das die Tiefen der Liebe seines Vaters kennt,
konnte uns den Abgrund seiner Barmherzigkeit auf eine so einfache
und schöne Weise schildern.“ |
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