Pfarre Stadlau
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1220 Wien

Thema September 2003

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Sklaverei! - Heute noch?

Für die meisten Menschen ist die Sklaverei ein Problem von gestern. Die Bilder, die wir vor Augen haben, stammen meist aus dem 19. Jahrhundert und zeigen schwarze Feldarbeiter in Ketten. "Damals blühte die Sklaverei, weil es nicht genügend Arbeitskräfte gab", erläutert Mike Dottridge, der ehemalige Vorsitzende von Anti-Slavery International.
Ein Sklave ist ein Mensch, der seiner persönlichen Freiheit beraubt ist, als Sache behandelt wird und als solche im Eigentum eines anderen steht. Offiziell ist die Sklaverei heute in allen Staaten der Welt abgeschafft. Dennoch finden sich immer noch viele Menschen in einer derartigen Abhängigkeit.

Heute werden Menschen, die sich ein besseres Leben erhoffen, in die Schuld-Sklaverei getrieben. Ihre Zahl ist so groß, weil es auf der Welt so viele verzweifelte Menschen gibt: Zwangsarbeiter in Westafrika, pakistanische Kinder, die an den Persischen Golf verschleppt werden, um Rennkamele zu reiten, thailändische Kinderprostituierte, brasilianische Sklavenkolonnen, die den Amazonasregenwald abholzen, um Holzkohle für die Stahlindustrie zu gewinnen; indische Farmarbeiter, die Schulden an ihre Besitzer ketten, die sie von ihren Eltern geerbt haben und die sie an ihre Kinder weitergeben.

Billiger denn je …

Millionen von ökonomisch und sozial benachteiligten Menschen sind potentielle Sklaven. Das macht Sklaven heute "billiger" als sie es je waren. Kostete im Jahr 1850 ein Sklave in den amerikanischen Südstaaten nach heutigem Geldwert etwa $40.000, so kostet ein Sklave heute durchschnittlich $90.

Und da Sklaven so billig sind, sind sie kein "Investment" für das besondere Obsorge notwendig ist. Wenn sie krank, verletzt oder sonstwie für den Sklavenhalter nicht mehr von Nutzen sind, werden sie weiterverkauft - oftmals auch getötet.

Weltweit 27 Millionen Sklaven — wie es dazu kam
  • Die Bevölkerungsexplosion, besonders in den Entwicklungsländern
  • Der rasche soziale und ökonomische Wandel, die zu Landflucht und Urbanisierung führte
  • Staatliche Korruption, die Sklaverei trotz Verboten duldet
Was die Kirche sagt:
... was immer die menschliche Würde angreift, wie unmenschliche Lebensbedingungen, willkürliche Verhaftung, Verschleppung, Sklaverei, Prostitution, Mädchenhandel und Handel mit Jugendlichen, sodann auch unwürdige Arbeitsbedingungen, bei denen der Arbeiter als bloßes Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Person behandelt wird: all diese und andere ähnliche Taten sind an sich schon eine Schande; sie sind eine Zersetzung der menschlichen Kultur, entwürdigen weit mehr jene, die das Unrecht tun, als jene, die es erleiden. Zugleich sind sie in höchstem Maße ein Widerspruch gegen die Ehre des Schöpfers. [Gaudium et spes, 27]


Quelle: National Geographic

Anti-Slavery International

Zusammengestellt von F. Herzog