Das
Kind in der Krippe ...!
Das
Kind aus dem Reagenzglas ...?
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Weihnachten
steht vor der Tür. Während wir uns um die Krippe versammeln und die
Geburt unseres Herren als den "neuen Menschen" nach
Adam feiern, bemühen sich zahllose Forscher rund um den Globus
durch Genmanipulation, Embryonen-Selektion oder biotechnische
Konstruktionen den "neuen Menschen" auf ihre Art und Weise
zu erschaffen.
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Ende
Oktober
trafen sich in Mariazell erstrangige Fachleute aus Medizin,
Theologie, Rechtswissenschaft und Medienwelt zu den von der
Mariazeller
Akademie veranstalteten Mariazeller Gesprächen.
Ethik
in der Forschung - "Menschenzucht?" war der Titel der
Veranstaltung Ethischen
Fragen soll in Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und in der öffentlichen
Debatte mehr Raum gegeben werden. Das wurde auch in der veröffentlichten
Abschlussresolution gefordert. Die Teilnehmer sprachen sich weiter
dafür aus, dass die Unantastbarkeit der Menschenwürde auch in der
österreichischen Verfassung deutlich deklariert wird.
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Vor einer
"fortschrittsfeindlichen" Haltung im Bereich der
Biotechnik "auf Grund nicht vorhandenen Verständnisses, nicht
angeeigneten Wissens und der daraus resultierenden eingeschränkten
Beurteilungsfähigkeit" warnte der Wiener Gynäkologe und
Vorsitzende der Bioethikkommission, Prof. Johannes Huber. Es sei
falsch, Orwellsche Szenarien zu beschwören. Umgekehrt sei die
Wissenschaft gefordert, Wertvorstellungen in die Diskussion
einzubringen. Allerdings habe er den Eindruck, dass die Zahl der
Wissenschaftler mit klaren Werten "immer geringer" werde.
Im Rahmen einer notwendigen öffentlichen Debatte sei insbesondere
auch der christlichen Tradition ein hoher Stellenwert zuzumessen.
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Die
Fortschritte in der biomedizinischen Forschung schüren einerseits
große Hoffnungen in Therapien für derzeit noch unheilbare
Erkrankungen, andererseits aber auch Ängste hinsichtlich der
Integrität und Würde des Menschen. Das stellte der in Hagen
lehrende deutsche Philosoph Jan B. Beckmann fest.
"Bisher
war es so, dass Wissenschaftler etwas entdecken, etablieren und dann
fragen, ob es gut ist", erläuterte Beckmann. Diese Haltung sei
nun nicht mehr haltbar. Heute habe "das Können das Dürfen
schon weit überschritten", ist der Philosoph überzeugt.
Allerdings sei auch die Gesellschaft aufgefordert "zu sagen, wo
sie Grenzen gezogen haben will": Man könne diese Diskussion
nicht nur den Experten überlassen, "das muss öffentlich
gemacht werden", so Beckmann. |
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Wer
meine, der "neue Mensch" werde sich durch Genmanipulation,
durch Embryonen-Selektion oder durch biotechnische Konstruktion
herstellen lassen, werde immer der Kritik von Christen begegnen.
Wer
dabei den Christen vorwerfe, "Modernitätsverweigerung"
zu betreiben, stehe in "merkwürdigem Gegensatz"
zum genau gegenteiligen Vorwurf, wonach der jüdisch-christliche
Schöpfungsglaube die Natur entzaubert und damit erst gefährliche
Eingriffe in Gang gebracht hätte.
Diözesanbischof
Egon Kapellari |
| Bischof
Kapellari verwies auf das biblische Bild vom Menschen als
"Gottes Ebenbild", dem die Schöpfung zur Gestaltung
und Entfaltung anvertraut ist. Die dabei dem Menschen von Gott
gesetzten Grenzen betreffen nicht die menschliche Erkenntnis.
Es gehe um eine Absage an die Versuchung, über andere gottgleiche
Macht auszuüben. Grenzen des Eingreifens in die Natur zeichneten
sich auch in der Erzählung vom Turmbau zu Babel ab.
Eine
heutige Variante des biblischen Turmbaus könnte das "Human-Genom-Projekt"
sein, bei dem die genetischen Baupläne und molekularen Bausteine
verwendet und embryonales Leben verbraucht werde, um etwa Nerven-
oder Muskelzellen zu züchten oder mit Hilfe des Klonens Kopien
von sich selbst herzustellen. Hier stehe die Personalität
und die "individuelle Würde des Menschen" auf dem
Spiel. |

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Der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos
betonte beim Vespergottesdienst im Rahmen der "Mariazeller
Gespräche", die Christen seien angesichts der wissenschaftlichen
Entwicklungen neu herausgefordert, das Menschenbild vor "Entpersonalisierung
und Degradierung" zu schützen.
Der
Respekt vor der Persönlichkeit des Menschen gehöre zu den höchsten
Idealen und Werten der heutigen Zeit. Die Überzeugung, dass
jeder Mensch eine einmalige Person ist, die als solche Rechte
und Würde hat, gehe auf den christlichen Glauben und seine Auffassung
vom Menschen als Abbild und Gleichnis des dreieinigen Gottes
zurück. |
| Der
"ethische Diskurs" sei deswegen so schwer in die öffentliche
Diskussion einzubringen, weil sich Naturwissenschaften auf der
einen Seite und Geisteswissenschaften und Theologie auf der
anderen Seite "weit auseinanderentwickelt" hätten
und nur ganz wenige Persönlichkeiten über eine ausreichende
Kompetenz verfügten, stellte Bischof Kapellari fest. Umsomehr
trat er für die Förderung einer "interdisziplinären Kommunikation"
ein; Theologen und andere kirchliche Verantwortungsträger
hätten hier Wichtiges beizutragen. |
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Bringt
die Gentechnik Hilfe in der Medizin?
Oder
versündigt sich die Wissenschaft hier an der Schöpfung?
Wo
sollen die Grenzen der wissenschaftlichen Forschung gezogen werden?
Kommt
für uns der "neue Mensch" noch aus der "Krippe" oder
bald aus dem "Reagenzglas"?
Wie
denken Sie darüber?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser
FORUM
Quelle:
KAP; Mariazeller
Akademie
Zusammengestellt
von F. Herzog
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