Thema Juni 2009 01 / 282 22 44
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Zauberwort "Medienkompetenz"


Spielkonsole und Handy, Computer, Internet und viele neue Fernsehsender - die Medienlandschaft hat sich rasant gewandelt. Immer dann, wenn negative Seiten dieser Entwicklung - Gewalt-Computerspiele nach einem Amoklauf beispielsweise - Schlagzeilen machen, wird der Ruf nach "Medienkompetenz" besonders laut.

Medien

Was ist unter "Medienkompetenz" zu verstehen? Medienkompetenz soll den Nutzer befähigen, die neuen Möglichkeiten der Informationsverarbeitung souverän handhaben zu können. Auch der humane Fortschritt verläuft heute über elektronische Technologien. Um an ihm teilhaben zu können, benötigen wir nicht nur Anschlüsse, um ans Netz gehen zu können. Wir müssen uns in der computerisierten Medienwelt auch zurechtfinden. Medienkompetenz will genau dies ermöglichen. Zusammengefasst ist Medienkompetenz die Fähigkeit, Medien zu nutzen, zu verstehen und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen zu können.

"Die Ausgabe einer Tageszeitung verbreitet mehr Wissen, als ein Mensch im 13. Jahrhundert während seines Lebens aufgenommen hat." Mit dieser These begrüßte MDR-Direktor Werner Dieste die Teilnehmer. Wie soll man - wie sollen vor allem junge Menschen - mit dieser Informationsflut umgehen?


Den Heranwachsenden müsse für ihre Mediennutzung ein Rahmen festgelegt werden, in dem ihnen dann Verantwortung übertragen wird, meint der Erfurter Erziehungswissenschafter Burkhard Fuhs. Dabei komme dem Medienverhalten der Eltern eine Vorbildfunktion zu. "Wenn Eltern nach der Arbeit ihre Freizeit vor dem Fernseher verbringen, warum sollten Kinder dann im Freien statt am Computer spielen?".

Man soll aber auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Trotz der problematischen Seiten vieler Medienprodukte und des Internets (gefährliche Inhalte, Webung, Umgang mit persönlichen Informationen) sollten Medien nicht als Risiko betrachtet werden, sondern als etwas, das selbstverständlich zum Alltag gehöre. Wer mit Medien kompetent umgehen kann, könne den Mediendschungel für sich übersichtlich machen.

Konzilseröffnung

Der Münchner Jesuitenpater und Pädagoge Rüdiger Funiok wies auf vier Gruppen hin, die in der Medienerziehung Mitverantwortung tragen: Lehrer, Eltern, Staat/Gesellschaft und der Einzelne.

Medienkompetenz

Lehrer sollen mit ihren Schülern über den Umgang mit Medien kritisch nachdenken, beispielsweise bei der Überlegung, welche persönlichen Informationen man von sich im Internet preisgibt.

Eltern komme die Aufgabe zu, ihre Kinder in der Mediengesellschaft zu erziehen und zu begleiten. Dabei solle jedoch respektiert werden, dass junge Menschen auch beim Umgang mit Medien einen Freiraum brauchen.

Gesellschaft und Staat seien für die Medienordnung zuständig. Hier gehe es um gesetzliche Schutzvorschriften, aber auch um positive Anreize, etwa in Form von Preisen für gute Internetseiten oder PC-Spiele.

Letztlich trage aber auch jeder Einzelne für seine Mediennutzung Verantwortung, z. B. durch teilweisen Medienverzicht. Die eigenen Medienbedürfnisse müssten durch Auswahl und auch durch "Zeiten der Stille" kultiviert werden.


Was meinen Sie?

  • Beurteilen Sie die zahlreichen neuen Informationsmöglichkeiten durch die neuen Medien als vorteilhaft?
  • Oder aber laufen wir - speziell die jungen Menschen - Gefahr, den Überblick zu verlieren und im Informationsüberangebot zu ersticken?
  • Kann etwas getan werden, um dem Einzelnen beim Umgang mit Medienangeboten zu unterstützen?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Computerspielen, Internet und dergleichen mit gesteigerter Gewaltbereitschaft?

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Quellen: Tag des Herrn
mediaculture
Deutscher Journalisten-Verband

(Josef Falk)