Anlässlich
der österreichweiten „Aktionswoche gegen
Armut und soziale Ausgrenzung“ und der Armutskonferenz
weiß die Caritas Vorarlberg aus ihrer langjährigen
Erfahrung über die vielen Gesichter der Armut zu berichten:
Materielle Armut geht meistens Hand in Hand mit seelischer
Armut.
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Menschen,
die von Armut betroffen oder bedroht sind, haben ein höheres
Krankheitsrisiko, denn sie sind in der Alltagsbewältigung
mit existenziellem Stress konfrontiert und ihre knappe finanzielle
Situation bringt meist auch noch eine schlechte Wohnqualität
und eine ungesündere Lebensweise mit sich. Auf Dauer
hat diese Situation eine Beeinträchtigung der psychischen
wie physischen Gesundheit zur Folge. Dies führt in eine
Spirale, aus der es ohne Unterstützung von außen,
kein entfliehen mehr gibt.
„Einen
Arbeitsplatz bekommst du nur, wenn du gesund bist,
aber umgekehrt wirst du nur gesund, wenn du einen Arbeitsplatz
hast."
Deshalb
ist die Caritas für viele Menschen der letzte Rettungsanker.
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Arme
sind doppelt so oft krank wie Nicht-Arme. Die sogenannte
Managerkrankheit mit Bluthochdruck und Infarktrisiko tritt bei
Armen 3mal häufiger als bei Managern auf. Die enorme Stressbelastung
unter prekären Lebensbedingungen macht krank.
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Zahlen über die Sterblichkeit in Österreich zeigen
uns auf die Spitze getrieben die Ungleichheit vor dem Tod: Wer
geringes Einkommen und geringe Bildung hat, stirbt durchschnittlich
früher als diejenigen mit höherem Einkommen und höherer
Bildung.
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Sie
haben aber nicht nur eine geringere Lebenserwartung, sie haben
im Alter auch weniger von Behinderung freie Jahre
in Gesundheit zu erwarten. Arme Männer und Frauen
sind im Durchschnitt mehr Jahre gesundheitlich so sehr eingeschränkt,
dass sie in ihren lebensnotwendigen Tätigkeiten auf fremde
Hilfe angewiesen sind, als Männer und Frauen der oberen
Einkommensschichten.
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Kinder
in armen Haushalten neigen zu Übergewicht: auf den Tisch
kommen vorwiegend süße, sättigende Speisen und
fettreiche Fertiggerichte. Ein skurriles Bild: die Armen sind
fett, die Reichen sind mager. Bei Neunjährigen aus armen
Familien sind durchschnittlich 5 Zähne gefault. |
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Kinder
werden in die Schule geschickt, auch wenn sie krank sind. Alleinerzieherinnen
fürchten Arbeitsplatzverlust bei häufigem Fehlen bzw.
Pflegeurlaub. Erwachsene aus dem unteren Einkommenssegment gehen
erst bei extremer Not zum Arzt.. Der muss die Krankheit möglichst
rasch beseitigen, damit der Körper wieder funktioniert. |
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Bei
Kindern von Erwerbslosen und SozialhilfeempfängerInnen treten
überproportional asthmatische Erscheinungen und Kopfschmerzen
auf. Die Atemwegserkrankungen führen oft von feuchten Wohnungen
her. |
Macht Armut krank?
"Lieber
reich und g'sund als arm und krank!" sagt der Volksmund. Liegt
darin nicht eine höchst zynische Wahrheit?
Wie
denken Sie darüber?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser
FORUM
Quelle:
Armutskonferenz
Caritas Vorarlberg
Zusammengestellt
von F. Herzog
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