Zu Fuß nach Rom
31.5. - 15.6. 2014
01 / 282 22 44
pfarre.stadlau@donbosco.at

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Franz, Gottfried und ab morgen Kurt wollen den Jakobsweg von der Tschechischen Grenze bis Rom zu Fuß gehen.
Wir, meine Frau Marianne und ich begleiteten sie die ersten 4 ½ Tage dabei.

Ein Reisebericht über die ersten vier Tage:

Mittwoch,
14 Uhr: Vor kurzem arbeitete ich noch, nun stehe ich an der Westausfahrt und warte auf meine Wanderkollegen, die direkt vom Reisesegen Pater Randas aus unserer Pfarre kommen. Es soll mit dem Auto nach Linz gehen, von wo wir mit einem Bus nach Bad Leonfelden fahre wollen.
18 Uhr: Morgen ist der 1. Mai, ein Feiertag. Nach einigen Staus steigen wir aus dem Bus aus. Plötzlich ein Schrei: “Meine Kamera!“ Sie war Franz aus der Hose gefallen und im letzten Moment hält er den Bus mitten auf der belebten Bundesstraße auf. Das war knapp. Nach einem kurzen Halt zum Lebensmitteleinkauf beginnen wir den ca. 1 ½ Stunden langen Weg zu unserem Quartier in Schönau.
20 Uhr: Die ältere Vermieterin der Pension Sösser hat uns eine kalte Platte bereitet und setzt sich zu uns. Ihr Sohn ist sehr geschickt und repariert ihr viele Sachen im Haus.

Donnerstag
,
8 Uhr: Frühstückszeit. Mit vollem Bauch starten wir über Zwettl an der Rodl und über die erste Steigung nach Oberneukirchen in den ersten richtigen Wandertag. Die Markierungen sind nicht sehr eindeutig, und so machen wir jede Menge Umwege. Mal querfeldein, mal entlang der Bundesstraße führt der Weg zur Mittagsrast in Untergeng.
14 Uhr: Als wir den Gasthof verlassen, lernen wir Gabi kennen. Sie hilft beim Aufbau eines Maifestes und als sie von unserem Vorhaben erfährt, bekommen wir wunderbaren Kuchen zur Nachspeise geschenkt.
15 Uhr: Die Steigung durch den Wald nach Eidenberg ist geschafft. Unterwegs sehen wir ein paar lustige Tiere, wie kahlgeschorene Lamas. Na, vielleicht schickt wer, der diese Tierart kennt (siehe Fotos) ein Mail an unseren Webmaster und der sagt es mir.
16 Uhr: Wir sind am Ziel. Die Eidenberger Alm verwöhnt uns mit Gemütlichkeit und W-Lan. Ich lade mir tolle Wanderkarten auf das Handy um in Verbindung mit dem GPS für die nächsten Strecken ohne Markierung gerüstet zu sein.

Freitag,
7.30 Uhr. Wir wollen es zeitig angehen. Traude, sie bereitete das Frühstücksbuffet vor, gab uns Wurstemmeln und Obst mit auf den Weg und wäre am liebsten selbst mitgegangen. Auf der ca. 30 Minuten entfernten Giselawarte genießen wir die herrliche Aussicht. Es geht den Berg von 930 auf 260 Höhenmeter hinunter. Oft begegnen wir Mountain Biker, die das herrliche Wetter nutzen. In einem Garten neben dem Weg arbeitet eine Frau. DIE Gelegenheit für Franz, wieder auf sein Projekt aufmerksam zu machen. Ein nettes Gespräch folgt, aber zum Mitgehen hat sie dann doch keine Zeit.
12 Uhr: In Linz an der Donau essen wir unsere Wurstsemmel. Im Stadtzentrum lädt uns Gottfried in einen tollen Biergarten ein. Diese Stärkung brauchten wir auch, denn von da weg zieht sich der Weg schier endlos durch Linz. Die endlose Wiener Straße, sechs Straßenbahnhaltestellen und über 500 Hausnummern lang raubt uns unsere Kraft.
16 Uhr:Wir sind in Ebelsberg. Endlich liegt Linz hinter uns und wir gehen über wunderbare Graswege über Ölkam bis St. Florian und suchen in einer Nachbarortschaft unser Quartier.
17 Uhr: Nach 8:52 Stunden und 32 Kilometern vulgo 44.507 Schritten (Self Tracking macht es möglich) verschwinden wir bald nach einer feinen Dusche dem Nachtmahl im Bett.

Samstag,
7.30 Uhr. Diese Zeit eignet sich herrlich zum gemeinsamen Frühstück. Es regnet. Bedeckt mit Regenschutz geht es retour nach St. Florian und etwas später über Feldwege vorbei an großen Bauerngehöften Richtung Süden. Vor Niederfraznleiten verpassen wir eine Wegabzweigung und setzen unseren Weg durch den Wald und hohe Wiesen fort. Bei Regen eine Herausforderung an die Dichtheit unserer Schuhe.
9.00 Uhr: Mit lautem Hallo und Grüß Euch begegnen wir immer wieder Pilgern, die von umliegenden Ortschaften teilweise seit 5 Uhr früh unterwegs sind zu einem Florianifest im Stift, wo Bischof Schwarz eine Messe hält. Wir plaudern mit allen und bekommen von einer Dame ein vierblättriges Kleeblatt mit, welches sie zuvor gefunden hat. Glück für die weitere Reise. Ein Autofahrer, der an uns regennassen Gestalten vorbeifährt, hält uns für verrückt, als Franz im erklärt, das wir nach Rom gehen.
12 Uhr: Wir haben Hunger. Nirgends ein Gasthof. Doch da, plötzlich in Losensteinleiten eine Tankstelle mit einem kleinen Cafe. Würstel bringen die Stärkung für die nächsten Regenkilometer. Brrr, das Gewand ist feucht und kalt. Ich brauche einen Kilometer, bis ich wieder auf Temperatur komme.
16.30 Sierning ist erreicht. Es regnet noch immer, und wir suchen unser Quartier. In der Unterkunft gibt es eine Dusche auf dem Gang und wir wärmen uns der Reihe nach auf. Im Zimmer: 2 Fernseher, aber keiner funktioniert.
18.00 Uhr: Wir gehen Essen. Der Wirt empfängt uns mit den Worten: „ Ah, ihr seid die Pilger nach Rom“. Ja, so schnell spricht sich das in der Ortschaft rum.
20.00 Uhr: Ich lese die Daten auf dem GPS ab: 28 Kilometer, 40.272 Schritte.

Sonntag,
7.30 Uhr: Im benachbarten Forsthof genehmigen wir uns ein Frühstücksbuffet. Die Sonne scheint zwar, aber es ist bewölkt und im Wald ziemlich kalt.
11. 00 Uhr: Wir müssen ans Umdrehen denken. Franz und Gottfried wandern weiter auf die 1.100 Meter hohe Grünburger Hütte. Wir wären nur zu gerne weiter mitgegangen, müssen jedoch die 9 Kilometer nach Sierning retour, wo uns der Autobus zu unserem abgestellten Wagen bringt. Zurück nach Wien. Morgen heißt es arbeiten.

16:00 Uhr Ein SMS auf der Heimfahrt: Franz und Gottfried haben die Hütte erreicht.

Wir wünschen den beiden und ab morgen, wo Kurt dazu stoßt, den dreien alles Gute auf ihrer weiteren Wanderung.

Bericht u. Fotos: Franz Hamberger