Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien

Thema August 2002

01 / 282 22 44 pfarre.stadlau@donbosco.at
 

Zahl der Ehescheidungen 2001 um 5,3 Prozent gestiegen!
46 von 100 Ehen enden vor dem Scheidungsrichter!

Im Jahr 2001 wurden laut STATISTIK AUSTRIA 20.582 Ehen geschieden, um 1.030 oder 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf 100 Ehen eines durchschnittlichen Heiratsjahrgangs entfielen damit 46 Scheidungen. 18.961 Minderjährige wurden zu Scheidungswaisen.

46 Prozent aller gegenwärtig bestehenden Ehen werden - unter der Voraussetzung von gleichbleibenden ehedauerspezifischen Scheidungsraten wie im Berichtsjahr - früher oder später vor dem Scheidungsrichter enden.

Bei 1,9 Prozent der Scheidungen hatte die Ehe nicht einmal ein Jahr, bei 5,7 Prozent ein bis zwei Jahre, bei 5,9 Prozent zwei bis drei Jahre und bei 6,6 Prozent drei bis vier Jahre gedauert. Auf der anderen Seite hatten 9,3 Prozent der geschiedenen Paare bereits die Silberne Hochzeit hinter sich. Es gab sogar acht Paare, die nach der Goldenen Hochzeit auseinander gingen. Im Durchschnitt waren die Männer bei der Scheidung 40,4 und die Frauen 37,7 Jahre alt.

In 6.977 Fällen (33,9 Prozent) war die geschiedene Ehe kinderlos geblieben. Aus 5.920 Ehen war je ein Kind hervorgegangen, 5.837 hatten zwei und 1.848 drei oder mehr Kinder. Die Scheidungen des Jahres 2001 betrafen 18.961 Minderjährige. Von diesen Kindern waren 1.760 zur Zeit der Scheidung der Eltern noch nicht drei Jahre alt, 3.601 im Kindergartenalter, 4.878 im Volksschul-  und 4.349 im Hauptschulalter. Zu den Jugendlichen von 14 bis unter 19 Jahren zählten 4.373 Scheidungswaisen. Darüber hinaus gab es noch 4.754 Kinder, die bereits volljährig waren, als sich die Eltern scheiden ließen. Im Schnitt hatten die geschiedenen Ex-Ehepaare nur 1,15 Kinder.

Nackte Zahlen?     Trockene Statistik?     

 
Die Konsequenz daraus:

Achselzucken?      Kopfschütteln?      
Den Zeitgeist und die moderne Gesellschaft beklagen? 

... und dann wieder zur Tagesordnung übergehen?

Das KANN und DARF doch nicht so sein!

 
UND WAS SAGEN DIE KIRCHEN 
UND IHRE INSTITUTIONEN DAZU?

In diesem Zusammenhang warnte der Familienbischof Küng vor einer "falschen Relativierung" des Familien-Begriffes. Bei einer Familie im eigentlichen Sinn handle es sich "um Mann und Frau, die miteinander verheiratet sind, zusammen mit ihren Kindern". Gerade für die Kinder sei das richtige Familienverständnis wichtig. Kinder brauchten die "Geborgenheit einer festen Bindung der Eltern". Der Bischof wörtlich: "Vater und Mutter sind nicht austauschbar". Das "Manko" einer zerbrochenen Familie hänge den Betroffenen in der Regel "ein Leben lang" nach.

Der Bischof verwies auf viele Umfragen, die zeigten, dass sich fast alle Menschen eine "gesunde und intakte Familie" wünschen. 

In die gleiche Kerbe schlägt auch der evangelische Superintendent Horn, wenn er meint, dass die Ehe weitgehend nicht mehr als eine von Gott eingesetzte ganzheitliche Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen werde und dass es immer weniger gelingt, Ehekrisen zu bewältigen. Vielfach sei auch das Bewusstsein verlorengegangen, dass man eine Ehe nicht einfach auflösen könne wie einen Miet- oder Arbeitsvertrag. Die richtige Antwort auf Schwierigkeiten in der Ehe sei nicht der Zweifel an der Ehe, sondern das eigene Bemühen um die Ehe. Für eine Gesellschaft könne es nicht gleichgültig sein, ob die Ehen intakt sind oder nicht. 

Katholische Aktion für "Ehelust statt Ehefrust"

Das neugegründete Forum "Beziehung, Ehe und Familie"  
will mit Unterstützungs-Angeboten für Eheleute Scheidungszahlen eindämmen.

Gegen den Trend der steigenden Scheidungsraten will sich das Forum "Beziehung, Ehe und Familie" der Katholischen Aktion Österreich mit vielfachen Initiativen bemühen, "Lust auf Ehe zu machen und Paaren Begleitung und Unterstützung zu bieten". Neben gesamtgesellschaftlich negativen Einflüssen auf das Eheleben wie Arbeitslosigkeit, steigende Flexibilität im Beruf oder enge Wohnverhältnisse scheiterten Beziehungen oft an einer "ungenügenden Gesprächskultur", so Brigitte Ettl vom Forum. Daher sei ein wichtiger Aspekt für das Gelingen von Beziehungen die "Kommunikations- und Konfliktfähigkeit". Denn Kommunikation sei sehr vielschichtig und anfällig für Störungen.

Um auf die sich verändernden Bedürfnisse von Paaren eingehen zu können, sei in den vergangenen Jahren vermehrt an kreativen und angemessenen Angeboten im Bereich der Ehevorbereitung und -begleitung gearbeitet worden. In den Diözesen finde sich ein breit gestreutes Angebot von Tagesseminaren bis zu monatelangen Kursen.

Das Forum bietet mit der Website "www.eheonline.at" neuerdings auch eine Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Ehe. Hier gehe es mittels einer inhaltlichen Auseinandersetzung darum, Menschen Mut zu machen für die Ehe und die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch zu bieten.


Werden wir in einem Jahr, bei Veröffentlichung der Statistik für 2002, aufs Neue schockiert sein?

Müssen wir die Entwicklung hinnehmen, so wie sie ist?

Haben wir die Chance ein Umdenken herbeizuführen?

Was können wir tun, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten ?

 
Wie denken Sie darüber? 

Schreiben Sie uns Ihre Meinung in unser Gästebuch

Zusammengestellt von F. Herzog

Zu allen bisherigen Monatsthemen ...