Thema März 2007 01 / 282 22 44
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US-Wahlkampf und Christentum



Der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush, wird - nicht nur, aber auch - wegen seines christlichen Bekenntnisses häufig kritisiert. Im November 2008 wird der neue Präsident gewählt. George W. Bush kann kein drittes Mal als Kandidat antreten. Gerade deshalb stellt sich die Frage, welche Rolle die Religion im kommenden Wahlkampf spielen wird. Welcher Präsidentschaftskandidat wird welche Glaubensansichten vertreten?

Meinungsumfragen ergeben, dass es vor allem die christliche Überzeugung war, die Bush junior zu seinen zwei Wahlsiegen verhalf. Ein Viertel seiner Wähler sind evangelikale Protestanten, 78 % von ihnen gab ihm bei der letzten Wahl ihre Stimme.


Es ist nahe liegend, dass die gegnerische Partei - also die Demokraten - einen anderen Standpunkt vertritt. Tatsächlich gilt: Je seltener jemand in die Kirche geht, desto eher stimmt er für die Demokraten. Denn für die Liberalen sind das Recht auf Abtreibung, die Befürwortung der Homoehe sowie die Emanzipation der Frau wichtig - Ziele, die Evangelikale größtenteils ablehnen.

Aber auch die beiden heißesten Anwärter der Demokraten für das höchste Amt des Landes, Barack Obama und Hillary Clinton wissen, dass ohne die Christen in Amerika kein Staat zu machen ist.

"Keine Rede, in der Obama nicht seinen tiefen Glauben an Gott betont, und auch Clinton setzt sich als bibeltreue Christin in Szene" schreibt die deutsche "Tageszeitung" (taz).

Der neue Shootingstar der Demokraten ist Barack Obama. Der junge schwarze Senator gilt als unverbraucht, ehrlich, intelligent, humorvoll und gutaussehend. Von vielen wird er als der erste schwarze Präsident der USA gehandelt, obwohl er in den Umfragen noch weit hinter Konkurrentin Hillary Clinton liegt.

Obama bemüht sich, wie Bush in seinen Reden Gott mit ins Spiel zu bringen. Und das obwohl er in einem muslimischen, eher unreligiösen Elternhaus aufwuchs. Als junger Mann fand Obama zum christlichen Glauben, erzählt er. Er trat der "Trinity United Church of Christ" bei. Obama beschreibt seinen Wandel so: "Auf Knien unter dem Kreuz hatte ich das Gefühl, dass Gottes Geist mir zuwinkte. Ich unterwarf mich seinem Willen und widmete mich der Entdeckung seiner Wahrheit."

Aber auch die Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton, versucht, sich Gehör bei den christlichen Wählern zu verschaffen. Sie sprach im Jänner 2005 in Bezug auf Abtreibung von einer "traurigen, sogar tragischen Wahl für viele, viele Frauen". Außerdem erklärte sie: "Ich respektiere alle, die mit ihrem Herzen und ihrem Gewissen der Überzeugung sind, dass Abtreibung unter keinen Umständen zugänglich sein sollte.". Für deren Legalisierung tritt sie jedoch weiterhin ein.

Als Hillary Clinton kürzlich in einer Rede die geplanten Gesetzesverschärfungen gegen Immigranten kritisierte, berief sie sich sogar auf die Bibel: Das Vorhaben widerspreche ihrem Verständnis der Heiligen Schrift, sagte sie: "Damit würde buchstäblich der barmherizige Samariter kriminalisiert und vielleicht sogar Jesus persönlich.".

Ob Clinton oder Obama das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur macht; ob eine/r der beiden oder doch der republikanische Kandidat der nächste US-Präsident sein wird, eines scheint sicher: Ohne Gott geht es in den USA nicht.


Wie ist Ihre Meinung?

  • Woran liegt es, dass in den USA die Religion im Wahlkampf eine so große Rolle spielt?
  • Ist Amerika christlicher als Europa?
  • Sind die religiösen Bekenntnisse der Kandidaten ernst zu nehmen oder handelt es sich eher um taktische Lippenbekenntnisse?
  • Wer wird der nächte US-Präsident (bzw. Präsidentin)?

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