Das "Kirchenjahr"
Fastenzeit

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Der Osterfestkreis wird in zwei bzw. drei Teile gegliedert:

Am Aschermittwoch beginnt die 40tägige Fastenzeit, auch Quadragesima (Zeit der 40 Tage) genannt.
Die Heilige Woche beginnt mit Palmsonntag und endet mit der Osternacht.
Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten werden als "Sonntage in der Osterzeit" bezeichnet.

Aschermittwoch bis Palmsonntag

Im christlichen Festkalender geht die österliche Fastenzeit (Quadragesima) dem Osterfest voran. Der Termin der Fastenzeit ist daher "beweglich" und definiert sich im Verhältnis zu Ostern durch die Länge der Fastenzeit (40 Tage).

In Bezug auf das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4, 2) legte die Kirche die Länge der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte fest. Die in 40 Einheiten zu teilende Zeitspanne bezeichnet die erdzugewandte Vielfalt und kommt in der Bibel mehrfach vor: 40 Jahre wandern die Israeliten durch die Wüste (Ex 16,35), 40 Tage begegnet Moses Gott auf dem Sinai (Ex 24,18), 40 Tage wandert Elias zum Berg Horeb (1 Kön 19,8), 40 Tage fastet Jesus in der Wüste (Mt 4,2; Lk 4,2) und 40 Tage nach der Auferstehung (= Ostern) feiert die Kirche Christi Himmelfahrt (Apg 1,3).

Der Beginn der Fastenzeit liegt auf einem Mittwoch (Aschermittwoch) und das Ende der Faschingszeit auf dem Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern (Invocabit). Als die Synode von Benevent 1091 die Sonntage in der Fastenzeit als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausnahm, rückte deshalb der Beginn der Fastenzeit um 6 (Wochen-) Tage vor. Der 4. Fastensonntag wird "Laetare" genannt, der 6. Fastensonntag ist der Palmsonntag.

Die liturgische Farbe der Fastenzeit ist Violett. Sie ist die Farbe der Buße, des Gebetes und der ernsten Besinnung. Zugleich erinnert sie, da sie dem Purpur entspricht, das zur Zeit Jesu aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wurde, an den Purpurmantel, den der Herr zum Spott umgehängt bekam vor seiner Kreuzigung.

Die Fastenzeit gilt als gebundene Zeit, denn in dieser Zeit waren die Christen an Verpflichtungen gebunden. Sie dient der Vorbereitung und Einstimmung auf das Osterfest und ist gleichzeitig auch eine Zeit der Buße. Der eigene Verzicht sollte anderen zugute kommen. Die Fastenzeit stellt das Leben weniger als Geschenk dar, sondern als Aufgabe. Die Einführung einer solchen Zeit der Besinnung, der Reinigung ist keine Erfindung des Christentums, sondern findet sich in vielen Kulturen und Religionen. Dass sich die Haltung des Umdenkens, der Buße in Handlungen und Werken ausdrückt, ist anthropologisch notwendig, damit der Sinn dieser Zeit vollzogen wird.

Fasten, Almosen geben, beten sind die Elemente der Fastenzeit. Während früher der Speisezettel in der Fastenzeit geändert wurde, vor allem durch den Verzicht auf Fleisch, und Tanzveranstaltungen teilweise sogar durch Gesetze verboten waren, bringt heute die Fastenzeit kaum eine Veränderung. Vorschläge, auf Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten zu verzichten, dürften sich kaum in den Umsätzen des Handels niederschlagen. Heute sind nur noch Aschermittwoch und Karfreitag sogenannte strenge Fasttage, an denen die Katholiken sich nur einmal am Tag sattessen und auf Fleisch verzichten sollen.

Aschenkreuz: (Achermittwoch)

In christlichen Gemeinden wird als Symbol der Buße und Reinigung am Aschermittwoch das Aschenkreuz vom Priester auf die Stirn der Gläubigen gezeichnet oder auf den Kopf gestreut. Die Asche für das Aschenkreuz wird aus den verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen gewonnen, die am vorjährigen Palmsonntag gesegnet wurden.

Bei dieser Kreuzzeichnung spricht der Priester die Worte: "Gedenke Mensch, daß du aus Staub bist und zum Staub wirst du zurückkehren" oder "Kehrt um und glaubt dem Evangelium".

Asche ist das Symbol der Vergänglichkeit und das zentrale Symbol des Aschermittwoch. Mit dem Aschekreuz, das sich die Christen im Gottesdienst auf die Stirn zeichnen lassen, bekunden sie die Bereitschaft zur Umkehr und zu einem Neubeginn. Sich fastend einschränken, beim Essen und Trinken wie auch beim Konsum von Genussmitteln und möglicherweise anderen Genüssen, die vielleicht schon alltäglich geworden sind, ist eine Grundvoraussetzung zur Gesundung von Leib und Seele.


Sonntag Laetare: (4. Fastensonntag = Freudensonntag)

Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam" (Jes 66, 10; Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt.)
Nachdem in den bisherigen Sonntagslesungen der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott zur Sprache kam, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter. Dass Gott aus freien Stücken Erlösung schenkt, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!


Palmsonntag: (Sonntag vor dem Ostersonntag)

Mit dem Palmsonntag (lateinisch dies florum, dies palmarum) beginnt die Karwoche. Der Sonntag vor Ostern steht im Zeichen des Einzuges Jesu in Jerusalem und führt das österliche Erlösungswerk in der Katholischen Kirche einschließlich des Karsamstag zum Osterfest hin.

Im ersten (neuen) Testament wird berichtet, daß Jesus vor dem jüdischen Paschafest vom Ölberg auf einem Esel in Jerusalem einreitet. Für die Bevölkerung war er der Messias. Sie jubelten ihm zu und breiteten ihre Kleider sowie Palmzweige und Ölbaumzweige auf der Straße aus. Dabei riefen Sie: "Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe".

Auf diese Begebenheit geht unser Palmsonntag zurück. Er ist untrennbar mit der darauffolgenden Passionswoche verbunden, welche für den christlichen Glauben eine zentrale Bedeutung hat, weil sie an den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus erinnert.

Seit dem 4. Jahrhundert wird im byzantinischen Liturgiebereich des Einzugs Jesu in Jerusalem in Form einer Prozession gedacht. Die Palmen stehen dabei als Symbol für den Einzug Jesu und dessen Huldigung.
Wenn wir nun am Palmsonntag mit Palmkätzchen eine Prozession halten, so drücken wir damit aus, dass wir, so wie die Menschen damals vor Jerusalem, Jesus in unserer Mitte haben wollen und ihn begrüßen. Es ist Ausdruck unserer Freude und unseres Jubels. Wenn wir die Zweige dann nach Hause mitnehmen und hinter ein Kreuz oder Heiligenbild stecken, so soll uns das das ganze Jahr über daran erinnern, dass wir in unserem Leben Jesus folgen wollen.
Warum verwenden wir allerdings die Kätzchenzweige von den Weiden? - Bei uns wachsen ja keine Palmen. Weil der Palmsonntag am Beginn des Frühjahres liegt, hat sich der Brauch eingebürgert, die Zweige der ersten frühlingshaften Regung der Natur als Palmenersatz zu verwenden. Von daher haben die Kätzchen schließlich auch ihren Namen: Palmkätzchen.


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