Pfarrfahrt der Pfarre Stadlau
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PFARRFAHRT nach Mayerling, Klein-Mariazell, Hafnerberg und Stift Heiligenkreuz am Samstag, 10. Oktober 2015

Zur Pfarrfahrt am Samstag, 10. Oktober 2015, trafen sich 43 Pfarrangehörige und bei guter Stimmung fuhren wir mit dem Bus Richtung MAYERLING, der ersten Station unserer Reise. Mayerling ist ein Stück Weltgeschichte. Am 30. 1. 1889 ereignete sich hier eine Tragödie: Kronprinz Rudolf, der Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, sowie die 17-jährige Mary Vetsera wurden im Jagdschloss von Mayerling erschossen aufgefunden. Die Wiener Hofärzte obduzierten den Leichnam des Kronprinzen und attestierten eine „geistige Verwirrung“, wodurch der Kronprinz mit allen kirchlichen Zeremonien beigesetzt werden konnte. Die Ermittlungen ergaben aber, dass Kronprinz Rudolf seine Freundin getötet und dann mit einem Kopfschuss Selbstmord begangen hat. Am 31. Juli 2015 sind die Abschiedsbriefe von Mary Vetsera im Original aufgetaucht, wo sie schreibt „Am 30. Jänner 1998 haben zwei Verliebte sich selbst den Tod gegeben.“ Baroness Mary wurde in das Stift Heiligenkreuz gebracht und auf dem Friedhof von Heiligenkreuz beerdigt. Mary Vetsera wurde dann noch drei Mal beerdigt: am 16. 5. 1889 2. Beerdigung in einem Prunksarg aus Kupfer, 1945 Plünderung durch sowjetische Soldaten und am 7. 7. 1959 neuerliche Bestattung in einem Zinnsarg. Im Juli 1991 Diebstahl durch einen Linzer Möbelhänder, 28.10.1983 letzte Bestattung. Noch im Jahr 1889 ließ Kaiser Franz Joseph I. das Jagdschloss in ein Kloster umbauen.

Die interessante Schloss- und Klosteranlage mit einer attraktiven Ausstellung erinnert an die Tragödie von 1889. Heute leben in Mayerling Karmelitinnen, die für alle unglücklichen Menschen beten.

Unsere zweite Station war KLEIN-MARIAZELL, wo wir mit Br. Wolfgang Gottesdienst feierten. Die Kirche wurde 1136 durch Markgraf Leopold III. als Klosterkirche der Benediktiner gestiftet. 1782 Aufhebung des Klosters durch Kaiser Joseph II. - Verfall der Kirche. Durch die Initiative von Kardinal Schönborn wurde die Kirche restauriert und zum 1. Adventsonntag 1998 wieder feierlich seiner Bestimmung übergeben. Ursprünglich wurde die Kirche als romanische, dreischiffige Pfeilerbasilika gebaut, später barockisiert, mit mittelalterlichem Kreuzgang, spätromanischem Westportal und Fresken von Joh. Baptist Wenzel Bergl. Wiedererrichtung und Besiedelung des Klosters durch „Brüder Samariter der Flamme der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens“ im Jahre 2005. Am 3. Mai 2007 Erhebung zur Basilika minor durch Papst Benedikt XVI.

Gleich gegenüber der Basilika konnten wir uns dann im Gasthof stärken bevor wir dann zur Kirche von HAFNERBERG fuhren. Sie begründete ihre Bedeutung als katholische Wallfahrtskirche an der Via sacra, dem Pilgerweg von Wien nach Mariazell. Der Ursprung der Kirche geht auf eine Mariensäule zurück, die 1653 vom Müllermeister Reichhard aus Fischamend anlässlich eines Verlöbnisses errichtet wurde und noch samt Gnadenbild hinter dem Tabernakel steht. 1716 Errichtung einer Kapelle, durch rege Wallfahrtstätigkeit Bau einer Kirche ab 1729 mit Kuppelfresko von Josef Ignaz Mildorfer, das die Himmelfahrt Mariens zeigt. Der Hochaltar wurde 1744 nach einem Entwurf von Balthasar F. Moll gestaltet, der auch den Doppelsarkophag von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen und weitere Grabdenkmäler in der Kapuzinergruft geschaffen hat.

Anschließend fuhren wir zum STIFT HEILIGENKREUZ, wo uns P. Severin herzlich begrüßte. Er hat uns dann erzählt, dass er Stadlauer Wurzeln hat und außerdem Br. Wolfgang bei einer Fortbildung in der ED Wien kennengelernt hat und sich sehr freut, dass er uns das Stift zeigen kann. Das Stift Heiligenkreuz wurde im Jahr 1133 vom Hl. Leopold gegründet, auf Anraten seines Sohnes, des seligen Otto von Freising. P. Severin informierte uns, dass derzeit 91 Mönche in der Zisterzienserabtei sind, die eine Hochschule päpstlichen Rechtes mit über 200 Studenten, von denen sich drei Viertel auf das Priestertum vorbereiten, zwei Priorate, 21 Pfarren und das Priesterseminar Leopoldinum betreuen. Die Mönche stehen vor 5 Uhr auf und kommen um 5.15 Uhr zum ersten Chorgebet, von 8 bis 12 Uhr Arbeit. Um 12 Uhr Gebet in der Kirche, dann wird das Mittagessen gemeinsam eingenommen und von 14 bis 18 Uhr gehen die Mönche wieder ihrer Arbeit nach. Um 18 Uhr Vesper, anschließend Abendessen, um 19.50 Uhr treffen alle im Kreuzgang zusammen um einen Abschnitt aus der Regel des heiligen Benedikt zu hören.

P. Severin führte uns vom Stiftshof mit der Dreifaltigkeitssäule durch den mittelalterlichen Kreuzgang in den gotischen Kapitelsaal als Grablege des letzten Babenbergers, Friedrich des Streitbaren (+1246), vorbei an der skurril-barocken Totenkapelle und dem hochgotischen Brunnenhaus mit dem Bleibrunnen und den farbenprächtigen Glasscheiben aus dem 13. Jahrhundert. In der Sakristei bewunderten wir die Rokokofresken und die wertvollen Intarsienschränke. In der mittelalterlichen Abteikirche sieht man das romanische Langhaus aus dem 12. Jahrhundert und den hochgotischen Hallenchor aus dem 13. Jahrhundert, das barocke Chorgestühl von Giovanni Giuliani und die mächtige Orgel von Ignaz Kober. Ein großes Lob und Dankeschön an P. Severin, der uns über zwei Stunden durch das Stift führte. Er hat uns viele interessante Details aus dem Klosterleben erzählt und wir waren sehr beeindruckt.

Den ereignisreichen, interessanten und schönen Tag haben wir dann beim Heurigen ausklingen lassen.

 

Bericht u. Fotos: Maria Smahel