"Maria, Hilfe der Christen"
24. Mai
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Die Mutter Gottes wird in der römisch-katholischen Kirche auch unter dem Titel "Maria, Hilfe der Christen" verehrt.

Dieser Titel findet sich um 1500 in der Lauretanischen Litanei und hat wohl von dorther Lucas Cranach, den Älteren, dazu animiert in der ersten Hälfte des 16. Jh. sein Gnadenbild Mariahilf zu malen, das zum mütterlichen Ur-Typ vieler Maria-Hilf-Bilder wurde. Vor allem in Wien, Innsbruck, Passau, Bozen und Benediktbeuern werden Nachahmungen dieses Bildes verehrt wird.

Die Benennung eines Stadtteils Wiens mit Mariahilf ist ein besonderes Kennzeichen der Verehrung von "Maria, Hilfe der Christen" durch das österreichische Kaiserhaus.

Auch die Filialkirche unserer Pfarre in der Erzherzog-Karl-Straße wurde 1980 "Maria, Hilfe der Christen" geweiht.


Evangelium (Lk 1, 39-46)

Der Mächtige hat Großes an mir getan: er erhöht die Niedrigen

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.


Auszug aus der Geschichte der Maria-Hilf-Verehrung:

  • um 1500: Lauretanische Litanei mit "Hilfe der Christen"
  • Erste Hälfte 16. Jahrhundert (1514 oder 1537), Dresden: Lukas Cranach, der Ältere (1472-1553) malt sein Marienbild, den Ur-Typ vieler Maria-Hilf-Bilder. Es war zunächst bestimmt für die Heiligkreuzkirche in Dresden.
  • 1611, Dresden: Das cranachsche Marienbild kam in die Gemäldegalerie des sächsischen Kurfürsten nach Dresden.
    1611, Passau: Der Bruder des katholischen Kaisers Ferdinand II., Erzherzog Leopold V., zu dieser Zeit noch regierender Erzbischof von Passau, kam in diplomatischer Mission nach Dresden. Der protestantische Kurfürst bot dem Staatsbesuch an, sich aus seiner Gemäldegalerie ein Gastgeschenk auszuwählen. Obwohl es weit wertvollere Bilder gab, entschied er sich für das Maria Hilf-Bild und ließ es nach Passau in seine bischöfliche Privatkapelle bringen. Er ist der erste Verehrer dieses Bildes, auf all seinen Reisen nahm er das Bild mit. Auch den Namen "Maria Hilf" dürfte es dem frommen Erzherzog verdanken, da er es unter dem lateinischen Titel "Maria Auxiliatrix" (Maria Helferin) verehrte.
  • 1615 Der Bayerische Herzog Maximilian I. lässt eine Marienstatue von Hans Krumper anfertigen und an der Residenz anbringen. Sie erhält ein Jahr darauf von ihm den Titel "Patrona Bavariae". Zugleich führt er den 14. Mai als Festtag der Patrona Bavariae für das Königreich Bayern ein.
  • 1625 Verzicht Leopolds V. auf das Bischofamt. Er nimmt sein privates Gnadenbild mit nach Innsbruck.
  • 1639 Kurfürst Maximilian lässt in München eine Mariensäule errichten.
  • 1683 erhält die Anrufung der Hilfe Mariens in der Türkennot (2. Wiener Türkenbelagerung) auch eine politische Dimension. Der Sieg am Fest Mariä Namen (12. September) über die Türken vor Wien wird der Hilfe Mariens zugeschrieben.
  • 1684: Die erste Maria-Hilf-Bruderschaft (1839 von Papst Gregor XVI. zur Erzbruderschaft erhoben) wird in München-St. Peter gegründet.

  • 1686 bis 1689 läßt Kaiser Leopold I. zusammen mit Fürst Paul Esterházy als Dank in Wien eine mächtige barocke Maria Hilf-Kirche erbauen. Noch während des Baus entwickelte sich ein beachtlicher Wallfahrtsbetrieb.
  • 1692: P. Marco bittet den Kaiser, er möge die seit 1677 bestehende Leopoldi-Kapelle auf dem Kahlenberg (dann Leopoldsberg) revnovieren lassen und dort eine Kopie des Maria-Hilf-Bildes anbringen lassen.
  • 1758: Die Wiener Mariahilferkirche ist endgültig fertiggestellt. Das Maria Hilf-Bild wird in Anwesenheit von Kaiserin Maria Theresia auf den Hochaltar übertragen.
  • 1814 führt Papst Pius VII. für den 24. Mai das Fest „Maria Hilfe der Christen“ ein als Dank für die Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft. Im Volk als "Schutzmantelfest" bezeichnet.
  • 1850 entstand die Ordensgemeinschaft Barmherzige Brüder von Maria Hilf.

Don Bosco und die Maria-Hilf-Verehrung

Seit 1862 sind es vor allem die Salesianer Don Boscos, die die Verehrung Mariens unter diesem Titel verbreiten, nachdem der heilige Don Bosco den Titel „Maria Helferin“ für Salesianer eingeführt hat.

Die Maria-Hilf-Basilika in Valdocco bei Turin:

  • Beginn der Bauarbeiten im Herbst 1863
  • Weihe am 9. 6. 1868 - das Hauptaltarbild wurde zum Vorbild für zahlreiche Maria-Hilf-Statuen in aller Welt.

Don Bosco hat auch den weiblichen Zweig der Salesianischen Familie „Töchter Mariä, Hilfe der Christen“ (Figlie di Maria Ausiliatrice) gegründet, die heute aber im deutschsprachigen Raum unter Don-Bosco-Schwestern bekannter sind.

Nach dem ersten Besuch von Papst Johannes Paul II in Turin (1980) kommt es zur Wiederbelebung der Monatsschrift "Maria Ausiliatrice".

Don Bosco selbst vertraute eines Tages einem seiner ersten Salesianer, Don Cagliero, dem großen Missionar von Lateinamerika und späteren Kardinal, folgendes an:
Die Madonna will, dass wir sie unter dem Titel der Helferin verehren: Die Zeiten sind so traurig, und wir haben es nötig, dass die Heilige Jungfrau uns helfe, den christlichen Glauben zu bewahren und zu verteidigen."

Don Bosco schreibt:
„Von der Höhe ihres Thrones der Herrlichkeit wendet Maria ihren mütterlichen Blick und sagt: Ich wohne auf dem höchsten Thron der Herrlichkeit, um alle, die mich lieben, mit Segen zu bereichern und sie mit himmlischen Gnaden zu erfüllen.
Deshalb begann seit ihrer Aufnahme in den Himmel die andauernde und nie unterbrochene Zuwendung der Christen zu Maria; man habe nie gehört, so sagt der hl. Bernhard, dass jemand, der sich mit Vertrauen an diese barmherzige Jungfrau gewandt habe, nicht erhört worden sei."

Don Bosco selbst empfahl seinen Salesianern, wo immer in der Welt sie sich befänden, die Verehrung der Madonna unter dem Titel der Helferin zu verbreiten. Deshalb spricht man heute von Maria, der Helferin, als der Madonna Don Boscos.