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Welche
Zukunft haben die Pfarren? An einem Podiumsgespräch kam
beim 22. Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden (CEP)
in Freiburg (Schweiz) mindestens dies zum Ausdruck: Um
den veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Bedingungen
gerecht zu werden, sind Kreativität und Mut gefordert.
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Der
Genfer Paul Baertschi sprach es auf dem Podium unverblümt
aus: Um Neuem Platz zu machen, sei in den Pfarren manches
zum Sterben verurteilt, selbst wenn sich dieses in der Vergangenheit
durchaus bewährt habe - was konkret loszulassen
sei, müsse allerdings jede Gemeinschaft für sich
selber herausfinden. Statt
die Zukunft der Pfarreien fast ausschliesslich vom herrschenden
Priestermangel her und damit nostalgisch zu denken, müsse
man sich doch die Frage stellen - auch im Hinblick auf die
unvermeidlich werdenden Gruppierungen der Pfarren zu Seelsorgeverbänden:
"Wie können wir, unter Einsatz aller verfügbaren
Energie, lebendige Orte der Kraft schaffen?" Die
Chance des jetzigen Umbruchs könne gerade darin liegen,
die (Pfarr-) Seelsorge von Grund auf neu zu denken.
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Junge
wollen Kirche über Beziehungen erfahren |
Rainer
Gehrig, Pastoralassistent und Jugendseelsorger in Freiburg
(Deutschland), wies auf den für junge Menschen entscheidenden
Beziehungsaspekt hin: "Jugendliche sind auf der Suche
nach der eigenen Identität. Dabei sind Beziehungen entscheidend.
Entsprechend wollen sie ihre Kirche und ihre Pfarrei über
Beziehungen erfahren." Junge Menschen erwarteten Antworten
auf Fragen wie: "Wie lebst du, und wie lebst du das,
was du glaubst? Wer bist du - wir wollen das im Kontakt mit
dir erfahren. Und: Interessierst du dich für mich?"
Die Zukunft der Pfarren, so Rainer Gehrig, hänge nicht
zuletzt von deren Fähigkeit ab, diese Fragen authentisch
zu beantworten: "Jugendliche wollen eine Kirche,
die lebendig, echt und wahrhaftig ist und die auch spontan
sein kann!"
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Zwar sei
die Pfarrei eine Dauer-Baustelle, und dies nicht erst seit
gestern, doch glaube er mehr denn je an Fantasie, Kraft, Hoffnung
und Mut, damit die Pfarre als "Grundzelle" der Kirche
weiterhin Ausstrahlungspunkt für das Evangelium sei,
sagte Claudio Como, Pfarrer in Udine und CIP-Präsident.
Die Pfarren seien zwar aufgerufen, sich in diesen
Zeiten des Umbruchs zu verändern, müssen sich aber
als Gemeinschaft der Gläubigen keine Sorge um ihr Überleben
machen, bekräftigte Bernard Genoud, Bischof
von Lausanne-Genf-Freiburg. Schliesslich gebe es die von Gott
geführte Kirche seit über 2.000 Jahren. In dieser
Zeit habe sie so manches Reich untergehen sehen und habe dabei
auch die feindlichsten politischen Systeme überdauert.
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Türen
öffnen, auch wenn es blitzt und donnert |
| Kurt
Stulz, Bischofsvikar für den deutschsprachigen Teil des Bistums
Lausanne-Genf-Freiburg, wies auf die wachsende Bedeutung der Erwachsenen-Katechese
hin. Die Pfarren hätten sich mehr denn je auf Menschen einzustellen,
die auch in religiöser Hinsicht "gebrochene Biografien"
hätten und nun vielleicht das Bedürfnis hätten,
ihr Glaubensleben und ihr Glaubenswissen wieder à jour
zu bringen : "Wir müssen uns die Frage stellen,
wie wir jenen die Türen öffnen können, die seit
zwanzig oder dreissig Jahren keinen Kontakt mit der Kirche gehabt
haben." Dass es in der Zusammenarbeit von Priestern
und Laien häufig konfliktuell blitzt und donnert, kam in
verschiedenen Publikumsvoten zum Ausdruck. Eine belgische Pastoralassistentin
machte den Grund für diese Spannungen in der kirchenrechtlich
immer noch diffusen und kaum definierten Position der Laien aus:
"Wann werden wir Laien als Erwachsene endlich auch vom Kirchenrecht
ernst genommen?" |
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Welche Zukunft haben lokale Pfarren in einer immer mobiler werdenden
Gesellschaft?
Oder
gehört die Zukunft individuellen Bewegungen außerhalb und
neben den Pfarren?
Wie
denken Sie darüber?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser
FORUM
Quelle:
kipa-apic
Zusammengestellt
von F. Herzog
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