"Verklärung des Herrn"
6. August
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Die Verklärung Christi wird von Matthäus, Markus und Lukas berichtet (Mt 17, 1-9; Mk 9, 2-10; Lk 9, 28-36).
Das Fest der Verklärung wird in der Ostkirche sicher seit dem 6. Jahrhundert gefeiert. In der abendländischen Kirche wurde es 1457 von Papst Kallistus III. allgemein vorgeschrieben zum Dank für den Sieg über die Türken bei Belgrad.

(Auszug aus: "Schott Messbuch")


Evangelium (Matthäus 17, 1-9) - Lesejahr A

Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Evangelium (Markus 9, 2-10) - Lesejahr B

Aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen.Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Evangelium (Lukas 9, 28b-36) - Lesejahr C

Während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein.
Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.

Analyse der drei Bibelstellen:

Warum erschienen gerade Moses und Elia?
Eine mögliche Erklärung ist:
Moses gilt als der Vertreter des Gesetzes (10 Gebote). Elija ist der Typ des Propheten und verwies in seinen Reden bereits auf das Opfer Christi. Sowohl das Gesetz Mose wie auch die Prophezeihungen Elija finden in Jesus die Erfüllung.

Was redeten Moses und Elia mit Jesus?
Bei Lukas steht der Hinweis, dass sie mit Jesus auf seinen Tod und seine Auferstehung sprachen. Jesus wurde in seinem Gebet auf seinen Auftrag vorbereitet. Nur bei Lukas wird erwähnt, dass Jesus mit den drei Jüngern auf den Berg stieg "um zu beten".

Warum wollte Petrus drei Hütten bauen?
Da ist zuerst die Angst, die in allen drei Evangelien erwähnt wird. Unsicherheit bewirkt, Sicherheit = "ein Zuhause" zu schaffen. Vielleicht wollte Petrus auch die "verklärte" Athmosphäre festhalten. Aber dies war nicht der Wille Gottes.

Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!
Dieser Kernsatz aller drei Evangelien weist darauf hin, dass Jesus Gottes Sohn ist und seine Worte wahr sind.

Warum haben die Jünger dieses Erlebnis nicht gleich weiter erzählt?
Bei Mathäus und Markus verbietet Jesus das Erlebnis der Jünger gleich weiter zu erzählen. Wohl, weil dies damals niemand - auch die Jünger - verstanden hätten (Mk 9, 10). Sie konnten erst nach dem Pfingstereignis begreifen, was "von den Toten auferstehen" wirklich bedeutet.

Der Gedenktag in den verschiedenen christlichen Kirchen:

Das Fest Verklärung des Herrn wird nach dem liturgischen Kalender der orthodoxen, römisch-katholischen und anglikanischen Kirche am 6. August gefeiert. In der evangelischen Kirche gilt der letzte Sonntag nach Epiphanias (6. Jänner) als Fest der Verklärung; die entsprechenden Stellen der Evangelien werden an diesem Sonntag auch in der anglikanischen Liturgie gelesen. In der katholischen Liturgie gehört das Verklärungsevangelium zum 2. Fastensonntag. Die Armenischen Kirche feiert das Fest am 7. Sonntag nach Trinitats als eines ihrer Hauptfeste, ebenso ist es eines der wichtigsten Feste in der syrischen Kirche. In den Ostkirchen mit ihrer ausgeprägten Lichtsymbolik spielt das Fest eine deutlich wichtigere Rolle als in den Westkirchen.

Seit Cyrill von Jerusalem wird der Berg Thabor - östlich von Nazareth gelegen - als Berg der Verklärung betrachtet. Der Armenische Bischof Gregor Arsharuni berichtete im 7. Jahrhundert, Gregor der Erleuchter habe dieses Fest Anfang des 4. Jahrhunderts eingesetzt anstelle des heidnischen Festes "Vartavarh", einem Rosenblütenfest, mit dem Aphrodite verehrt wurde.
In der katholischen Kirche wird das Fest erstmals um 850 erwähnt, ab dem 10. Jahrhundert hat es sich ausgebreitet. Papst Callistus III. ordnete 1456 das Fest für die ganze katholische Kirche an in Erinnerung an den an diesem Tag errungenen Sieg über die Türken bei Belgrad.

Der Papst benutzt für die Messe an diesem Tag erstmals neuen Wein und segnet Trauben, in orthodoxen Kirchen werden Trauben und andere Früchte gesegnet.