"Das
reichhaltige Lebenswerk des Theologen Karl Rahner bleibt auch
für kommende Generationen wegweisend":
Das betonte der Rahner-Kenner und Redakteur der Münchner
Jesuitenzeitschrift "Stimmen der Zeit", Pater Andreas
Batlogg SJ, bei einem Vortrag über das Leben und Wirken
des einflussreichen Konzilstheologen.
"Vieles, was heute Allgemeingut in der Theologie
ist, geht auf Karl Rahner zurück, und viele
wissen das gar nicht", sagte Batlogg.
|
|
| Rahner wurde am 5. März 1904 in Freiburg (Deutschland)
als eines von sieben Kindern eines Gymnasialprofessors und einer
Hausfrau geboren. Nach dem Abitur trat er 1922 im vorarlbergischen
Tisis bei Feldkirch in den Jesuitenorden
ein. Nach der fundierten ordensüblichen Ausbildung wurde
Rahner 1932 in München von Kardinal Michael Faulhaber zum
Priester geweiht.
Ab 1934 studierte Rahner in seiner Heimatstadt Freiburg Philosophie.
Zum Doktor der Theologie wurde er 1936 in Innsbruck
promoviert. Als die Nationalsozialisten 1939
allen Jesuiten "Gauverbot" verhängten, ging
Karl Rahner nach Wien, hielt im Geheimen
Vorlesungen für junge Jesuiten und war Vortragender bei
den "Theologischen Kursen" für Laien am Stephansplatz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948, kehrte
Rahner nach Innsbruck zurück und wurde
ordentliche Professor. |
In Rom galt Rahner bei manchen Vertretern der
Kurie als zu "fortschrittlicher" Theologe,
unter anderem wegen seines prophetischen Vortrages "Löscht
den Geist nicht aus!" beim Österreichischen
Katholikentag am 1. Juni 1962 in Salzburg. Im Sommer 1962 ebnete
schließlich Papst Johannes XXIII. persönlich den
Weg des Jesuiten zum Konzil und machte dort
das "Erfolgsduo" König/Rahner
möglich.
Ab 1964 lehrte Karl Rahner ln München
und Münster. 1971 wurde er emeritiert, blieb aber
weiter überaus produktiv.
Bis 1981 blieb Karl Rahner in München und übersiedelte
dann nach Innsbruck. Dort starb er am 30. März
1984 als - so Pater Batlogg - "einer der
bekanntesten Theologen des 20. Jahrhunderts, ein bedeutsamer
Konzilstheologe und Berater von Bischöfen und Synoden und
als ein Mann des offenen Wortes in der Kirche".
|
|
|