Atheismus und religiöse Gleichgültigkeit
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Der Vatikan führte kürzlich weltweit eine Umfrage über
Atheismus und religiöse Indifferenz durch. Das Ergebnis dieser
Untersuchung des Päpstlichen Rates für die Kultur zeigt,
dass der Atheismus zurückgeht, während die religiöse
Gleichgültigkeit und die „alternativen Religionen“
sich im Aufwind befinden. Vor allem in der westlichen Gesellschaft
wurde der militante und organisierte Atheismus früherer Zeiten
abgelöst von einer Situation praktischer Indifferenz, vom
Bedeutungsverlust der Gottesfrage und von der Aufgabe der Religionsausübung,
wird im Bericht festgehalten. „Der Glaube an Gott“
sei jedoch nicht „aufgegeben worden“.
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Die Studie wurde anhand eines „Fragebogens über
den Unglauben“ vorbereitet, den Korrespondenten des Rates
aus allen fünf Kontinenten beantwortet haben. Die aktualisierte
„Landkarte“ des Unglaubens, die von der Studie gezeichnet
wurde, kommt zu sechs Schlussfolgerungen, die von Kardinal Paul
Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für die
Kultur, auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.
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(1) Der Unglaube in der Welt
nimmt nicht zu. Er ist ein Phänomen, das vor allem
die westliche Gesellschaft betrifft. Sie zeichnet sich nicht in
den asiatischen, lateinamerikanischen, oder afrikanischen Weltteilen
ab und in ganz geringerem Maß in den muslimischen Weltteilen.
(2) Der militante Atheismus ist im Rückgang begriffen
und übt keinen politischen Einfluss aus, mit Ausnahme der
Staaten, in denen noch immer ein atheistisches politisches System
herrscht. Dahingegen ist vor allem in Europa das Aufkeimen eines
gewissen militanten Laizismus zu beobachten.
(3) Die religiöse Gleichgültigkeit und der praktische
Atheismus sind im Wachstum begriffen. Die Grenzen zwischen
Agnostikern und nichtpraktizierenden Gläubigen werden fließend
und es entsteht ein Umfeld, in dem man faktisch so lebt, als würde
Gott nicht existieren.
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(4) Atheismus und Unglaube, traditionelle Phänomene,
die vermehrt bei Männern, im urbanen Umkreis und der
kulturellen Mittelschicht zu beobachten waren, breitet
sich heute auch unter den berufstätigen Frauen
aus: Unter ihnen wächst der Unglaube und erreicht ein fast
gleich hohes Niveau wie bei den Männern.
(5) Überall nimmt die Anzahl der Personen ab, die regelmäßig
in die Kirche gehen. Es bedeutet nicht ein Ansteigen des
Unglaubens, sondern eher die Transformation der Religionsausübung
und der Art des Glaubens: man glaubt, ohne einer Religion anzugehören.
(6) Gleichzeitig ist auch eine neue Suche nach Geistigem
im Aufschwung, nicht nach Religiösem. Nicht selten
ist sie mit dem Rückgang traditioneller Religionspraktiken
verbunden. |
| Die Herausforderungen durch den Dialog
mit Nichtglaubenden seien in den letzten Jahren signifikant angestiegen.
Die Kirche müsse sich diesen Herausforderungen stellen
- der Globalisierung, dem Einfluss der elektronischen Medien, der
Entstehung neuer Sekten sowie dem Fehlen von wirksamen Medien, durch
die der Glaube verbreitet werden kann. Um eine Neuevangelisierung
durchführen zu können, müsse die Kirche zuallererst
das weitverbreitete Desinteresse an religiösen Fragen überwinden,
ist Poupard überzeugt: Die Ära, die für den Menschen
am gefährlichsten sei, sei "nicht jene, die die Wahrheit
verleugnet, sondern jene, die sich nicht um die Wahrheit kümmert".
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Als Gegenmaßnahmen schlägt
er vor: „eine neue Präsenz der Kirche in der öffentlichen
Diskussion“, „eine neue Sprache, die den Verstand
und das Herz erreicht“, „eine Initiation im christlichen
Glauben, die von der Familie und der Gemeinschaft der Gläubigen
gestützt wird und die ihre Fortsetzung in gemeinsam unterhaltenen
Erziehungseinrichtungen findet. Es geht darum „die Liebe
Christi, des Erlösers der Welt,“ miteinander zu teilen.
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Atheismus schwindet und Gleichgültigkeit steigt.
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Quellen:
zenit
kath.net
Zusammengestellt von F. Herzog
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