Drei
Imperative zur Überwindung der Angst
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Eugen
Biser, einer der bedeutendsten deutschen Theologen
und Religionsphilosophen und Nachfolger von Karl Rahner auf
dem einst von Romano Guardini geschaffenen Lehrstuhl für
Christliche Weltanschauung,
feierte am 6.Jänner seinen 85.Geburtstag. Aus diesem
Anlass sprach er sich in einem "Furche"-Interview
dafür aus, in der Kirche den Glauben neu zu entdecken
und wandte sich entschieden gegen jede "Pädagogik
der Angst".
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Auf
die Frage, ob es denn eine Instanz gibt, die dieser Angst des
Menschen gewachsen ist und dagegen aufkommt, antwortete Biser
"Ja, das Christentum, wenngleich sich
da zunächst eine große Barriere in den Weg stellt.
Denn die Christen haben sich geeinigt, eine Pädagogik der
Angst über die Menschen zu verhängen, und da sind
sämtliche christlichen Konfessionen, so sehr es in dogmatischen
Fragen Dissens gibt, einer Meinung: Man muss dem Menschen Angst
machen, dann pariert er und unterwirft sich den Direktiven der
Kirche; dann wird das kirchliche Leben seine Ordnung behalten.
Genau das aber steht in krassestem Widerspruch zu dem, was Jesus
gewollt hat, wenn es stimmt, dass das Christentum die
Religion der Angstüberwindung ist." |
Drei
"Imperative" des Papstes zur Überwindung der
derzeit herrschenden Angst:
"Ja zum Leben", "Achtung des Rechts" und
"Solidarität"
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Papst
Johannes Paul II. hat bei seiner Neujahrsansprache vor dem beim
Heiligen Stuhl akkreditierten diplomatischen Corps drei
"Imperative" zur Überwindung des Gefühls der
Angst, das häufig das Herz unserer Zeitgenossen
packt" angeregt.
Als einen der Gründe für dieses verbreitete Gefühl
der Angst nannte der Papst insbesondere den "Terrorismus,
der in jedem Moment und an jedem Ort zuschlagen kann, das ungelöste
Problem des Nahen Ostens im Heiligen Land und im Irak"
und "jene Konflikte, die zahlreiche afrikanische Länder
daran hindern, sich ihrer eigenen Entwicklung zu widmen; die
Krankheiten, die Ansteckung und Tod nach sich ziehen; das schlimme
Hungerproblem vor allem in Afrika; die verantwortungslosen Verhaltensweisen,
die zur Verarmung und Ausbeutung der Ressourcen der Welt beitragen".
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| "Doch
alles kann sich ändern. Es hängt von jedem
einzelnen von uns ab". Und hier setzen die "Imperative"
an, die nach Meinung des Papstes notwendig sind, "wenn
man vermeiden will, dass ganze Völker und vielleicht die
Menschheit selbst dem Untergang preisgegeben werden".
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Vor
allem müssten insbesondere die Verantwortlichen der Nationen
ein klares "Ja zum Leben"
sagen.
"Achtung vor dem Leben: hier beginnt alles, da
das grundlegendste Menschenrecht sicherlich das Recht auf Leben
ist".
"Abtreibung, Euthanasie und Klonen des Menschen drohen
den Menschen auf ein bloßes Objekt zu beschränken,
sozusagen Leben und Tod auf Bestellung!". |
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Zweitens
verlangte der Papst die "Achtung
des Rechts", denn "das Leben in Gesellschaft,
insbesondere im internationalen Bereich, setzt gemeinsame und
unveräußerliche Prinzipien voraus, deren Ziel es
ist, die Sicherheit und Freiheit der Bürger und Nationen
zu garantieren. Diese Verhaltensregeln sind die Grundlage nationaler
und internationaler Stabilität".
"Heutzutage verfügen die verantwortlichen
Politiker über sehr angemessene Texte des Rechts. Man muss
sie nur auch in die Tat umsetzen. Die Welt wäre ganz anders,
würde man beginnen, die unterzeichneten Abkommen auch ehrlich
anzuwenden".
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Drittens
hob der Heilige Vater die "Pflicht
zur Solidarität" hervor. "In einer
von Information überfütterten Welt, in der es aber paradoxerweise
an Kommunikation mangelt und in der die Lebensbedingungen eine
skandalöse Ungleichheit an den Tag legen, ist es wichtig,
nichts unversucht zu lassen, damit sich alle für das Wachstum
und den Wohlstand aller verantwortlich fühlen. Davon hängt
unsere Zukunft ab".
"Ein arbeitsloser Jugendlicher, ein zum Außenseiter
gewordener behinderter Mensch, verlassene alte Menschen, von Hunger
und Elend geplagte Länder lassen den Menschen nur allzu oft
verzweifeln und der Versuchung erliegen, sich einzuigeln oder
Gewalt anzuwenden", sagte Johannes Paul II. abschließend.
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Nimmt
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Quelle:
Zenit
Furche
Zusammengestellt
von F. Herzog
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