Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien

Thema April 2003

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Armut macht krank!

Anlässlich der österreichweiten „Aktionswoche gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ und der Armutskonferenz weiß die Caritas Vorarlberg aus ihrer langjährigen Erfahrung über die vielen Gesichter der Armut zu berichten: Materielle Armut geht meistens Hand in Hand mit seelischer Armut.

Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, haben ein höheres Krankheitsrisiko, denn sie sind in der Alltagsbewältigung mit existenziellem Stress konfrontiert und ihre knappe finanzielle Situation bringt meist auch noch eine schlechte Wohnqualität und eine ungesündere Lebensweise mit sich. Auf Dauer hat diese Situation eine Beeinträchtigung der psychischen wie physischen Gesundheit zur Folge. Dies führt in eine Spirale, aus der es ohne Unterstützung von außen, kein entfliehen mehr gibt.

„Einen Arbeitsplatz bekommst du nur, wenn du gesund bist,
aber umgekehrt wirst du nur gesund, wenn du einen Arbeitsplatz hast."

Deshalb ist die Caritas für viele Menschen der letzte Rettungsanker.

Arme sind doppelt so oft krank wie Nicht-Arme. Die sogenannte Managerkrankheit mit Bluthochdruck und Infarktrisiko tritt bei Armen 3mal häufiger als bei Managern auf. Die enorme Stressbelastung unter prekären Lebensbedingungen macht krank.
Zahlen über die Sterblichkeit in Österreich zeigen uns auf die Spitze getrieben die Ungleichheit vor dem Tod: Wer geringes Einkommen und geringe Bildung hat, stirbt durchschnittlich früher als diejenigen mit höherem Einkommen und höherer Bildung.

Sie haben aber nicht nur eine geringere Lebenserwartung, sie haben im Alter auch weniger von Behinderung freie Jahre in Gesundheit zu erwarten. Arme Männer und Frauen sind im Durchschnitt mehr Jahre gesundheitlich so sehr eingeschränkt, dass sie in ihren lebensnotwendigen Tätigkeiten auf fremde Hilfe angewiesen sind, als Männer und Frauen der oberen Einkommensschichten.


Kinder in armen Haushalten neigen zu Übergewicht: auf den Tisch kommen vorwiegend süße, sättigende Speisen und fettreiche Fertiggerichte. Ein skurriles Bild: die Armen sind fett, die Reichen sind mager. Bei Neunjährigen aus armen Familien sind durchschnittlich 5 Zähne gefault.
Kinder werden in die Schule geschickt, auch wenn sie krank sind. Alleinerzieherinnen fürchten Arbeitsplatzverlust bei häufigem Fehlen bzw. Pflegeurlaub. Erwachsene aus dem unteren Einkommenssegment gehen erst bei extremer Not zum Arzt.. Der muss die Krankheit möglichst rasch beseitigen, damit der Körper wieder funktioniert.
Bei Kindern von Erwerbslosen und SozialhilfeempfängerInnen treten überproportional asthmatische Erscheinungen und Kopfschmerzen auf. Die Atemwegserkrankungen führen oft von feuchten Wohnungen her.


Macht Armut krank?

"Lieber reich und g'sund als arm und krank!" sagt der Volksmund. Liegt darin nicht eine höchst zynische Wahrheit?

 

Wie denken Sie darüber? 

Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser FORUM

Quelle: Armutskonferenz

Caritas Vorarlberg

Zusammengestellt von F. Herzog