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Menschenhandel 2004

Der Heilige Stuhl hat hervorgehoben, dass der Menschenhandel eine der schwersten Verletzungen der Rechte von Emigranten darstellt und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, dessen Ursachen zu bekämpfen. Der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, äußerte diese Haltung des Vatikans bei der 60. Sitzungsperiode der Menschenrechtskommission in Genf.

„Unter den Verletzungen der Rechte von Migranten, ist der Menschenhandel das Schlimmste. Bis zu einer Million Menschen werden jährlich über internationale Grenzen „transportiert“, sagte der Erzbischof in seiner Ansprache auf Englisch am 8. April.


Erzbischof Tomasi

Menschenhandel ist zu einer Multimilliarden Dollar Industrie geworden

„Menschenhandel wird aufgrund verschiedenster Formen der Ausbeutung von Kindern, Frauen und Männern betrieben, die unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten, sexuell ausgenützt werden, oder betteln müssen, was sie ihrer gottgegebenen Würde beraubt und statt dessen die Korruption und das organisierte Verbrechen unterstützt“, sagte er.

„Die beste Art mit dem Problem umzugehen ist wohl dem Opfer zumindest eine zeitweilige Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen, damit es mit dem Gerichtssystem zusammenarbeiten kann, aber auch, damit die Integration in die Gesellschaft des Gastlandes ermöglicht wird“, setzte der Erzbischof fort.

„Dies wird zu einer moralischen Notwendigkeit, wenn das heimkehrende Opfer Vergeltungsschläge zu befürchten hätte“, sagte er. „Auf jeden Fall ist es eine generell anerkannte Verpflichtung, sowohl im Herkunfts- und Zielland als auch bei der Rückführung und Wiedereingliederung Unterstützung und Schutz zu leisten.“

Die wahren Ursachen benennen

In der Schattenwelt ihrer Illegalität tragen Angst und das Unvermögen für sich selbst einzustehen dazu bei, dass sie unfair behandelt und in illegale Aktivitäten hineingezogen werden.

Die Anwendung von Normen des Arbeitsrechtes kann ebenso wichtig sein, um der irregulären Position, in der sich die Migranten befinden, Schutz zu verleihen.

Als Ursache für die Auswanderung der Migranten finden wir oft extreme Armut und die Aussicht auf Arbeitsmöglichkeiten im Ausland und auf ein freieres und menschenwürdigeres Leben.

Nach Ansicht des Erzbischofs sei daher nötig:
  • eine Internationale Zusammenarbeit bei der Vorbeugung und Verfolgung des Menschenhandels und der Rehabilitierung der Opfer;
  • weniger restriktive und dafür realistischere Immigrationsmaßnahmen
  • gemeinsame Unterstützung von nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung in armen Ländern
  • und „eine beständige Erziehung hin zu einer Kultur der Menschenrechte und der Achtung der Würde jedes Menschen

"Wieviele Flüchtlinge verträgt das Land" fragte die Linzer Kirchenzeitung den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer. Dieser antwortete wörtlich:

"Diese Frage stellt sich nicht, denn es geht darum, Verantwortung gegenüber Menschen wahrzunehmen, die Asyl brauchen."


Was kann die Kirche tun, was können wir tun um ...

... die Situation von Flüchtlingen zu verbessern?

... es erst gar nich soweit kommen zu lassen, dass Flüchtlingsströme entstehen?

... und wie "voll ist das Boot"?

Wie denken Sie darüber?
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Quellen:
zenit
kathpress

Zusammengestellt von F. Herzog