Thema März 2008 01 / 282 22 44
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150 Jahre Lourdes

"Aquerò" nannte sie es zunächst - sehr bescheiden, mit respektvoller Ehrfurcht. "Aquerò" heißt in ihrem lokalen Pyrenäendialekt ungefähr "Das da".

"Das da" erschien der 14-jährigen Bernadette Soubirous zum ersten Mal am 11. Februar 1858. Beim Holzsammeln an den Ufern des Gave trat dieses "Das da" in das Leben dieses Mädchens. In der Grotte von Massabielle erblickte Bernadette "eine weiß gekleidete Dame: Sie hatte ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine goldene Rose in der Farbe ihres Rosenkranzes auf jedem Fuß".


Bernadette lebt in armen Verhältnissen. Die Familie haust im ehemaligen Gefängnis von Lourdes. Es ist ein feuchtes Loch - besonders ungesund für Bernadette, die schwach und krank ist. Sie leidet an Tuberkulose und Asthma. Die Eltern verbieten Bernadette, erneut zur Grotte zu gehen. Aber die Kleine hat einen starken Willen. Sie fühlt sich von dem Ort angezogen. Sie will die Erscheinung unbedingt wiedersehen.

Viele halten Bernadette für verrückt. Doch die Geschichte der Erscheinungen spricht sich in der Gegend herum. Immer mehr Menschen begleiten das Mädchen auf dem Weg zur Grotte. Sie sehen, wie Bernadette eines Tages ein Loch buddelt, sich mit dem schlammigen Wasser das Gesicht benetzt und davon trinkt - auf Geheiß der Erscheinung, sagt Bernadette. Wenige Tage später passiert in dem Wasser der Quelle das erste Wunder: Eine Frau taucht ihren gelähmten Arm ein, der anschließend sofort beweglich ist. Die Geschichte der wundersamen Heilungen beginnt.

Bis zum 16. Juli 1958 erscheint die "schöne Dame" der Bernadette Soubirous insgesamt 18 Mal, zuletzt gibt sie sich als die "Unbefleckte Empfängnis" zu erkennen. Die Gottesmutter selbst habe sie beauftragt, eine Kapelle zu errichten und Wallfahrten abhalten zu lassen, berichtet Bernadette.

Bernadette Soubirous
Lourdes

Die Marienerscheinungen in Lourdes fallen in eine schwierige Zeit für den christlichen Glauben: Die alten Fundamente des Glaubens hatten längst dicke Risse bekommen. Das Gebäude der Kirche war baufällig, konnte dem Druck des menschlichen Freiheitsdrangs, den Ideen der Aufklärung, des Liberalismus und Materialismus kaum mehr standhalten. Die Vernunft trat mit den Waffen der Wissenschaft an, gegen die metaphysische Theologie, gegen den Glauben, gegen die Religion. Nicht die göttliche Offenbarung, die Kraft des Verstandes schafft Erkenntnis. In dieses Klima hinein fallen die Ereignisse von Lourdes.

Heute besuchen jedes Jahr rund sechs Millionen Menschen Lourdes. Von den Millionen Pilgern haben bisher 7000 öffentlich behauptet, eine wundersame Heilung erlebt zu haben. 67 dieser Fälle wurden offiziell von katholischer Seite als Wunderheilungen klassifiziert. Zuletzt wurde 1999 nach zwölfjähriger Untersuchung die Heilung eines an Multipler Sklerose erkrankten Pilgers in dieser Form bestätigt.

Wenn man das Ganze wissenschaftlich betrachtet, sagt Dr. Patrick Theillier, der das medizinische Büro der Wallfahrtsstätte leitet, werde man zu keiner Erklärung kommen. "Die Ärzte, die nicht gläubig sind, bewerten die Heilung als eine Tatsache, die man nicht verstehen kann, weil es sich um Ausnahmefälle der Medizin handelt. Wenn man ein solches Phänomen beurteilen will, braucht man eine spirituelle Herangehensweise", erklärt er seine Haltung.

Neben den medizinischen Heilungen gibt es in Lourdes aber viel zahlreichere Heilungen geistlicher Art. Sie gehen mehr oder weniger in die Tiefe, sind mehr oder weniger lang anhaltend. Die Zeugnisse darüber gehen in die Millionen; die Menschen fahren nach Hause, "gewaschen" im Wasser der Bäderabteilung, "gereinigt", weil sie von der Quelle getrunken haben, "genährt", weil sie wieder den Weg zu Beichte und Eucharistie gefunden haben, nun erneut gestärkt in ihrer christlichen Hoffnung.

Lourdes Kirche

Was ist Ihre Meinung?

  • Halten Sie die Marienerscheinungen für eine Realität?
  • Oder sind das Schwärmereien, gar Schwindel?
  • Haben diese Erscheinungen - in Lourdes, Fatima, Medjugorje - Bedeutung für den christlichen Glauben, für Ihren Glauben?
  • Was halten Sie von den Krankenheilungen?
  • Haben diese mit dem Glauben zu tun? Oder ist das Zufall, der auch überall anders passiert wäre?

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Quellen: Offizielle Website
KATH.NET
Kirche In - Februar 2008 - Seite 26 ff.
tagesschau.de

(Josef Falk)