Konzilstheologe Karl Rahner
1904 - 1984
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"Das reichhaltige Lebenswerk des Theologen Karl Rahner bleibt auch für kommende Generationen wegweisend": Das betonte der Rahner-Kenner und Redakteur der Münchner Jesuitenzeitschrift "Stimmen der Zeit", Pater Andreas Batlogg SJ, bei einem Vortrag über das Leben und Wirken des einflussreichen Konzilstheologen.
"Vieles, was heute Allgemeingut in der Theologie ist, geht auf Karl Rahner zurück, und viele wissen das gar nicht", sagte Batlogg.
Rahner wurde am 5. März 1904 in Freiburg (Deutschland) als eines von sieben Kindern eines Gymnasialprofessors und einer Hausfrau geboren. Nach dem Abitur trat er 1922 im vorarlbergischen Tisis bei Feldkirch in den Jesuitenorden ein. Nach der fundierten ordensüblichen Ausbildung wurde Rahner 1932 in München von Kardinal Michael Faulhaber zum Priester geweiht.

Ab 1934 studierte Rahner in seiner Heimatstadt Freiburg Philosophie. Zum Doktor der Theologie wurde er 1936 in Innsbruck promoviert. Als die Nationalsozialisten 1939 allen Jesuiten "Gauverbot" verhängten, ging Karl Rahner nach Wien, hielt im Geheimen Vorlesungen für junge Jesuiten und war Vortragender bei den "Theologischen Kursen" für Laien am Stephansplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948, kehrte Rahner nach Innsbruck zurück und wurde ordentliche Professor.

In Rom galt Rahner bei manchen Vertretern der Kurie als zu "fortschrittlicher" Theologe, unter anderem wegen seines prophetischen Vortrages "Löscht den Geist nicht aus!" beim Österreichischen Katholikentag am 1. Juni 1962 in Salzburg. Im Sommer 1962 ebnete schließlich Papst Johannes XXIII. persönlich den Weg des Jesuiten zum Konzil und machte dort das "Erfolgsduo" König/Rahner möglich.
Ab 1964 lehrte Karl Rahner ln München und Münster. 1971 wurde er emeritiert, blieb aber weiter überaus produktiv.
Bis 1981 blieb Karl Rahner in München und übersiedelte dann nach Innsbruck. Dort starb er am 30. März 1984 als - so Pater Batlogg - "einer der bekanntesten Theologen des 20. Jahrhunderts, ein bedeutsamer Konzilstheologe und Berater von Bischöfen und Synoden und als ein Mann des offenen Wortes in der Kirche".
Karl Rahner und Wien
Symposion zum 100. Geburtstag
19. bis 21. März 2004