"Fest der Kreuzerhöhung"
14. September
01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

Das Kreuzfest im September hat seinen Ursprung in Jerusalem; dort war am 13. September 335 die Konstantinische Basilika über dem Heiligen Grab feierlich eingeweiht worden.
Der 13. September war auch der Jahrestag der Auffindung des Kreuzes gewesen. Am 14. September, dem Tag nach der Kirchweihe, wurde in der neuen Kirche dem Volk zu ersten Mal das Kreuzesholz gezeigt („erhöht“) und zur Verehrung dargereicht. Später verband man das Fest auch in Verbindung mit der Wiedergewinnung des heiligen Kreuzes durch Kaiser Heraklius im Jahr 628; in einem unglücklichen Krieg war das Kreuz an die Perser verloren gegangen, Heraklius brachte es feierlich an seinen Platz in Jerusalem zurück.

("Schott Messbuch")


Evangelium (Johannes 3, 13-17)

Der Menschensohn muss erhöht werden

Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Geschichte:

Der Ursprung dieses Festes verbindet sich nach dem Zeugnis christlicher Schriftsteller des 4. Jahrhunderts mit der Wiederauffindung des Kreuzes Christi durch Kaiserin Helena um das Jahre 325. Kaiser Konstantin ließ an dem Ort der Grabesauffindung eine große Kirche errichten, welche 335 eingeweiht wurde. Man stellte das Heilige Kreuz darin feierlich zur Verehrung aus.

Im Jahre 614 fielen die Truppen des Perserkönigs Chosrau II. in Jerusalem ein. Das Kreuzholz in einem silbernen Kreuzreliquar wurde in die Königsstadt Ktesiphon verschleppt. Wenige Jahre darauf wurde das heilige Kreuz durch den Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios über die Perser zurückgewonnen. 628 brachte der Kaiser das Kreuz zunächst im Triumph in seine Hauptstadt Konstantinopel. Am 21. März 630 zog er mit glänzendem Gefolge nach Jerusalem, um dort die hochverehrte Reliquie wieder in die Grabeskirche hinter dem Golgotahügel zu bringen.

Das Kreuz gab den Kreuzzügen den Namen und der in Jerusalem verbliebene Rest ging in einer Schlacht am 4. Juli 1187 verloren. Wallfahrer nahmen Kreuzpartikel in das ganze Abendland mit. Heute befinden sich die größten bekannten Kreuzreliquien im Vatikan, Berg Athos, Brüssel, Venedig, Gent und Paris und sehr viele kleinere verteilt in ganz Europa.

Der Eindruck, dass "vom Heiligen Kreuz so viele Stücke , dass man ein Haus daraus bauen könnte", täuschte, denn nachdem alle Partikel registriert wurden, stellte ich heraus, dass sie nur etwa 10% des ursprünglichen Kreuzes ausmachen.

Die Präfation vom Tag

... stellt dem Kreuz Christi als Baum des Lebens typologisch den Baum des Sündenfalls gegenüber, von dem der Tod seinen Ausgang nahm.

Das Kreuz als Zeichen des Sieges

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn du hast das Heil der Welt auf das Holz des Kreuzes gegründet. Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben. Der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit, beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass auch unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen: Heilig ...

Im 7. Jahrhundert wurde das Fest von Rom übernommen, 629 wurde es auf den 14. September festgesetzt. Seitdem ist es oft mit der Verehrung von Kreuzreliquien verbunden.

Im orthodoxen Gottesdienst neigt an diesem Tag der Priester ein großes Kreuz langsam in die vier Himmelsrichtungen, womit das Kreuz geehrt und zugleich das Volk gesegnet wird.

Das Fest wird in der katholischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche am 14., in der armenischen Kirche am 16. September begangen.