Von Jahwe zu Yahoo!
Die
Kirche und die Medien |
Beschwerden
darüber, wie die Medien die katholische Kirche und Religion
im Allgemeinen behandeln, sind nicht neu. In einer Ansprache
vor einem Fachkongress über Journalismus in Seattle sprach
Wilton Gregory, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, Probleme
bei der Berichterstattung über die Missbrauchsskandale
an.
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Bischof
Gregory habe zwar eingeräumt, dass die Medien dazu beigetragen
hätten, bitter nötige Reformen bei
der Behandlung von Missbrauchsproblemen anzuregen, die Voreingenommenheit
jedoch, mit der über die Angelegenheit berichtet worden
sei, habe den Bischöfen und der ganzen katholischen Gemeinschaft
unnötigen Schaden zugefügt. Viele
in den Medien weisen eine solche Anschuldigung zurück,
als ein Beispiel für die Redensart "shooting the messenger"
(auf den Boten, der eine unangenehme Nachricht bringt, schießen).
Aber eine eingehende Studie über Religion und Presse,
die im letzten Jahr veröffentlicht wurde, weist auf schwere
Mängel bei der Medienberichterstattung hin.
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In seinem
Buch "Von Jahwe zu Yahoo!: Die Religiösen Wurzeln
der weltlichen Presse", untersuchte Doug Underwood religiöse
Haltungen in den Nachrichtenredaktionen. Underwood, viele
Jahre lang aktiver Journalist und jetzt außerordentlicher
Professor für Kommunikation an der Universität von
Washington, führte eine umfassende wissenschaftliche
Untersuchung über die Religiosität der Journalisten
durch.
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Bei
seinen Erhebungen ergab sich, dass die Religion durchaus
eine Rolle bei der Meinungsbildung von Journalisten spielt,
und dass es ein Irrtum ist, wenn man diesen Berufsstand als
in der Regel irreligiös oder unbeeinflusst von religiösen
Werten abtut. Aber, fügt er hinzu, eine bei den Journalisten
häufig vorkommende Eigenschaft ist eine skeptische und
empirische Mentalität, die sie für den Sinn der spirituellen
Dimension, die im Leben vieler Menschen so wichtig ist, blind
macht. Außerdem besteht eine natürliche Spannung
zwischen der Recherche nach "nüchternen Tatsachen,"
dem Geschäft der Journalisten, und der Verkündigung
spiritueller Werte und religiöser Glaubensinhalte
durch Kirchgänger.
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"Wenn einer
von einem anderen Planeten käme, müsste er denken,
alle Moslems wären Terroristen und alle Katholiken pädophile
Priester."
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| Die
"Washington Times" berichtete am 2. Juli von einer in
diesem Sommer veröffentlichten Studie, die Underwoods Ergebnisse
stützt. Die Untersuchung, die von 29 Studenten des Fachs
Religion in höheren Semestern an der Universität von
Rochester durchgeführt wurde, habe gezeigt, dass beinahe
die Hälfte aller 314 untersuchten Artikel über Religion
aus 12 Zeitungen in Wirklichkeit von politischen, juristischen
oder kriminellen Aktivitäten handelten. Nur 28 Prozent der
Artikel bezogen sich bei der Behandlung des Themas Religion ausschließlich
auf Glauben und Werte.
Bemerkenswerterweise handelte die Berichterstattung
über den Islam vorwiegend von Verbrechen und Gewalt, und
ein Drittel aller Artikel über die katholische Kirche bezog
sich auf Verbrechen. "Die
Berichterstattung über Katholiken und den Islam war in
allen Zeitungen tendenziös," sagte Curt Smith, Dozent
für das Fach Englisch, einer der Leiter der Studie.
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"Liberale
zeigen manchmal mehr Wissbegierde, was die Religion von Afghanistan
als was diejenige von Alabama angeht, und mehr Interesse am
Lesen der Upanishaden (indischer Bramahnismus
aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v.Chr.) als am Lesen
der Geheimen Offenbarung."
Nicholas
Kristof, New York Times
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Auf
der anderen Seite des Atlantik ist die Berichterstattung der Medien
über Religion nicht weniger problematisch. Die Londoner Tageszeitung
"The Telegraph" bemerkte, die Zurückweisung des
Vorwurfs unfairer Behandlung durch die BBC von allem, was römisch-katholisch
sei, klinge hohl. Bestritten wurde dieser Vorwurf von Alan Bookbinder,
einem bekennenden Agnostiker, dem Hauptverantwortlichen
für die Abteilung Religion der BBC.
Der "Telegraph"
schrieb am 10. September dazu, der Mangel der BBC an Achtung
vor der Kirche zeige sich deutlich in der überproportionalen
Sendezeit für Abweichler in der katholischen Kirche.
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Quelle:
zenit
Zusammengestellt
von F. Herzog
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