Thema August 2006 01 / 282 22 44
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Beten im Internet-Chat?


Vom 14. bis 18. Juni 2006 fand in London die "Christliche Internetkonferenz" statt, an der 40 Internetbeauftragte verschiedener Kirchen, Konfessionen und Institutionen aus 14 Ländern teilnahmen. Auf der diesjährigen Konferenz wurde das Konzept für eine virtuelle Gemeinde vorgestellt, die von der amerikanischen "United Church of Christ" (UCC) gegründet wurde.

Die Verwendung des Internet ist auch im kirchlichen Bereich schon zur Routine geworden. So gut wie jede Gemeinde informiert via Home-Page über ihre Angebote und Aktivitäten.

Das Konzept der "virtuellen Gemeinde" geht jedoch wesentlich weiter: Das Internet wird dabei als soziales Netzwerk gesehen, in dem sich Menschen treffen, um über christliche Themen zu diskutieren.

Letztlich geht es darum, dass die virtuelle Gemeinde die reale vollständig ersetzt. Im Falle der virtuellen US-Gemeinde beziehen rund 600 Abonnenten jede Woche einen Newsletter zu christlichen Themen. Zehn Online-Pastoren fungieren als "i-guides", als eine Art professioneller Online-Begleiter. Ein tägliches Abendgebet soll das Netzwerk demnächst ergänzen, bei dem sich die Menschen in einem Chatroom zum gemeinsamen Gebet treffen.



Man müsse ein Chat-Gebet einmal erlebt haben, um die Kraft zu spüren, die in einem gemeinsamen Schreiben des Vaterunser in einem Chat liege, betonte Pastor Tom O. Brok, Leiter der Internetarbeit der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Er stellte den Teilnehmern der Konferenz das Konzept einer Evangelischen Online-Gemeinschaft vor, die die EKD in diesem Jahr gründen will. Innerhalb dieses Pilotprojekts soll der Frage nachgegangen werden, welche Mechanismen eine Online-Gemeinschaft zusammenhalten. Aber auch die Perspektive, ob eine virtuelle Gemeinschaft die Verbundenheit der Mitglieder mit der Kirche stärken kann, soll geprüft werden.

Die Kirche dürfe sich auch der Idee nicht verschließen, dass sogar Gottesdienste im Internet gefeiert werden.

Vor allem für Menschen, die viel unterwegs sind, die keine Gemeinde vor Ort haben oder für behinderte Menschen könnten Online-Gemeinden eine gute Möglichkeit sein, um andere zu treffen und den Glauben zu leben.

Ein Beispiel für Kirche im Internet ist auch "Partenia - Die Diözese ohne Grenzen". Im Jahr 1995 wurde Jacques Gaillot als Bischof von Evreux abgesetzt. In Zukunft sollte er Bischof von Partenia sein, einer Diözese, die seit dem 5. Jahrhundert unter dem Sand der Sahara verschwunden war. Jacques Gaillot hat diese Herausforderung angenommen. Partenia ist virtuell - im Internet - zu neuem Leben erwacht (http://www.partenia.com).

Partenia

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Quelle: European Christian Internet Conferencet
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Abendgebet im Internet?

(Josef Falk)