Was ist bloß los mit der „Jugend von heute“?!
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Das
oft zitierte Image der „Jugend von heute“ entspricht
nicht immer den Tatsachen.
Die aktuelle
Ausgabe der jährlichen Jugendstudie der FESSEL-GfK
Sozialforschung, Jugend Online 2003, zeigt - und
anderem - in welcher Hinsicht die Jungen wirklich anders als
„die Alten“ und anders als ihr Ruf sind, was ihre
Werte, ihre Musik und ihren Zugang zur Konsumgesellschaft
angehen.
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stimmt schon, in mancher Hinsicht ist „die Jugend“
anders als die älteren Generationen: Musik hat für Jugendliche
einen besonders zentralen Stellenwert. Die neuen Kommunikations-
und Informationstechnologien sind der Generation der 14- bis 24-Jährigen
so nahe und selbstverständlich wie keiner anderen. Und auch
die Bedeutung des Freundeskreises, ist in diesem Alter unvergleichlich
groß. |
Andererseits,
so anders als die Generationen vor ihnen sind die Jugendlichen
auch wieder nicht. Es kann keine Rede davon sein, dass sie von
bedrohlichem Werteverlust befallen wären, ihr Musikgeschmack
bewegt sich keineswegs nur auf der hämmernden Techno-Ebene,
und völlig kritiklose Götzendienste an Markenprodukten
leisten sie auch nicht, um nur einige Beispiele zu nennen. |
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Werteverfall kann man den Jugendlichen nicht
nachsagen. Auch ihnen sind in erster Linie Familie und Partnerschaft
wichtig, und zwar mehrheitlich, auch ihnen sind im Vergleich
dazu die abstrakteren Bereiche wie Politik, Kultur oder Religion
weniger wichtig, ganz genau wie den „Alten“.
Der Unterschied
zu älteren Generationen ist aber, dass die Jugendlichen
weniger bereit sind, sich mit dem Konzept entweder/oder anzufreunden.
Sie wollen viel vom Leben. Die Frage nach „Beruf
oder Freizeit? Freunde oder Familie?“ beantworten die
„youngsters“ kompromisslos lieber mit „Beruf
und Freizeit! Freunde und Familie!“
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Die Jugend“
ist genauso wenig wie die älteren Generationen nur über
ihr Alter definierbar. Es lassen sich in der Altergruppe
vier wesentliche Wertetypen erkennen, die sich
unter anderem in ihrem Zugang zu „Mainstream“-Werten
- in der Weise, wie sie diese akzeptieren oder ablehnen bzw.
sich selektiv an ihnen orientieren - unterscheiden:
Die beiden am häufigsten
vertretenen Wertetypen unter den österreichischen Jugendlichen
sind die „Angepassten“ (34 %) und
die „Menschenfreunde“ (31 %), das
sind jene Typen, die den gesellschaftlichen Normen ohne weitere
Diskussion am nächsten sind – im Fall der „Angepassten“
in Form von Akzeptanz und Identifikation mit der vielzitierten
Konsumgesellschaft und den Mainstream-Werten insgesamt, was
sie besonders im Rahmen des persönlichen Beziehungsnetzwerks
zu ihrer Zufriedenheit realisieren. Im Fall des „Menschenfreunds“
zeigt sich die ausgeprägteste Identifikation mit jenen
Normen, die „Nächstenliebe“ und Bildung
hochhalten.
Etwas mehr als ein
Fünftel der Befragten (21 %) ist den „Kämpfern“
zuzurechnen, die im Gegensatz zum „pflegeleichten“
Mainstream-Typ der „Angepassten“ und dem selektiv
angepassten „Menschenfreund“, sich aktiv und ich-zentriert
für eine vorteilhafte Position in der Mainstream-Gesellschaft
einsetzen.
Die „Gegner“
(14 %) schließlich sind die Rebellischsten. Jedenfalls
auf den ersten Blick. Sie orientieren sich nicht am Mainstream
oder bestimmten Aspekten davon, aber sie definieren sich dennoch
durch ihn, aber indem sie ihn negieren.
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Wo
sind die "Markenfetischisten"? |
| Es
wäre gelogen zu behaupten, dass Marken überhaupt keine
Rolle für die Jugend spielen, aber: es ist weniger als die
Hälfte, die prinzipiell an Marken „glaubt“, sie
räumen nur Marken in bestimmten Bereichen Stellenwert ein,
und sie sind schon allein deshalb preisbewusst, vor allem die
jungen Frauen, weil sie nur beschränkte Mittel zur Verfügung
haben:
47 % „glauben“
an Markenprodukte, aber 70 % der Jugendlichen achten beim Einkauf
eher auf den Preis als auf die Marke. Das müssen sie auch,
denn knapp ein Viertel hat nur bis 50 Euro pro Monat
zur freien Verfügung, weitere 29 % zwischen 51
und 300 Euro, nur knapp die Hälfte kann mehr als 300 Euro
im Monat zum Vergnügen ausgeben. Also: so viele Markenprodukte
gehen sich da gar nicht aus, und es gilt Prioritäten zu
setzen, die die die vorrangigen Anliegen der Altersgruppe
widerspiegeln: soziale Interaktion, Kommunikation und Positionierung
des Selbst.
Der größte
Teil des Budgets wird in den Lieblingstreffpunkten, den Lokalen,
ausgegeben (70 % geben dort regelmäßig Geld aus),
gefolgt von Ausgaben für Telefonrechnungen und Kleidung.
Markenprodukte werden
am häufigsten bei Kleidung gewählt (von 25 % „regelmäßig“,
von 59 % „gelegentlich“) und zwar etwas häufiger
von den jungen Frauen. Die jungen Männer legen eher bei
Computern oder Unterhaltungselektronik Wert auf Markenprodukte.
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Quelle:
Jugend Online 2003; Stichprobe: n=1.000 Jugendliche mit Internetzugang
von 14 bis 24; Erhebungszeitraum: 22.04.–16.06.2003 |
Unterscheidet
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Quelle:
FESSEL-GfK
Zusammengestellt
von F. Herzog
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