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Auferstehung - Ist das möglich?


"Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen" (Lk 24,34) - diese Worte gaben der Geschichte um Jesus die entscheidende Wendung. Jesus schien mit seiner Lehre gescheitert - schändlich hingerichtet, von der Mehrzahl seiner Anhänger verlassen. Und in diese Hoffnungslosigkeit hinein, die Worte "Der Herr ist wirklich auferstanden.".

"Der Herr ist auferstanden". Aber kann man das heute noch glauben? Heute, in unserer aufgeklärten Zeit - in der kein Platz mehr für Gott zu sein scheint. Die Zweifel sind groß. Laut manchen Umfragen glauben nur 60 % der Katholiken an die Auferstehung Christi.

Bis ins ausgehende Mittelalter war es für Christen kein Problem, an das Wunder der Auferstehung zu glauben. Erst mit der Aufklärung setzten Fragen ein: Kann das, was in den Evangelien und in den Paulusbriefen über Ostern berichtet wird, wahr sein? Hat Jesus das Grab lebendig verlassen? Wie soll man mit diesem Geschehen umgehen, das allen Gesetzen der Naturwissenschaft widerspricht?

Charles Darwin

Auch viele Theologen zweifeln an dem Faktum der Auferstehung Christi: So ist für den evangelischen Theologen Willi Marxsen die Auferstehung Jesu kein historisches Ereignis, sondern eine zeitgebundene Interpretation. Historisch lasse sich nur feststellen, dass Menschen nach dem Tode Jesu etwas berichteten, das sie als Sehen Jesu bezeichneten.

Auferstehung

Der Neutestamentler Gerd Lüdemann, der sich letztendlich vom Christentum losgesagt hat, vertritt die These: Jesu plötzlicher Tod habe den Trauerprozess bei Petrus blockiert. Um seine Schuldgefühle gegenüber dem von ihm verratenen Toten zu bewältigen, sei seine Vision von der Begegnung entstanden, woraus sich schließlich eine Massensuggestion entwickelte.

Andere - wie Friedrich Schleiermacher (1786 - 1834) und nach ihm viele andere bis hin zum katholischen Buchautor Franz Alt gingen davon aus, Jesus sei nur scheintot gewesen, als er bestattet wurde und sei anschließend kurzzeitig ins Leben zurückgekehrt.


Dürfen wir Gott nicht mehr zutrauen? Der Gott, der - so beten wir es jeden Sonntag - Schöper des Himmels und der Erde ist, soll es ihm nicht möglich sein, ein Zeichen zu setzen? Ein Zeichen, an dem wir sehen können, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Ja, die Auferstehung widerspricht den Naturgesetzen, so wie wir sie kennen. Aber muss sich Gott den Naturgesetzen unterordnen oder ist er der Herr über sie?

Jeder Versuch, die Auferstehung biologisch oder medizinisch erklären zu wollen, muss scheitern. Alle Wissenschaft beruht auf menschlichen Erfahrungen. In der Auferstehung Jesu offenbart sich eine rätselhafte und todüberwindende Macht. Vom Tod haben wir keine Erfahrung, lediglich vom Leben - bis nah an den Tod heran.

Auch wenn der Vorgang der Auferstehung Christi ein Vorgang ist, für die vergleichbare Erfahrungen fehlen - ist sie doch DAS begründende Ereignis schlechthin für den christlichen Glauben - ohne Glaube an die Auferstehung kein Christentum. Und gerade weil sie so einzigartig ist, ist sie ein deutliches Zeichen für die Gottheit Jesu.

Auferstehung

Was denken Sie über die Auferstehung?

  • Halten Sie die Auferstehung Jesu für ein reales historisches Ereignis?
  • Oder hat sie nur symbolische Bedeutung für die Wertschätzung, die der Mensch Jesus bei seinen Jüngern hatte?
  • Wie vertrauenswürdig sind diesbezüglich die Berichte in der Bibel?
  • Inwieweit ist man überhaupt Christ, wenn man nicht an die Auferstehung glaubt?

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Quellen: Die Auferstehung Jesu - Realität oder Humbug?
Zum Glauben an die Auferstehung gibt es keine Alternative
Ist die Auferstehung ein historisches Ereignis?
Die Auferstehung, Basis der christlichen Hoffnung
Die Auferstehung Jesu, Zentrum unseres Glaubens

(Josef Falk)