Leopold III., Markgraf von Österreich,
genannt „der Fromme“, „der Milde“, der
„Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof
Altmann von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes,
die Tochter Kaiser Heinrichs IV. Die Bischöfe Otto von
Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser Ehe.
In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit
hat Leopold, mitten in einer wirren Zeit, die Grundlagen
für die künftige Größe Österreichs
geschaffen. Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz
bei Wien, das Chorherrenstift Klosterneuburg
und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell.
Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch
ein Herrscher, der zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd
am 15. November 1136.
("Schott
Messbuch")
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Lesung
(Spr 3, 13-20)
Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden
Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden, dem Mann, der Einsicht
gewonnen hat.
4Denn sie zu erwerben ist besser als Silber, sie zu gewinnen
ist besser als Gold.
Sie übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine
kommen ihr gleich.
Langes Leben birgt sie in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum
und Ehre; ihre Wege sind Wege der Freude, all ihre Pfade führen
zum Glück.
Wer nach ihr greift, dem ist sie ein Lebensbaum, wer sie festhält,
ist glücklich zu preisen.
Der Herr hat die Erde mit Weisheit gegründet und mit Einsicht
den Himmel befestigt.
Durch sein Wissen brechen die tiefen Quellen hervor und träufeln
die Wolken den Tau herab.
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Leopold, Sohn des Markgrafen Leopold II.
aus dem Geschlecht der Babenberger, wurde in
Melk von Bischof Altmann von Passau erzogen. Er übernahm
nach dem Tod seines Vaters 1095 die Markgrafschaft Österreich
bis zu seinem eigenen Tod. Er tat viel für Österreich.
Leopold III. war ein sehr friedfertiger Mann.
Er wollte Österreich vor den Unruhen und Kriegen der europäischen
Länder bewahren.
Leopold III. stellte sich 1105 im Kampf Heinrichs V.
gegen seinen Vater Heinrich IV. auf die Seite des Sohnes und erhielt
dafür dessen Schwester Agnes zur Frau. Der
Ehe entsprossen 17 Kinder, die allerdings nicht
alle überlebten. Zwei der Söhne wählten
den geistlichen Stand - der berühmte Historiker Otto
von Freising und der spätere Salzburger Erzbischof
Konrad. Leopolds erster Sohn wurde wohl außerhalb
dieser Ehe geboren und wurde deshalb auch nicht sein Nachfolger.
Durch diese seine 2. Gattin wurde er mit den Dynastien
der Salier und Staufer verwandt; er erhielt das Königsgut
und Reichsrechte in der Mark Österreich, gebrauchte den Rang
"principatus terrae" (übergräfliche Stellung)
und sprach vom "ius terrae". Leopold III. verzichtete
1125 auf die Königskandidatur.
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Der sehr gläubige Herrscher
ist vor allem bekannt für die Erschließung
des noch stark bewaldeten Gebiets, die mit seiner Tätigkeit
als Klostergründer einher geht. Seine wichtigste
Gründung ist Klosterneuburg, das 1108
gegründet und das 1133 von Augustiner Chorherren
übernommen wurde. Andere Klöstergründungen waren
Stift Heiligenkreuz, Klein-Mariazell sowie Stift
Seitenstetten. Diese Gründungen führten
auch am 6. Jänner 1485 zu seiner Heiligsprechung.
Auch die Städte wurden unter ihm gefördert,
neben Klosterneuburg und Wien auch Stein, Tulln,
Neuburg, Wien, Hainburg sowie Krems, das eine
Münzprägestätte bekam, die freilich nie Bedeutung
erlangte. Leopold starb am 15. November 1136
bei einem Jagdunfall und wurde im Stift Klosterneuburg beigesetzt.
Nach seinem Tod kamen bald viele Pilger an sein
Grab, wo sich Wunder ereignet haben sollen.
1663 - unter der Regierung seines Namensvetters
Leopold I. - wurde er zum Landespatron Österreichs
an Stelle des Heiligen Koloman erhoben. Weil der heilige Leopold
auch Landespatron von Wien und Niederösterreich
ist, ist in diesen Bundesländern schulfrei.
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Der Hl. Leopold war mit Freunden und seiner Frau auf der Jagd,
als ein heftiger Windstoß den kostbaren
Schleier seiner Frau wegwehte. Obwohl alle eifrig nach diesem
suchten - der Schleier blieb verschwunden.
Erst Wochen später fand Leopold den Schleier auf
einem Strauch unversehrt wieder. Er ließ an
dieser Stelle das Stift Klosterneuburg errichten. Heute
noch sind im Kloster der Schleier und Teile vom Strauch aufbewahrt.
Die Gebeine von Leopold und seiner Frau sind ebenfalls im Kloster
aufgebahrt.
Unmittelbar vor den Toren Wiens liegt das Stift Klosterneuburg.
Vor 900 Jahren als Herrscherresidenz und Kloster geplant steht
das Stift heute für die glückliche Verbindung von
Seelsorge, Kunst, Gastfreundschaft und Wein- und Obstbau. Hier
treffen sich Geschichte und Gegenwart, Wirklichkeit und Legende.
Brauchtum Fasslrutschen:
Das "Fasslrutschen" findet am Gedenktag des heiligen
Leopold (15. November) im zum Stift gehörigen Binderstadl
statt. Gegen einen kleinen Obolus kann man über das 300
Jahre alte, 3,84m hohe und 56.000 Liter fassende "Tausend
Eimer Fass" rutschen. Dieser "Fasslrutsch-Brauch"
geht auf einen Klosterwirt zurück, der
als Pantoffelheld alles machte, was seine Frau von ihm verlangte.
Und sie wollte, das er über das Fass sich "in die
Tiefe stürzt".
Das erste Mal wurde das Fasselrutschen im Jahr 1814
erwähnt.
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