"Cyrill und Method"
14. Februar
01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

Am 14. Februar wird in der Katholischen Kirche nicht der "Valentinstag"
sondern das Fest der "Slawenapostel Cyrill und Method" gefeiert.
Mehr zum heiligen Valentin und dem Valentinstag ...


Cyrill und Methodius waren Brüder und stammten aus Thessalonike (Saloniki). Seit 863 wirkten sie gemeinsam als Missionare bei den slawischen Völkerschaften von Mähren und Ungarn. Cyrill übersetzte biblische und liturgische Texte in die Volkssprache (Altslawisch), für die er auch eine eigene Schrift schuf. Die Verwendung der slawischen Sprache in der Liturgie stieß bei den westlichen Bischöfen auf harten Widerstand, wurde aber von Papst Hadrian II. gebilligt.

Cyrill starb am 14. Februar 869 in Rom, Methodius am 6. April 885. Die beiden vom byzantinischen Kaiser und dem Patriarchen Photius ausgesandten Missionare brachten den Slawen mit dem Glauben auch die Kultur und die Verbindung mit der römischen Kirche.

Als Johannes VIII. im Jahr 880 die slawische Liturgie guthieß, schrieb er: „Derselbe Gott, der die drei hauptsächlichen Sprachen, nämlich hebräische, griechische und lateinische, geschaffen hat, er hat auch alle anderen Sprachen zu seinem Lob und seiner Ehre geschaffen.“

(Zitat: "Schott Messbuch")

Evangelium (Lk 10, 1-9)

Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Lebenslauf:

Kyrill, der ursprünglich Konstantin hiess, und Methodios, der als Michael getauft wurde, wurden um das Jahr 827, bzw. 815 in Thessaloniki geboren.
Die beiden Brüder wurden Priester und zogen nach Konstantinopel. Kyrill wurde dort Bibliothekar in der Hagia Sophia und Methodios ging in ein Kloster.
Um 861 wurden die beiden Brüder vom Kaiser Michael III. als Missionare zu den Chazaren, welche zwischen Dnjepr und Wolga lebten, entsandt.
Die beiden übersetzten einen Grossteil der Bibel sowie liturgische Texte in die slawische Sprache. Kyrill arbeitete auch eine eigene Schrift aus, die Glagoliza, um diese Übersetzungen aufzuzeichnen.

Kyrill wurde 868 schwer krank und ging nach Rom ins Kloster - erst dort änderte er seinen Namen von Konstantin in Kyrill. Er starb am 14. Februar 869.
Methodios wurde Bischof und später Erzbischof. Der Papst ernannte ihn zum päpstlichen Legaten in Pannonien und Mähren. Trotz der päpstlichen Sendung erhob der Erzbischof von Salzburg Klage bei Ludwig dem Deutschen. Eine bayrische Synode verurteilte Methodios und setzte ihn zweieinhalb Jahre gefangen. Er wurde jedoch durch Papst Johannes VIII. befreit, der ihm zwar seine Rechte zurückgab aber die sprachlichen Neuerungen verwarf. 879 ging Methodios zum Fürsten Swatopluk in das Großmährische Reich zurück, wo er weiterhin wirkte.
Bis zu seinem Tod am 6. April 885 (oder 886) gelang es ihm nicht die Streitigkeiten innerhalb der Kirche zu schlichten. Die slawische Kirchensprache wurde nach seinem Tod sogar verboten, konnte sich durch seine vielen Schüler trotzdem halten. Sein Grab wurde jedoch bis heute nicht gefunden.

Die Slawenaposteln als Schutzpatrone Europas:

Mit dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens am 1. Januar 2007 stieg die Zahl der mehrheitlich orthodoxen Länder Europas von bisher zwei (Griechenland und Zypern) auf vier. Durch die kyrillische Schrift wird dieses Europa noch bunter, hat es nun nicht nur 23 anerkannte Sprachen, sondern auch drei Schriften: Die lateinische, griechische und kyrillische. Diese Osterweiterung der EU hatte Papst Johannes Paul II. schon 1980 im Auge, als er die beiden Slawenapostel Cyrill und Method zu Mit-Patronen Europas erklärte.

1985 erinnerte Johannes Paul II. in seinem Rundschreiben „Slavorum Apostoli“ zum 1100. Todestag des heiligen Method an das Werk der Evangelisierung der beiden Brüder aus Saloniki, von deren Charisma er hoffte, es werde „sich in unserer Epoche in neuer Fülle zeigen und neue Früchte tragen“. Cyrill und Method waren für den Papst zwei Verbindungsringe, eine geistige Brücke zwischen Ost und West, die einen entscheidenden Beitrag zur Bildung Europas leistete, „und zwar nicht nur in der religiösen, christlichen Gemeinschaft, sondern auch für seine gesellschaftliche und kulturelle Einheit“. An anderer Stelle spricht Johannes Paul II. von den beiden christlichen Grundhaltungen in Ost und West als von den zwei Flügeln einer Lunge, durch die Europa atmet.