Thema August 2007 01 / 282 22 44
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Summorum Pontificum

Von vielen war es mit Spannung erwartet worden - von wahrscheinlich noch mehr befürchtet: das Schreiben des Papstes zur Wiederzulassung der Alten Messe. Am Samstag, den 7. Juli 2007 war es dann soweit. Das so genannte Motu Proprio "Summorum Pontificum" über den künftigen Vollzug der römisch-katholischen Liturgie wurde veröffentlicht.

Was bedeutet dieses Schreiben nun? Werden die Messen künftig wieder auf Latein gelesen? Wird die Zeit zurückgedreht vor das II. Vatikanische Konzil?

Beides ist nicht der Fall. Es wird wohl auch keine Folgen für die Gottesdienste, wie wir sie kennen, geben. In der Praxis werden die Auswirkungen ziemlich unspektakulär sein.

Es geht auch gar nicht darum, ob der Gottesdienst auf Latein oder in der Landessprache gehalten wird, sondern es geht darum, ob das unter der Autorität von Johannes XXIII. veröffentlichte "alte" Messbuch von 1962 oder das von Paul VI. (und dann von Johannes Paul II.) herausgegebene "neue" Messbuch von 1970 Verwendung findet. Die Sprache, in welcher die Messe gehalten wird, ist davon unabhängig.

Alte Messe

Durch das Schreiben werden nun die Regeln zur Feier nach dem alten Messbuch von 1962 gelockert. Im Gegensatz zu bisher ist keine Sondererlaubnis des Ortsbischofs mehr für das Zelebrieren der so genannten "Alten Messe" oder "Tridentinischen Messe" (nach dem Konzil von Trient) erforderlich. In Pfarren, in denen eine Gruppe von Gläubigen, die der früheren Liturgie anhängen, "dauerhaft existiert", soll der Pfarrer deren Bitten "bereitwillig aufnehmen". Beide Messbücher sollen also in Zukunft parallel und prinzipiell gleichberechtigt existieren.

Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nun nicht zwei verschiedene Riten in der Kirche gäbe, sondern dass es sich bei der vorkonziliaren Feier und der Messfeier in der Form von 1970 um zwei Anwendungsformen des einen römischen Ritus handle. Dabei bleibt die Messe nach dem Missale von Paul VI. die "normale Form" des einen Ritus, die alte Messe nach dem Messbuch von 1962 ist die "außerordentliche Form".

Find fight follow

Das "Motu proprio" legt im übrigen ausdrücklich fest, dass an den drei "heiligen Tagen" der Karwoche - Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag/Ostersonntag - eine Zelebration nach dem Messbuch von 1962 nicht möglich ist.

Die breite Wiederzulassung der alten Messform solle nicht die Bedeutung des Konzils und der Liturgiereform antasten oder in Frage stellen. "Diese Befürchtung ist unbegründet", betonte der Papst in einem Begleitbrief an die rund 4000 Bischöfe der Weltkirche.

Als Motiv für sein "Motu proprio" nennt Benedikt XVI. die "innere Versöhnung" in der Kirche. Ausdrücklich erwänhnt der Papst die Anhänger des Bischofs Lefebvre, bei denen die Treue zum alten Missale zum "äußeren Kennzeichen" wurde. Aber auch viele andere Menschen hätten sich nach der ihnen vertrauten Gestalt der Liturgie gesehnt.

Gemischt sind naturgemäß die Reaktionen auf dieses Papst-Schrieben. Während der Philosoph Robert Spaemann die Freigabe der Alten Messe begrüßt und meint, dass die alte Liturge eine "Faszinationskraft entwickeln könnte, die die durchschnittliche heutigte Liturgie nicht hat", sieht etwa "Wir sind Kirche" in dem Schreiben ein "falsches und verheerendes Signal" und befürchtet eine "Austrittswelle", falls der alte Messritus nicht verboten bleibt.

Tridentinische Messe

Was ist Ihre Meinung?

  • Soll die "Alte Messe" verboten bleiben?
  • Worin sehen Sie Gefahren der alten Liturgie?
  • Gibt es auch Vorteile? Welche?
  • Könnten Sie sich vorstellen, einen Gottesdienst nach der alten Liturgie mitzufeiern?

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Quellen: stephanscom.at
WELT ONLINE
kirchensite.de

(Josef Falk)