Die Verklärung Christi wird von
Matthäus, Markus und Lukas berichtet (Mt 17, 1-9;
Mk 9, 2-10; Lk 9, 28-36).
Das Fest der Verklärung wird in der Ostkirche
sicher seit dem 6. Jahrhundert gefeiert. In der abendländischen
Kirche wurde es 1457 von Papst Kallistus III. allgemein vorgeschrieben
zum Dank für den Sieg über die Türken bei Belgrad.
(Auszug aus: "Schott
Messbuch")
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Evangelium (Matthäus
17, 1-9) - Lesejahr A
Sein Gesicht leuchtete wie die
Sonne
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus
und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen
hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen
verwandelt; sein Gesicht
leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider
wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen
plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija
und redeten mit Jesus.
Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind.
Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren
Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das
ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf
ihn sollt ihr hören.
Als die Jünger das hörten, bekamen sie große
Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat
Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt
keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur
noch Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt
niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von
den Toten auferstanden ist.
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Evangelium
(Markus 9, 2-10) - Lesejahr B
Aus der Wolke rief eine Stimme:
Das ist mein geliebter Sohn
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus
und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg,
aber nur sie allein. Und er wurde
vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider
wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf
Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija
und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen, eine für
dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich
nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht
ganz benommen.Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten
auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das
ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr
bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen,
irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten,
bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.
Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was
das sei: von den Toten auferstehen.
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Evangelium
(Lukas 9, 28b-36) - Lesejahr C
Während er betete, veränderte
sich das Aussehen seines Gesichtes
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und
Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.
Und während er betete, veränderte
sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand
wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer
mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen
in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das
sich in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch
wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer,
die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten,
sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen, eine für
dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber
nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke
und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein
und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der
Wolke: Das ist mein auserwählter
Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die
Stimme erklang, war Jesus wieder allein.
Die Jünger schwiegen jedoch über das,
was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand
davon.
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Analyse der drei Bibelstellen: |
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Warum erschienen gerade Moses und Elia?
Eine mögliche Erklärung ist:
Moses gilt als der Vertreter des Gesetzes (10 Gebote). Elija ist
der Typ des Propheten und verwies in seinen Reden bereits auf
das Opfer Christi. Sowohl das Gesetz Mose wie auch die Prophezeihungen
Elija finden in Jesus die Erfüllung.
Was redeten Moses und Elia mit Jesus?
Bei Lukas steht der Hinweis, dass sie mit Jesus auf seinen Tod
und seine Auferstehung sprachen. Jesus wurde in seinem Gebet auf
seinen Auftrag vorbereitet. Nur bei Lukas wird erwähnt, dass
Jesus mit den drei Jüngern auf den Berg stieg "um
zu beten".
Warum wollte Petrus drei Hütten bauen?
Da ist zuerst die Angst, die in allen drei Evangelien erwähnt
wird. Unsicherheit bewirkt, Sicherheit = "ein Zuhause"
zu schaffen. Vielleicht wollte Petrus auch die "verklärte"
Athmosphäre festhalten. Aber dies war nicht der Wille Gottes.
Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!
Dieser Kernsatz aller drei Evangelien weist darauf hin, dass Jesus
Gottes Sohn ist und seine Worte wahr sind.
Warum haben die Jünger dieses Erlebnis nicht gleich
weiter erzählt?
Bei Mathäus und Markus verbietet Jesus das Erlebnis
der Jünger gleich weiter zu erzählen. Wohl, weil dies
damals niemand - auch die Jünger - verstanden hätten
(Mk 9, 10). Sie konnten erst nach dem Pfingstereignis begreifen,
was "von den Toten auferstehen" wirklich bedeutet.
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Der Gedenktag in den verschiedenen christlichen Kirchen: |
Das Fest Verklärung des Herrn wird
nach dem liturgischen Kalender der orthodoxen, römisch-katholischen
und anglikanischen Kirche am 6. August gefeiert. In der
evangelischen Kirche gilt der letzte Sonntag
nach Epiphanias (6. Jänner) als Fest der
Verklärung; die entsprechenden Stellen der Evangelien werden
an diesem Sonntag auch in der anglikanischen Liturgie gelesen.
In der katholischen Liturgie gehört das Verklärungsevangelium
zum 2. Fastensonntag. Die Armenischen Kirche
feiert das Fest am 7. Sonntag nach Trinitats als eines ihrer Hauptfeste,
ebenso ist es eines der wichtigsten Feste in der syrischen
Kirche. In den Ostkirchen mit ihrer
ausgeprägten Lichtsymbolik spielt das Fest eine deutlich
wichtigere Rolle als in den Westkirchen.
Seit Cyrill von Jerusalem wird der Berg Thabor
- östlich von Nazareth gelegen - als Berg der Verklärung
betrachtet. Der Armenische Bischof Gregor Arsharuni
berichtete im 7. Jahrhundert, Gregor der Erleuchter habe dieses
Fest Anfang des 4. Jahrhunderts eingesetzt anstelle des heidnischen
Festes "Vartavarh", einem Rosenblütenfest, mit
dem Aphrodite verehrt wurde.
In der katholischen Kirche wird das Fest erstmals um 850
erwähnt, ab dem 10. Jahrhundert hat es sich ausgebreitet.
Papst Callistus III. ordnete 1456 das Fest für die
ganze katholische Kirche an in Erinnerung an den an diesem
Tag errungenen Sieg über die Türken bei Belgrad.
Der Papst benutzt für die Messe an diesem Tag erstmals neuen
Wein und segnet Trauben, in orthodoxen Kirchen werden
Trauben und andere Früchte gesegnet.
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