Thema Juni 2004 01 / 282 22 44
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Christen auf dem Bauplatz Europa

Am Rande des Mitteleuropäischen Katholikentages fand in Wien der Laienkongress zum Thema "Christen auf dem Bauplatz Europa" statt. Hauptredner war der Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes Bischof Josef Homeyer. Er hielt ein Plädoyer für eine christliche Politik und meinte, "wir sollten uns nicht scheuen, uns öffentlich , politisch einzumischen" und uns mit den zentralen Herausforderungen wie Geburtenrückgang, Einwanderung und Dialog mit dem Islam einzusetzen. Die Globalisierung löse Ängste aus, die in modernen Gesellschaften fundamentalistische oder nationalistische Gegenreaktionen bewirken, warnte Homeyer. Es dürfe nie mehr dazu kommen, dass - wie vor 60 Jahren - "Europa in den Schreien von Auschwitz erstickt".


Gottes Offenbarung gilt allen Menschen oder überhaupt nicht

Das Christentum sei von der Kostbarkeit des einzelnen Menschen, von der Autonomie des Individuums, überzeugt .Zugleich sei der christliche Glaube universalistisch - "Gottes Offenbarung gilt allen Menschen oder überhaupt nicht". Damit sei der christliche Glaube immer wieder Anstoß zu neuer, unteilbarer Solidarität. "Individualität und Universalität des Heils sind die Pfandmarken, die das Christentum für eine humane europäische Gesellschaft hinterlegt", so Bischof Homeyer.


Europa ist Lebensraum, nicht nur Lagerhalle

Der Linzer Diözesanbischof Aichern hob bei der Tagung die besondere Verantwortung der Laien bei der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung des gegenwärtigen und zukünftigen Europas hervor. Europa ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein "geistiger Bauplatz", es ist nicht nur "Lagerhalle", sondern "Lebensraum für Millionen von Menschen" und in diesem Sinne "geht es um die Seele Europas". Europa brauche eine "neue Einheit in der Vielfalt und in gegenseitigem Respekt".


Die Stimmen der Christen bündeln

Der Laienkongress soll nach den Worten der Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs, Luitgard Derschmidt, der Beginn weiterer fruchtbarer Zusammenarbeit sein. Die Stimmen der Christen, besonders der Laien, müßten so gebündelt werden, "dass sie in Europa nicht mehr überhört werden können" und sie mitbestimmen, in welche Richtung der Weg des künftigen Europa führt. In der Mitgestaltung der Gesellschaft sei es keinem Christen erlaubt, untätig zu sein. Um gegenseitige Vorurteile abzubauen und um die Versöhnung zu fördern, sei Begegnung entscheidend.

Das Europa der Zukunft braucht ein neues Miteinander, meinte einTeilnehmer. Welchen Beitrag können wir Christen dafür leisten?

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Quellen:
kathpress
Zusammengestellt von F. Herzog