Thema März 2009 01 / 282 22 44
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Hat Gott die Welt erschaffen? - 200 Jahre Darwin.


Hat Gott die Welt erschaffen? Stimmt die Evolutionstheorie? Oder aber sind diese beiden Fragen vielleicht gar kein Widerspruch?

Diese Fragen beschäftigen die Menschen - insbesondere die gläubigen - seit Charles Darwin die Evolutionstheorie formuliert hat.

Charles Darwin

Dieser Tage wurde nun des 200. Geburtstags des Naturwissenschafters Charles Darwin gedacht. Darwin wurde am 12. Februar 1809 in Shrewsbury/England geboren. Sein Schlüsselerlebnis und die Grundlage für sein späteres Werk war eine fast fünf Jahre andauernde Reise mit der HMS Beagle. Bereits 1839 entwarf Darwin seine Theorie der Anpassung an den Lebensraum durch Variation und natürliche Selektion.

Diese "Evolutionstheorie" sagt - vereinfacht ausgedrückt - Folgendes: In allen Lebewesen kommt es ständig zu "Mutationen" - das heißt zu Änderungen in den Genen. Diese Veränderungen bewirken natürlich auch Änderungen des äußeren Erscheinungsbildes. Manche dieser Änderungen verschaffen dem Lebewesen Vorteile in bezug auf seine Umwelt. Zum Beispiel könnte eine Mutation bewirken, dass einzelne Individuen einer Tierart ein dickeres Fell als andere bekommen. Wenn diese Art nun in einer kalten Klimazone lebt, dann führt die Genveränderung dazu, dass jene Individuen mit diesem veränderten Gen einen Vorteil gegenüber allen anderen haben - sie werden eher überleben und sich stärker fortpflanzen. Auf lange Sicht verdrängen nun die Tiere mit dem veränderten Gen alle anderen (Selektion) - und die Art, die zuerst nur ein dünnes Fell hatte, hat nun ein dickes.


Auf diese Art erklärt Darwins Evolutionstheorie, dass sich alle heute existierenden Lebewesen - auch der Mensch - durch Mutation und Selektion aus wenigen Tierarten - oder überhaupt nur aus einer - entwickelt haben.

Diese Ansicht stand natürlich in Konflikt mit einer wörtlichen Auslegung des biblischen Schöpfungsberichts, in der die gesamte Welt mit allen Lebewesen in sechs Tagen von Gott erschaffen wurde.

Obwohl es auch heute noch Christen gibt, die die biblischen Schöpfungsberichte wörtlich nehmen möchten (Kreationisten), waren diese von Haus aus nicht als wissenschaftliche Tatsachenberichte gedacht. Warum sonst würden wir gleich am Anfang der Bibel zwei Schöpfungsberichte finden, die einander noch dazu in Details widersprechen?

Darwin Abstammung
Michelangelo

Der Glaube an Gott als Schöpfer und die Evolutionstheorie sind also durchaus kein Widerspruch. Vielleicht ist die Evolution mit ihren Konzepten von Mutation und Selektion genau das Werkzeug Gottes um den Menschen als sein Ebenbild hervorzubringen.

Die Verdienste des Charles Darwin als Naturwissenschafter sind unbestritten. Trotzdem ist seine Evolutionstheorie nicht in der Lage, die gesamte Welt zu erklären. Die Tageszeitung "Die Welt" hat 10 Fragen an die Evolutionstheorie formuliert. Die wichtigsten davon sind folgende:

  • Wie entstand das Leben? Die Evolutionstheorie kann erklären, wie aus etwas bestehendem Lebendigen etwas anderes wird. Es ist jedoch völlig ungeklärt, wie aus unbelebter Chemie Einzeller entstehen können und wie der anschließende Schritt vom Einzeller zum Mehrzeller abläuft.

  • Wie entstand das Gehirn? Wie ist es möglich, dass etwas so Komplexes wie das menschliche Gehirn durch zufällige Genveränderungen entsteht? Reichen die langen Zeiträume, die dafür zur Verfügung standen, aus? Und ist der Sprung zum Bewusstsein, zum Denken, nicht noch einmal etwas ganz Anderes? Kann das durch Genveränderungen erklärt werden?

  • Gene sind nicht alles! Menschen und Affen sind in ihrem Genom fast identisch. Warum ist dann der Mensch zu großartigen Kulturleistungen fähig - und der Affe nicht. Was existiert da noch, woran dieser Unterschied liegt?


Was ist Ihre Meinung?

  • Wer hat recht? Charles Darwin oder die Bibel?
  • Ist es möglich, dass beide recht haben?
  • Ist es möglich, mit der Evolutionstheorie zu beweisen, dass es Gott nicht gibt?
  • Wie soll sich die Kirche zu diesen Fragen verhalten?

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Quellen: Welt Online
wikipedia

(Josef Falk)