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Für
die meisten Menschen ist die Sklaverei ein Problem von gestern.
Die Bilder, die wir vor Augen haben, stammen meist aus dem 19.
Jahrhundert und zeigen schwarze Feldarbeiter in Ketten. "Damals
blühte die Sklaverei, weil es nicht genügend Arbeitskräfte
gab", erläutert Mike Dottridge, der ehemalige Vorsitzende
von Anti-Slavery
International. |
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Ein
Sklave ist ein Mensch, der seiner persönlichen Freiheit
beraubt ist, als Sache behandelt wird und als solche im Eigentum
eines anderen steht. Offiziell ist die Sklaverei heute in
allen Staaten der Welt abgeschafft. Dennoch finden sich immer
noch viele Menschen in einer derartigen Abhängigkeit.
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Heute
werden Menschen, die sich ein besseres Leben erhoffen, in
die Schuld-Sklaverei getrieben. Ihre Zahl ist so groß,
weil es auf der Welt so viele verzweifelte Menschen gibt:
Zwangsarbeiter in Westafrika, pakistanische
Kinder, die an den Persischen Golf verschleppt werden,
um Rennkamele zu reiten, thailändische Kinderprostituierte,
brasilianische Sklavenkolonnen, die den Amazonasregenwald
abholzen, um Holzkohle für die Stahlindustrie zu gewinnen;
indische Farmarbeiter, die Schulden an ihre
Besitzer ketten, die sie von ihren Eltern geerbt haben und
die sie an ihre Kinder weitergeben.
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Millionen
von ökonomisch und sozial benachteiligten Menschen sind
potentielle Sklaven. Das macht Sklaven heute "billiger"
als sie es je waren. Kostete im Jahr 1850 ein Sklave in den
amerikanischen Südstaaten nach heutigem Geldwert etwa
$40.000, so kostet ein Sklave heute durchschnittlich $90.
Und da
Sklaven so billig sind, sind sie kein "Investment"
für das besondere Obsorge notwendig ist. Wenn sie krank,
verletzt oder sonstwie für den Sklavenhalter nicht mehr
von Nutzen sind, werden sie weiterverkauft - oftmals auch
getötet.
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Weltweit
27 Millionen Sklaven — wie es dazu kam |
- Die
Bevölkerungsexplosion, besonders in den Entwicklungsländern
- Der
rasche soziale und ökonomische Wandel, die zu Landflucht
und Urbanisierung führte
- Staatliche
Korruption, die Sklaverei trotz Verboten duldet
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was immer die menschliche Würde angreift, wie unmenschliche
Lebensbedingungen, willkürliche Verhaftung, Verschleppung,
Sklaverei, Prostitution, Mädchenhandel und Handel mit Jugendlichen,
sodann auch unwürdige Arbeitsbedingungen, bei denen der Arbeiter
als bloßes Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche
Person behandelt wird: all diese und andere ähnliche Taten
sind an sich schon eine Schande; sie sind eine Zersetzung der menschlichen
Kultur, entwürdigen weit mehr jene, die das Unrecht tun, als
jene, die es erleiden. Zugleich sind sie in höchstem Maße
ein Widerspruch gegen die Ehre des Schöpfers. [Gaudium
et spes, 27] |
Quelle:
National
Geographic
Anti-Slavery
International
Zusammengestellt
von F. Herzog
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