Thema Oktober 2011 01 / 282 22 44
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Beten hilft! - Hilft beten?


"Da hilft nur noch beten!" - so sagt man oft in Situationen, die aussichtslos erscheinen. Da hilft nur noch beten!? - Aber ist das überhaupt die Aufgabe eines Gebets, einen Zustand herbeizuführen, der ohne es nicht eingetreten wäre? Was ist eigentlich die Aufgabe von Gebeten? Was heißt das überhaupt: Beten?

Beten, also das persönliche oder gemeinschaftliche Anrufen von Gott, Göttern oder des "Transzendenten", ist der Grundakt jeder Religion.

Damit Beten überhaupt Sinn hat, bedarf es einiger Voraussetzungen: zunächst einmal braucht ein Gebet ein Gegenüber: die Vorstellung eines persönlichen Gottes ist unabdingbar. Dieser persönliche Gott muss auch empfänglich sein für eine derartige Form der Zwiesprache. Er muss omnipräsent sein, das heißt überall zugegen. Ansonsten müsste sich der Betende erst an einen bestimmten Ort begeben, damit sein Gebet überhaupt ankommen kann.

Betende Hände<?=  ?>

Häufig denkt man an eine bestimmte Form des Gebetes - wie es auch der eingangs erwähnte Ausruf nahelegt: Gott wird um etwas gebeten. Aber ist es nicht paradox, zu meinen, der unveränderliche Wille Gottes könne durch menschliche Gebete geändert werden? Manche Religionsgelehrte und Theologen bestreiten diese Möglichkeit. Das Zeugnis der Bibel ist jedoch ein anderes: "Bittet, dann wird euch gegeben" - so heißt es in Lk 11,9.

Betendes Kind

Doch um etwas zu bitten ist nicht die einzige Motivation für das Gebet. Der Katechismus der Katholischen Kirche unterscheidet neben dem Bittgebet folgende Formen des Gebets:

  • Fürbittgebet: das Eintreten für andere bei Gott und die Bitte für sie
  • Dankgebet
  • Segen und Anbetung
  • Lobgebet: es besingt Gott um seiner selbst willen. Es erweist ihm Ehre, weil er ist.

Aber wie ist das nun: Hilft beten? Je nach obiger Form des Gebetes hat diese Frage eine unterschiedliche Bedeutung. Diese Bedeutung wird für das Bittgebet eine andere sein als für eine Anbetung.

Pater Anselm Grün nennt verschiedene Erklärungsversuche, warum und wie Beten hilft. Seine erste Erklärung: Beten verwandelt mich. Ich schöpfe im Beten neue Hoffnung für die Situation. So gehe ich entspannter in die Situation und das verändert auch die anderen Menschen. Das ist eine psychologische Erklärung.


Auch seine zweite Erklärung liegt auf der psychologischen Ebene: Das Beten erzeugt eine Schwingung. Die Gedanken, die ich im Gebet habe, wirken sich in der Atmosphäre aus und erreichen so auch die anderen Menschen. Gott kommt erst durch seine dritte Erklärung ins Spiel: Ich vertraue darauf, dass Gott mein Bitten hört und dass er durch seinen Geist in mir und in den Menschen, für die ich bete, wirkt. Dieses Wirken können wir nicht näher erklären. Aber die Menschen aller Zeiten haben diesen Glauben gehabt, dass unser Beten nicht wirkungslos bleibt, sondern dass Gott unser Beten hört und erhört. Allerdings überlassen wir es immer Gott, wie er wirkt und handelt auf unser Gebet hin. So mündet jedes Gebet letztlich in "Dein Wille geschehe!"

Ja, Beten hilft! Allerdings nicht in der Form eines Automats - oben werfe ich ein Gebet hinein - unten kommt das Gewünschte heraus. Auch die Bitte Jesu am Ölberg, dass "dieser Kelch an ihm vorübergehe" wurde nicht erfüllt. Aber jedes Gebet - in jeder Form - bringt den Betenden in eine Kommunikation mit Gott, also mit der Wahrheit - und jedes Gebet ist somit ein Schritt hin zum Ewigen Leben.

Kreuzgang

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Quellen: liborius.de - Warum Beten hilft
Zwischen Bangen und Hoffen - Hilft Beten?
Katechismus der Katholischen Kirche

(Josef Falk)