Die Mutter Gottes wird in der römisch-katholischen Kirche
auch unter dem Titel "Maria, Hilfe der Christen"
verehrt.
Dieser Titel findet sich um 1500 in der Lauretanischen
Litanei und hat wohl von dorther Lucas Cranach,
den Älteren, dazu animiert in der ersten Hälfte des
16. Jh. sein Gnadenbild Mariahilf zu malen,
das zum mütterlichen Ur-Typ vieler Maria-Hilf-Bilder wurde.
Vor allem in Wien, Innsbruck, Passau, Bozen und Benediktbeuern
werden Nachahmungen dieses Bildes verehrt wird.
Die Benennung eines Stadtteils Wiens mit Mariahilf
ist ein besonderes Kennzeichen der Verehrung von "Maria,
Hilfe der Christen" durch das österreichische Kaiserhaus.
Auch die Filialkirche
unserer Pfarre in der Erzherzog-Karl-Straße wurde 1980
"Maria, Hilfe der Christen" geweiht.
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Evangelium (Lk
1, 39-46)
Der Mächtige hat Großes an mir getan: er
erhöht die Niedrigen
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg
und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging
in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das
Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet
ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die
Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich
deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude
in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt,
was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe
des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn
der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name
ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über
alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle
Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt
die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt
die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel
an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen
hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr;
dann kehrte sie nach Hause zurück.
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Auszug aus der Geschichte der Maria-Hilf-Verehrung: |
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- um 1500: Lauretanische Litanei mit "Hilfe
der Christen"
- Erste Hälfte 16. Jahrhundert (1514 oder 1537),
Dresden: Lukas Cranach, der Ältere (1472-1553)
malt sein Marienbild, den Ur-Typ vieler Maria-Hilf-Bilder.
Es war zunächst bestimmt für die Heiligkreuzkirche
in Dresden.
- 1611, Dresden: Das cranachsche Marienbild
kam in die Gemäldegalerie des sächsischen
Kurfürsten nach Dresden.
1611, Passau: Der Bruder des katholischen Kaisers
Ferdinand II., Erzherzog Leopold V., zu dieser Zeit noch regierender
Erzbischof von Passau, kam in diplomatischer Mission nach Dresden.
Der protestantische Kurfürst bot dem Staatsbesuch
an, sich aus seiner Gemäldegalerie ein Gastgeschenk auszuwählen.
Obwohl es weit wertvollere Bilder gab, entschied er sich für
das Maria Hilf-Bild und ließ es nach Passau in
seine bischöfliche Privatkapelle bringen. Er ist
der erste Verehrer dieses Bildes, auf all seinen Reisen nahm
er das Bild mit. Auch den Namen "Maria Hilf" dürfte
es dem frommen Erzherzog verdanken, da er es unter dem lateinischen
Titel "Maria Auxiliatrix" (Maria Helferin)
verehrte.
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- 1615 Der Bayerische Herzog Maximilian I.
lässt eine Marienstatue von Hans Krumper
anfertigen und an der Residenz anbringen. Sie erhält ein
Jahr darauf von ihm den Titel "Patrona Bavariae".
Zugleich führt er den 14. Mai als Festtag der Patrona Bavariae
für das Königreich Bayern ein.
- 1625 Verzicht Leopolds V. auf das Bischofamt.
Er nimmt sein privates Gnadenbild mit nach
Innsbruck.
- 1639 Kurfürst Maximilian lässt
in München eine Mariensäule
errichten.
- 1683 erhält die Anrufung der
Hilfe Mariens in der Türkennot (2. Wiener Türkenbelagerung)
auch eine politische Dimension. Der Sieg am Fest Mariä
Namen (12. September) über die Türken vor Wien wird
der Hilfe Mariens zugeschrieben.
- 1684: Die erste Maria-Hilf-Bruderschaft
(1839 von Papst Gregor XVI. zur Erzbruderschaft erhoben) wird
in München-St. Peter gegründet.
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- 1686 bis 1689 läßt Kaiser Leopold
I. zusammen mit Fürst Paul Esterházy als Dank in
Wien eine mächtige barocke Maria Hilf-Kirche erbauen. Noch
während des Baus entwickelte sich ein beachtlicher Wallfahrtsbetrieb.
- 1692: P. Marco bittet den Kaiser, er möge
die seit 1677 bestehende Leopoldi-Kapelle auf dem Kahlenberg
(dann Leopoldsberg) revnovieren lassen und dort eine Kopie
des Maria-Hilf-Bildes anbringen lassen.
- 1758: Die Wiener Mariahilferkirche
ist endgültig fertiggestellt. Das Maria Hilf-Bild wird
in Anwesenheit von Kaiserin Maria Theresia auf den Hochaltar
übertragen.
- 1814 führt Papst Pius VII.
für den 24. Mai das Fest „Maria
Hilfe der Christen“ ein als Dank für die Befreiung
aus der napoleonischen Gefangenschaft. Im Volk als "Schutzmantelfest"
bezeichnet.
- 1850 entstand die Ordensgemeinschaft
Barmherzige Brüder von Maria Hilf.
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Don Bosco und die Maria-Hilf-Verehrung |
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Seit 1862 sind es vor allem die
Salesianer Don Boscos, die die Verehrung Mariens unter diesem
Titel verbreiten, nachdem der heilige Don Bosco den Titel
„Maria Helferin“ für Salesianer eingeführt
hat.
Die Maria-Hilf-Basilika in Valdocco bei Turin:
- Beginn der Bauarbeiten im Herbst 1863
- Weihe am 9. 6. 1868 - das Hauptaltarbild
wurde zum Vorbild für zahlreiche Maria-Hilf-Statuen in
aller Welt.
Don Bosco hat auch den weiblichen Zweig der Salesianischen
Familie „Töchter Mariä, Hilfe der Christen“
(Figlie di Maria Ausiliatrice) gegründet, die heute aber
im deutschsprachigen Raum unter Don-Bosco-Schwestern
bekannter sind.
Nach dem ersten Besuch von Papst Johannes Paul II in
Turin (1980) kommt es zur Wiederbelebung der Monatsschrift
"Maria Ausiliatrice".
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Don Bosco selbst vertraute eines
Tages einem seiner ersten Salesianer, Don Cagliero, dem großen
Missionar von Lateinamerika und späteren Kardinal, folgendes
an:
„Die Madonna will, dass wir sie unter dem Titel
der Helferin verehren: Die Zeiten sind so traurig, und
wir haben es nötig, dass die Heilige Jungfrau uns helfe,
den christlichen Glauben zu bewahren und zu verteidigen."
Don Bosco schreibt:
„Von der Höhe ihres Thrones der Herrlichkeit wendet
Maria ihren mütterlichen Blick und sagt: Ich wohne auf dem
höchsten Thron der Herrlichkeit, um alle, die mich lieben,
mit Segen zu bereichern und sie mit himmlischen Gnaden
zu erfüllen.
Deshalb begann seit ihrer Aufnahme in den Himmel die andauernde
und nie unterbrochene Zuwendung der Christen zu Maria; man habe
nie gehört, so sagt der hl. Bernhard, dass jemand, der sich
mit Vertrauen an diese barmherzige Jungfrau gewandt habe,
nicht erhört worden sei."
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| Don Bosco selbst empfahl seinen Salesianern,
wo immer in der Welt sie sich befänden, die Verehrung
der Madonna unter dem Titel der Helferin zu verbreiten.
Deshalb spricht man heute von Maria, der Helferin, als der
Madonna Don Boscos. |
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