"Maria Lichtmess"
2 . Februar
01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

"Darstellung des Herrn"

Der Festinhalt ist vom Evangelium her gegeben (Lk 2, 22-40): der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna.
Im Westen wurde es mehr ein Marienfest: „Reinigung Marias“ nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12). Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu.
Seit der Liturgiereform von 1960 wird „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert: Fest der „Darstellung des Herrn“.

(Zitat tw.: "Schott Messbuch")

Evangelium LK 2, 22- 40

Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

Entwicklung und Geschichte des Festes:

Der 40. Tag nach der Geburt eines männlichen Kindes war nach alttestamentlicher Vorschrift der Tag, an dem die Eltern dem Priester im Tempel ein Reinigungsopfer übergeben mußten (Ex 13,2; 13,12; Num 18,16). Auch Maria und Joseph haben sich an diese Regel gehalten (vgl. Lk 2,22-39). Da Christi Geburt in den ersten Jahrhunderten am 6. Jänner gefeiert wurde, ergab sich als Gedächtnistermin der 14. Februar.
In der Ostkirche wurde es als „Fest der Begegnung des Herrn“ verstanden: der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna. Das 542 durch Kaiser Justinian I. (527 - 565) für Byzanz angeordnete Fest war von Rom schnell übernommen worden. In der Westkirche wurde es allerdings mehr ein Marienfest: „Reinigung Marias“ nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12).

Als im Westen das Fest der Geburt Christi auf den 25. Dezember vorrückte, rückte dieser Festtermin nach und damit auf den 2. Februar. Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu. Seit der Liturgiereform von 1960 wird „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert: Fest der „Darstellung des Herrn“.

Die Bedeutung des Feste heute:

Das neugeborene Kind, das äußerlich allen anderen ähnelt, bleibt nicht unbemerkt: Der Heilige Geist öffnet dem alten Simeon die Augen des Glaubens. - Öffnet dieses Ereigenis auch unsere Augen?

Viele sind berufen, aber wie viele sind wirklich bereit, ihn mit wachsamem Herzen und Verstand zu empfangen (vgl. Mt 22, 14)? In der heutigen Liturgie schauen wir auf Maria, das Vorbild jener Menschen, die die Begegnung mit dem Herrn erwarten und Ihm ihr Herz öffnen.

Der "Tag des geweihten Lebens", der seit 1997 am Fest der Darstellung des Herrn weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent: Das Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Frauen und Männern wider. Christus ist das Licht; an ihm, dem "Gott Geweihten", entzündet sich immer wieder neu das Licht unserer Berufung. "Leben entzündet sich am Leben" - wir sind berufen, dass Menschen durch uns Christus begegnen können, um ihre Berufung zu erkennen.