Thema Juli 2005 01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

Fair Trade

Sozialromantik oder ein Schritt in eine bessere Welt?

Der Norden genießt, was der Süden produziert: Kaffee, Kakao, Tee, Zucker, Reis, Bananen und viele andere Produkte aus Afrika, Asien oder Lateinamerika.
Leider aber können die Produzenten in diesen Ländern häufig nicht von ihrer Arbeit leben. Immer geringere Preise und wirtschaftliche Abhängigkeit von den Rohstoffen stürzen die Kleinbauernfamilien in Armut.
Fair trade ist ein Weg, der die Produzenten aus ihrem Dilemma befreien will: Sie erhalten für die Rohstoffe faire Preise, unabhängig von den Weltmarktpreisen. Das versetzt sie in die Lage, eigenverantwortlich zu wirtschaften, ihre Existenz zu sichern und soziale Mindeststandards in punkto Gesundheit und Bildung zu erreichen.

Alle Beteiligten sollen von diesem Weg profitieren:

  • Die Kleinbauernfamilien: Weil sie durch den Handel nach dem Fair-Trade-Prinzip ihre Existenz sichern können.
  • Die PlantagenarbeiterInnen: Weil die Fairtrade-Initiative menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen schafft.
  • Die KonsumentInnen: Weil sie Qualitätsprodukte aus naturnahem Anbau genießen können.
  • Die Natur: Weil Fair-Trade-Produkte traditionell mit Respekt zur Natur angebaut werden.
  • Die Kinder in den Ländern des Südens: Weil Kinderarbeit verboten ist und das Familieneinkommen zur Versorgung reicht.

Doch es gibt auch Kritik an diesem Fair-Trade-Ansatz. Diese bezieht sich insbesondere auf folgende Punkte:

  • Förderung der Überproduktion: Durch Zahlung eines überhöhten Preises werde die Überproduktion gefördert. Das führt zu einem weiteren Sinken des Weltmarktpreises und noch schnellerer Zerstörung von Urwaldgebieten.
  • Bürokratische Verwaltung: die Vergabe der Prüfsiegel sei mit hohen Kosten verbunden.
  • Korruptionsanfälligkeit: Beispiel: Die Kleinproduzenten haben mit den Fair-Trade-Handelsgesellschaften lange Lieferverträge abgeschlossen. Sie verkaufen aber zunächst ihren qualitativ guten Ernteanteil an konventionelle Händler. Daraufhin kaufen sie das Produkt in schlechterer Qualität zu einem günstigeren Preis zurück, mit dem sie dann ihre Fair-Trade-Partner bedienen.
  • Nicht-Angehen der Ursachen: Es wird das Gewissen der Regierungen der Industrieländer beruhigt und gegen die entscheidenden Ursachen für die Unterentwicklung wird nicht vorgegangen.
  • Entgangene Standortvorteile: Die einzigen Standortvorteile, die die Entwicklungsländer gegenüber den Industrieländern haben - nämlich billige Arbeitskräfte und geringe Umweltschutzbestimmungen - werden ihnen genommen.

Sind die Einwände der Kritiker berechtigt?

Fair trade: Ist das ein Beispiel für Sozialromantik, das eher schadet als nützt?

Oder ist es tatsächlich ein Schritt hin zu einer besseren Welt?

Wie denken Sie darüber? 
Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser FORUM

Quelle: www.fairtrade.at
Wikipedia
Zusammengestellt von Josef Falk