Ist Religion Privatsache?
Podiumsdiskussion am 26.3.2014
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Diese Frage stellte Karl Humpelstetter als Diskussionsleiter den beiden Diskutanten Mag. Eytan Reif, Initiative Religion ist Privatsache und Dr. Max Angermann, Erzdiözese Wien.

Es ergab sich eine lange interessante Diskussion, während der sich Herr Mag. Reif unter anderem mit den schon bekannten Ansichten der Initiative im Bezug auf Kreuze in den Schulen; einer Kritik an einer neuen Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, das ausführt, dass das Kreuz in der Schule stellvertretend für das christliche Abendland steht; Nein zum Ethikunterricht als Ersatzpflicht zum Religionsunterricht auseinandersetzte. Religion wird nicht gesetzlich definiert, sondern nur vom Kultusamt - danach ist „Religion eine umfassende Weltanschauung mit mehr oder weniger Organisation und Transzendenzbezug“. Die Religionsfreiheit ist in der Europäischen Menschenrechtskonvention normiert. Für Herrn Reif ist Religion unbedingt Privatsache. Der Sonntag bleibt, weil er eine realistische Notwendigkeit zur Wohlbefindenssteigerung ist.

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Herr Dr. Angermann hebt hervor, dass ohne christliche Religion Europa nicht diese Entwicklung genommen hätte, die es genommen hat, sie gibt dem Staatsbürger Orientierungshilfe und hat eine Rückbindung an etwas Höheres, verbunden mit Transzendenz. Der gesamte Jahresfestkreis spiegelt sich im weltlichen Jahresablauf wider – Weihnachten, Ostern, Pfingsten; wöchentlich der Sonntag. Religion ist nur dort Privatsache, wo der einzelne Gläubige Sakramente empfängt oder betet, an Gottesdiensten teilnimmt. In allen anderen Bereichen hat Religion den Staat beeinflusst und ist daher nicht Privatsache.

Pfarrer Pater Hans Randa SDB meinte, dass es wertvoll ist, dass es diese Initiative gibt, weil sie manches bewusst macht, was für uns selbstverständlich geworden ist, woran wir uns gewöhnt haben. Die Initiative ist allerdings nicht konsequent, weil Religionen dazu beitragen, dass gesellschaftliches Zusammenleben erleichtert wird und weil die christliche Religion die europäische Geschichte geprägt hat.

Wir erlebten einen spannenden, langen Abend mit reger Publikumsbeteiligung.

Bericht: Marie-Beatrix Tupy
Fotos: Robert Koch