"Wirtschaftswachstum hat ein Ziel"
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| Im Vorfeld zu den Unterhaus-Wahlen am 5. Mai in Großbritannien
hat die Organisation "Churches together in Britain and Ireland"
(CTBI, "Zusammenschluss der Kirchen in Großbritannien
und Irland"), in der alle größeren christlichen
Kirchen vertreten sind, das Diskussionspapier "Prosperity
with a Purpose" ("Wirtschaftswachstum hat ein Ziel")
vorgelegt, in dem Fragen der sozialen Gerechtigkeit erörtert
werden. |
| "Die Veröffentlichung ruft dazu auf, den
Kampf gegen die Armut voranzutreiben, indem Wohlstand auf der Basis
marktwirtschaftlicher Prinzipien geschaffen wird", hieß
es in einer Pressemeldung. Das Dokument fordert eine neue,
umfassendere Auffassung von Solidarität, verbunden mit einer
tief gehenden Erneuerung der bürgerlichen Gesellschaft.
Die Kirchen erkennen in ihrem gemeinsamen Schreiben den positiven
Beitrag der Marktwirtschaft an: "Unter den richtigen
Bedingungen kann Wirtschaftswachstum den Zielen Gottes dienen",
bekräftigen sie. Diese Bedingungen sind folgende:
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-- Die Menschheit muss als eine
einzige menschliche Familie betrachtet wird.
-- Das Streben nach Reichtum
und nach sozialer Gerechtigkeit gehören zusammen.
-- Die Kräfte des Marktes
müssen das Wirtschaftswachstum fördern und gemäß
den Interessen der Gemeinschaft geregelt werden.
-- Die Umwelt ist durch effiziente
Bemühungen zu schützen.
-- Niemand darf beim wirtschaftlichen
Wachstum vergessen werden.
-- Weltweit soll man sich zunächst
um jene Länder kümmern, deren Volkswirtschaften von
internationalen Schulden belastet werden oder die Opfer ungerechter
Geschäftsbedingungen sind.
-- Schließlich gehören
die Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft erneuert,
so dass lokale Gemeinwesen ihre eigene Zukunft gestalten können.
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Das Papier beschäftigt sich auch mit dem
Beitrag, den die christlichen Kirchen für die Wirtschaftspolitik
leisten können. Ausgangspunkt für jeden Nachdenkprozess
über den Wohlstand "muss die unveräußerliche
Würde und der unermesslich hohe Wert des einzelnen Menschen
sein", wird betont. Außerdem, hätten
die christlichen Kirchen " auf nationaler und globaler Ebene
eine gemeinsame Verpflichtung zu sozialer Gerechtigkeit. Sie entspringt
der tiefen Überzeugung, dass Christus selbst ihnen
gebietet, sich mit jedem Menschen zu identifizieren, ohne auf
seinen Status oder seine Herkunft zu schauen, und jede Ungerechtigkeit
und Unterdrückung zu bekämpfen." Soziale
Gerechtigkeit bedeute nicht nur, Notleidende zu schützen,
sondern gehe viel weiter: "Es geht um die gegenseitige Verantwortung
auf allen Ebenen und um eine gemeinsame Verpflichtung zum Gemeinwohl."
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Wirtschaftskapital und "moralisches Kapital"
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| Den Lebensstandard der Bevölkerung anzuheben und damit den
Armen zu helfen, "ist Teil des Willens Gottes für die
Menschheit. In der Tat müssen wir Christen anerkennen,
dass der wirtschaftliche Fortschritt direkt und indirekt ein Hauptmotor
für jeden Fortschritt und für mehr Wohlergehen im modernen
Zeitalter ist, und dafür müssen wir Gott danken."
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Die Förderung von Moral und Tugend in der Gesellschaft komme
zwar im Besonderen den Kirchen und den Eltern zu, stellt das Dokument
fest, sei aber genauso auch Aufgabe der Medien und der Gesetzgebung.
Jene Menschen, die sich für die soziale Gerechtigkeit einsetzen,
werden dazu aufgerufen, ein höheres Maß an ökonomischem
Sachverständnis zu erwerben, denn "wenn man
moralische Prinzipien vereinfachend und ohne die erforderliche
Beachtung wirtschaftswissenschaftlicher Analysen anwendet, kann
dies leicht zu falschen Lösungen führen",
warnt das Dokument. Deswegen müssten sich die Kirchen verstärkt
der Sachkenntnisse ihrer Mitglieder bedienen, die in Wirtschaft
und Unternehmensführung beheimatet sind.
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Ist die christliche Lehre mit der Marktwirtschaft vereinbar?
Ist Wirtschaftswachstum und Fortschritt auf Dauer ethisch
vertretbar?
Oder führt dies nicht zwangsläufig zu Ungerechtigkeit
in der Verteilung des Wohlstandes?
Wie denken Sie darüber?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser
FORUM
Quelle: Zenit
Zusammengestellt von F. Herzog
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