"Hl. Leopold, Markgraf"
15. November
01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

Leopold III., Markgraf von Österreich, genannt „der Fromme“, „der Milde“, der „Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof Altmann von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes, die Tochter Kaiser Heinrichs IV. Die Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser Ehe. In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit hat Leopold, mitten in einer wirren Zeit, die Grundlagen für die künftige Größe Österreichs geschaffen. Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, das Chorherrenstift Klosterneuburg und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell. Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch ein Herrscher, der zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd am 15. November 1136.

("Schott Messbuch")


Lesung (Spr 3, 13-20)

Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden

Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden, dem Mann, der Einsicht gewonnen hat.
4Denn sie zu erwerben ist besser als Silber, sie zu gewinnen ist besser als Gold.
Sie übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.
Langes Leben birgt sie in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre; ihre Wege sind Wege der Freude, all ihre Pfade führen zum Glück.
Wer nach ihr greift, dem ist sie ein Lebensbaum, wer sie festhält, ist glücklich zu preisen.
Der Herr hat die Erde mit Weisheit gegründet und mit Einsicht den Himmel befestigt.
Durch sein Wissen brechen die tiefen Quellen hervor und träufeln die Wolken den Tau herab.


Der friedfertige Regent:

Leopold, Sohn des Markgrafen Leopold II. aus dem Geschlecht der Babenberger, wurde in Melk von Bischof Altmann von Passau erzogen. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters 1095 die Markgrafschaft Österreich bis zu seinem eigenen Tod. Er tat viel für Österreich. Leopold III. war ein sehr friedfertiger Mann. Er wollte Österreich vor den Unruhen und Kriegen der europäischen Länder bewahren.

Leopold III. stellte sich 1105 im Kampf Heinrichs V. gegen seinen Vater Heinrich IV. auf die Seite des Sohnes und erhielt dafür dessen Schwester Agnes zur Frau. Der Ehe entsprossen 17 Kinder, die allerdings nicht alle überlebten. Zwei der Söhne wählten den geistlichen Stand - der berühmte Historiker Otto von Freising und der spätere Salzburger Erzbischof Konrad. Leopolds erster Sohn wurde wohl außerhalb dieser Ehe geboren und wurde deshalb auch nicht sein Nachfolger.

Durch diese seine 2. Gattin wurde er mit den Dynastien der Salier und Staufer verwandt; er erhielt das Königsgut und Reichsrechte in der Mark Österreich, gebrauchte den Rang "principatus terrae" (übergräfliche Stellung) und sprach vom "ius terrae". Leopold III. verzichtete 1125 auf die Königskandidatur.

Der fromme Regent:

Der sehr gläubige Herrscher ist vor allem bekannt für die Erschließung des noch stark bewaldeten Gebiets, die mit seiner Tätigkeit als Klostergründer einher geht. Seine wichtigste Gründung ist Klosterneuburg, das 1108 gegründet und das 1133 von Augustiner Chorherren übernommen wurde. Andere Klöstergründungen waren Stift Heiligenkreuz, Klein-Mariazell sowie Stift Seitenstetten. Diese Gründungen führten auch am 6. Jänner 1485 zu seiner Heiligsprechung.

Auch die Städte wurden unter ihm gefördert, neben Klosterneuburg und Wien auch Stein, Tulln, Neuburg, Wien, Hainburg sowie Krems, das eine Münzprägestätte bekam, die freilich nie Bedeutung erlangte. Leopold starb am 15. November 1136 bei einem Jagdunfall und wurde im Stift Klosterneuburg beigesetzt. Nach seinem Tod kamen bald viele Pilger an sein Grab, wo sich Wunder ereignet haben sollen.

1663 - unter der Regierung seines Namensvetters Leopold I. - wurde er zum Landespatron Österreichs an Stelle des Heiligen Koloman erhoben. Weil der heilige Leopold auch Landespatron von Wien und Niederösterreich ist, ist in diesen Bundesländern schulfrei.


Legende und Brauchtum:

Der Hl. Leopold war mit Freunden und seiner Frau auf der Jagd, als ein heftiger Windstoß den kostbaren Schleier seiner Frau wegwehte. Obwohl alle eifrig nach diesem suchten - der Schleier blieb verschwunden.
Erst Wochen später fand Leopold den Schleier auf einem Strauch unversehrt wieder. Er ließ an dieser Stelle das Stift Klosterneuburg errichten. Heute noch sind im Kloster der Schleier und Teile vom Strauch aufbewahrt.
Die Gebeine von Leopold und seiner Frau sind ebenfalls im Kloster aufgebahrt.
Unmittelbar vor den Toren Wiens liegt das Stift Klosterneuburg. Vor 900 Jahren als Herrscherresidenz und Kloster geplant steht das Stift heute für die glückliche Verbindung von Seelsorge, Kunst, Gastfreundschaft und Wein- und Obstbau. Hier treffen sich Geschichte und Gegenwart, Wirklichkeit und Legende.

Brauchtum Fasslrutschen:
Das "Fasslrutschen" findet am Gedenktag des heiligen Leopold (15. November) im zum Stift gehörigen Binderstadl statt. Gegen einen kleinen Obolus kann man über das 300 Jahre alte, 3,84m hohe und 56.000 Liter fassende "Tausend Eimer Fass" rutschen. Dieser "Fasslrutsch-Brauch" geht auf einen Klosterwirt zurück, der als Pantoffelheld alles machte, was seine Frau von ihm verlangte. Und sie wollte, das er über das Fass sich "in die Tiefe stürzt".
Das erste Mal wurde das Fasselrutschen im Jahr 1814 erwähnt.