Thema Juli 2006 01 / 282 22 44
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Fußball und Religion


Die in diesen Tagen um sich greifende Fußballbegeisterung anlässlich der Weltmeisterschaft in Deutschland macht auch vor den Toren der christlichen Gemeinden nicht halt. Allerorten versucht man, an diesem Groß-Event mitzunaschen. Sowohl von katholischer (http://www.kirche-am-ball.de) als auch von evangelisch-freikirchlicher Seite (http://www.kickoff2006.org) wurden Web-Sites mit Informationen zur Weltmeisterschaft gestaltet.

Wie aber verträgt sich nun Religion mit Sport im allgemeinen und Fußball im besonderen?

In der Bibel ist zwar Fußball natürlich noch unbekannt, sehr wohl aber finden sich auch dort schon sportliche Vergleiche:

  • "Wenn schon der Wettlauf mit Fußgängern dich ermüdet, wie willst du mit Pferden um die Wette laufen?" (Jer 12,5a)
  • "Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt." (1 Kor 9,24)
  • "Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist." (Hebr 12,1b)


Und so gibt es auch heute - auch außerhalb von Zeiten der Weltmeisterschaft - zahlreiche Parallelen zwischen Religion und Fußball. Mancher Anhänger bezeichnet seine Beziehung zu seinem Lieblingsverein als "Religion" - dem Namen eines Fußballstadions wird ein "Sankt" davor gesetzt, und das sonntägliche Match als "Hochamt" bezeichnet. All das kann sicherlich als ein Zeichen für das Bedürfnis der Menschen nach Religion bezeichnet werden, das sich irgendwo ein Ventil sucht.

Da ist es nicht verwunderlich, dass man auch mancherorts in der Kirche auf die weniger gute Idee kommt, den Sakralraum "Kirche" in einen Veranstaltungsraum für Fußballübertragungen umzugestalten.

Aber es git auch positive Beispiele für das Zusammenwirken von Sport, im speziellen Fußball, und Kirche:

Fußball als Tor zu einer hoffnungsvollen Zukunft ist das Motto der Fußballschulen, die die Salesianer Don Boscos in Kooperation mit "Jugend eine Welt" errichten. Bei diesen Fußballschulen geht es um mehr, als nur ums Tore schießen oder Fußballstar zu werden. Die Kinder und Jugendlichen sollen nicht nur lernen, was Selbstvertrauen, Teamgeist, Fairness und Disziplin heißt, sondern auch, wie man überbordende Kräfte und Frustration in etwas Sinnvolles umwandeln kann.

Durch Bildungsangebote in den Don Bosco Schulen Ecuadors wird es für die Jugendlichen möglich, ihren Bildungsabschluss nachzuholen. Es werden Computerkurse, Berufsausbildungsseminare oder Sprachkurse angeboten. Damit erhalten die Kinder und Jugendlichen das Rüstzeug für eine aktive Selbstgestaltung ihres Lebens.

Die Sportbegeisterung der Kinder und Jugendlichen kann in Verbindung mit Bildungsstätten dazu beitragen, dem Leben vieler junger Menschen eine positive Richtung zu geben und Zukunftsperspektiven für sie zu schaffen.

"Jugend eine Welt" und die Salesianer Don Boscos geben mit dieser Initiative ein gutes Beispiel für die sinnvolle Verbindung von Kirche und Fußball.


Was meinen Sie?
  • Haben Sport und Religion gemeinsame Anknüpfungspunkte?
  • Denken Sie, dass die Begeisterung für einen Fußballklub für manche Menschen ein Religionsersatz ist?
  • Was halten Sie von Fußballübertragungen in Kirchen?
  • Kennen Sie positive Beispiele für die Verbindung von Sport und Glauben?

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