Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien

Thema Februar 2002

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PUNK ROCK UND DIE 10 GEBOTE

Auf ihrer CD "Opium für's Volk" beschäftigen sich 
Punk-Rocker aus Düsseldorf 
mit verschiedenen 
Fragen zu Religion und Weltanschauung.
 

Leadsänger Campino hatte, als er die Texte schrieb, 
selbst einige Wochen als Gast 
im Benediktiner-Kloster Meschede 
im Sauerland verbracht.

Das Lied "Die zehn Gebote" beschäftigt sich mit der Rolle Gottes als allmächtiger Welten-Schöpfer und Gesetzgeber. Im Grunde stellt es Gott als tyrannischen Despoten dar. Weil der Refrain sich aber als Ansprache direkt an Gott richtet, ist es auch eine Art Gebet. 

Das ist in der Geschichte des jüdisch-christlichen Glaubens nichts völlig Ungewöhnliches. Auch viele der Psalmen sind Anklagen an Gott.

Fraglich ist aber, ob Gott wirklich als so streng gelten muss, wie er hier und von vielen anderen Menschen empfunden wird. Jesus jedenfalls und auch viele Autoren des Ersten Testamentes berichten, dass Gott langmütig und barmherzig ist und im Grunde jede Schuld vergibt, wenn man ihn nur darum bittet.

Wahrscheinlich urteilt Gott sogar viel, viel weniger streng über die Menschen, als sie es selber zu tun pflegen.

(Konstantin Zimmer)


„Die zehn Gebote" 
Einmal hat Gott der Welt erklärt:

 
Nur ich allein bin der Herr.
Ich dulde keine Götter neben mir.
 
 
Du sollst immer nur mich verehren.
Sprich meinen Namen nicht unnütz aus!
 

 
 
Quäl dich sechs Tage, bleib am siebten zu Haus!
Ich schuf den Himmel und die Erde und auch das Meer.
Einmal in der Woche dankst du mir dafür!
 
 
Ehre deine Eltern, damit du lange lebst,
in diesem Land, das der Herr dir gibt!
 
 
 
Du sollst nicht töten, und du sollst nicht stehlen!
Und du sollst in der Ehe nicht fremdgehen!
 

 
 
Du sollst nicht lügen und nichts Falsches erzählen,
ein ehrliches, redliches Leben führen,
das Haus und die Frau deines Nächsten nicht begehren,
und nichts von dem, was deinem Nächsten gehört!
 

 
 
Wenn ich Du wär', lieber Gott,
und wenn Du ich wärst, lieber Gott,
glaubst Du, ich wäre auch so streng mit Dir? 
 

 
 
Wenn ich Du wär', lieber Gott,
und wenn Du ich wärst, lieber Gott,
würdest Du die Gebote befolgen, nur wegen mir?
 
 
 
Gott war verzweifelt, als er sich ansah:
seine Kinder haben jeden Tag neu versagt!
 
 
Zur Rettung hat er uns seinen Sohn geschenkt,
doch der starb umsonst, denn nichts änderte sich!
 
 
Und jede Warnung, jede Drohung, die vom Himmel kam,
wurde überhört, von den Schatten des Herrn!
 
   
Und jeden Tag versagen wir ein weiteres Mal!
 

 
  
Wenn ich Du wär', lieber Gott,
und wenn Du ich wärst, lieber Gott,
glaubst Du, ich wäre auch so streng mit Dir?
 

 
 
Wenn ich Du wär', lieber Gott,
und wenn Du ich wärst, lieber Gott,
würdest Du die Gebote befolgen, nur wegen mir?
 
 
 
(Die Toten Hosen)

Ist diese zugegebenermaßen etwas krasse Darstellung der 10 Gebote zulässig? 
Darf man die heiligen Texte des Dekalogs so verzerren? 
Darf man sich so scheinbar mit Gott auf eine Stufe stellen und ihn anklagen?

Oder kann über die wilden und harten Klänge einer Punkrock-Band 
die Jugend einen Zugang zu Gott finden? 

Stören die Akkorde einer Hardrockband die Kirchenruhe oder kann es Jugendliche
die vielleicht sonst der Kirche fern stehen oder ihr gegenüber skeptisch sind, 
weil sie sie für „altvatterisch“ und „verzopft“ halten,  
zum Nachdenken über Gott und seine Gebote veranlassen? 

Wie denken Sie als Jugendlicher oder als Erwachsener darüber?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu bitte ins
Gästebuch!

Zusammengestellt von F. Herzog
 siehe auch:
http://www.amen-online.de/