"Management & Spiritualität"
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| Jährlich gehen für zwei Tage Zukunftsforscher, führende
Manager, Vertreter der Weltreligionen und Glaubensgemeinschaften
gemeinsam mit Ethikern, Philosophen, Psychologen und Sozial- und
Wirtschaftswissenschaftlern im Rahmen des "Laxenburger
Forums" der Frage nach, welche Werte für die
Zukunft handlungsleitend sein können, um den Anforderungen
nach verantwortungsvollem Handeln im Wirtschaftsleben gerecht zu
werden. |
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Um in Zeiten schneller Veränderungen und steigender
Komplexität die Orientierung zu behalten und nicht vom Wirbel
der Ereignisse mitgezogen zu werden, braucht es eine klare
innere Verankerung, eine Ausrichtung an einen größeren
Sinn und daraus resultierende Werte zur gemeinsamen Struktur-
und Orientierungsgebung.
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"Eine Gesellschaft
der Ich-Aktionäre ist die Bankrotterklärung jedes Wirtschaftens,
das immer in einem sozialen Kollektiv vollzogen wird."
Michael Tomaschek
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Das Symposion in Laxenburg widmete sich wirtschaftsethischen
Fragen, der spirituellen Dimension des Wirtschaftens und den Zugängen
der Weltreligionen in diesem Bereich. Eingangs stellte der Wiener
Philosoph Konrad Paul Liessmann fest, dass Managementkriterien
heute nicht nur für Betriebe, die Wirtschaftsgüter produzieren
oder Dienstleistungen anbieten, sondern für alle Bereiche
des Denkens, Fühlens und Handelns gelten würden. Die
"heiligen Prinzipien der modernen Ökonomie" wie
globaler Wettbewerb, Effizienz, Gewinnmaximierung müssten
radikal in Frage gestellt, zumindest aber auf jenen Bereich der
Gesellschaft beschränkt werden, in dem sie legitimerweise
zuhause sind.
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Motivationstrainer trimmen uns auf einen "Siegertyp".
Erfolg und Wohlbefinden sind längst zu Synonymen geworden;
Erfolglose haben ihren Anspruch auf ein geglücktes Leben
verwirkt. Dahinter steht ein zentrales Phänomen unserer Zeit:
der "Machbarkeits-Mythos". Und plötzlich
erleben wir, dass wir eigentlich nur für Höhenflüge
trainiert sind und so gut wie gar nicht für Enttäuschungen
und Niederlagen.
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Ich glaube, wir alle kämen
ziemlich rasch ins Dilemma, sollten wir einmal gezwungen sein,
unser persönliches Lebensziel in einem Satz zu formulieren.
Heinz Nußbaumer
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"Wellness" gilt heute als wichtigste Voraussetzung
dafür, das Glück zu finden: Dieser Konzeption hielt der
katholische Publizist Heinz Nußbaumer die Weisheit der monastischen
(= mönchischen d.V.) Tradition Europas entgegen. Sie biete
einen "Schatz an Lebenserfahrungen und Sinnstiftung, der anderswo
wohl nicht mehr abzuholen ist". Er selbst reise seit 16 Jahren
in ein Kloster auf dem Berg Athos, "anfangs aus Neugierde und
aus Flucht vor der permanenten Erreichbarkeit, später aus Faszination
und Sehnsucht nach einer Gegenwelt".
Den Mönch in sich entdecken könnten heutige Zeitgenossen,
die sich inmitten von so viel Fortschritt mehr und mehr unbehaust
und überfordert fühlen, auch ohne Klostermauern, ohne
Kutte und ohne radikalen, bis an die Wurzeln des Menschseins gehenden
Selbstanspruch. Notwendig sei die Bereitschaft, "ein
wenig von den Quellen dieses großen Stromes menschlicher Überlieferung
zu lernen", um "das Spiel der Welt nicht unbesehen mitzumachen". |
| Der Theologe Wolfgang Palaver betrachtete in seinem
Vortrag die typischen Probleme des Firmenalltags. Rivalitöätskämpfe,
Neid, Eifersüchteleien, die Energie einer Firma aufzehren.
Seine Theorie geht davon aus, dass Neid und Konkurrenz im im nachahmenden
Beghren wurzeln. "Erst wenn wir unser Leben demütig
auf Gott auzurichten beginnen, verliert das nachahmende Begehren
sein Zerstörungspotential. Konkurrenz entartet dann nicht mehr
in zerstörerischen Neid, sondern hilft das eigene kreative
Potential zu entfalten." |
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Ist Spiritualität im beruflichen und wirtschaftlichen
Alltag lebbar?
Läßt sich ökonomisches Denken und ethisches
Handeln "unter einen Hut bringen"?
Hemmt oder fördert Spiritualität wissenschaftlichen
und wirtschaftlichen Fortschritt?
Wie denken Sie darüber?
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