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XX. Weltjugendtag Köln 2005

Wir sind gekommen, um IHN anzubeten

Wieder kommt eine Großveranstaltung der römisch-katholischen Kirche heran:
Vom 11. - 21. August findet in Köln der 20. Weltjugendtag statt.
Die Institution der Weltjugendtage existiert seit 1985. Diese Treffen haben ihren Ursprung in einer Initiative von Papst Johannes Paul II., der zum "Internationalen Jubiläum der Jugend" 1984 nach Rom einlud. Die zunächst als einmaliges Ereignis geplante Veranstaltung fand so große Begeistrung, dass Johannes Paul II ein Jahr später das "Jahr der Jugend" der Vereinten Nationen zum Anlass nahm, den Weltjugendtag zur festen Einrichtung zu erklären. Seither findet der Weltjugendtag alle zwei bis drei Jahre statt, in den Jahren dazwischen finden in den einzelnen Diözesen regionale Weltjugendtage statt.
Die Rekord-Teilnehmerzahl von 4 Millionen Teilnehmern gab es 1995 in Manila. Für den Weltjugendtag 2008 hat sich die australische Erzdiözese Sidney beworben.

Link zum WJT2005

Vor jedem Weltjugendtag reist das Weltjugendtagskreuz durch die Nachbarländer und das Land, in dem der Weltjugendtag stattfindet. Seit 2000 begleitet auch die Marienikone mit dem Motiv "Salus Populi Romani" aus der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom das Kreuz.

Dieses Jahr findet der 20. Weltjugendtag in Köln statt. Das Leitwort aus dem Matthäusevangelium heißt: "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" (Mt 2,2). Bis zu 800.000 junge Leute aus aller Welt werden erwartet.

Der Weltjugendtag in Köln soll auch Jugendliche ansprechen, die den Kirchen fern stehen. Der verstorbene Papst Johannes Paul II hat zu dem Großereignis ausdrücklich auch Nichtkatholiken eingeladen. In vier großen ökumenischen Gottesdiensten soll die Verbundenheit aller Christen zum Ausdruck gebracht werden. So werden 70 Prozent der ausländischen Gäste aus Europa kommen, 11,5 Prozent aus Südamerika und 9,5 Prozent aus Nordamerika. Aus Afrika haben sich 5,7 Prozent angemeldet und aus Asien 5,3 Prozent.

Darüber hinaus ist ein Besuch Papst Benedikts XVI. in der Kölner Synagoge und ein Treffen mit Vertretern muslimischer Gemeinden geplant.

Bei aller spiritueller Bedeutung kann man dieser Veranstaltung aber auch einen gewissen Event-Charakter nicht absprechen. Von Kritikern wird deshalb die Veranstaltung als reiner "Show-Event" und als "Pope-Festival" bezeichnet. Vor allem die - kolportierten - Kosten von 100 Millionen Euro für die fünf Tage in Köln sind Gegenstand der Kritik.

Aus dem Abwägen der Pro- und Kontra-Argumente ergeben sich insbesondere folgende - auch kritische - Fragen :
  • Haben so große Veranstaltungen einen spirituellen Wert? Gilt das Wort "Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen." auch für Hunderttausende, ja gar für Millionen?
  • Ist der Weltjugendtag ein Lebenszeichen der Kirche, ein Zeichen dafür, dass wir trotz steigender Kirchenaustrittszahlen so wenige noch nicht sind?
  • Oder ist das alles nur ein Spektakel - eine triumphalistische Geste der Kirche?
  • Kann eine Eucharistiefeier mit 1 Million Menschen überhaupt einen Sinn haben?
  • Was ist von den Teilnehmern zu halten? Suchen sie ein spirituelles Gemeinschaftserlebnis mit der Weltkirche? Oder ist es für die Jugendlichen einfach nur eine gute Gelegenheit, einmal von zu Hause wegzukommen?

Weltjugendtag - Spektakel oder Lebenszeichen?

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