P. Praveen Raj Antony SDB erzählt
in der Filialkirche seine Berfungsgeschichte
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Fotos von der Profess ...

Lieber Brüder und Schwestern im Herrn!

Mein Name ist Praveen raj Antony. Ich bin ein Salesianer Don Boscos und seit 2010 wohne ich in Österreich. Derzeit studiere ich Theologie an der Universität Wien.

Heute, am Weltmissionssonntag möchte ich Ihnen von meiner Berufung erzählen. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich in einer liebevollen Familie aufwachsen durfte. Meine Familie steht mit beiden Beinen fest im Leben und ist gleichzeitig mit dem Herzen in Gott verwurzelt.

Ich habe zwei ältere Brüder und eine ältere Schwester. Meine Familie ist sehr gläubig. Jeden Abend beten wir zuhause den Rosenkranz, das macht unsere Beziehung in der Familie untereinander noch stärker. Jedes Mal hat meine Mutter beim Rosenkranz auch um eine geistliche Berufung in der Familie gebetet.

Als Bub war ich Ministrant und dieser Dienst während der Heiligen Messe hat mir große Freude gemacht. Dabei begann auch mein Wunsch zu wachsen, Priester zu werden. In meiner Schulzeit gab es ein Angebot, das wir in Indien Vocation Camp nennen dort setzt man sich etwa drei Wochen lang intensiv mit seiner Berufung auseinander. Das Vocation Camp, bei dem ich dabei sein durfte, haben die Salesianer organisiert. Ich war sehr beeindruckt von ihrer Arbeit für arme Jugendliche. Es folgte eine Zeit, in der ich sehr viel nachdachte und betete. Dabei reifte mein Wunsch und letztlich die Entscheidung, dass ich ebenfalls für Jugendliche tätig sein und Salesianer werden wollte.

Ich trat in das Aspirantat ein, das zwei Jahre dauerte, und ging anschließend ins Vornoviziat, wo ich ein weiteres Jahr verbrachte. Im Jahr 2000 wurden zwei salesianische Märtyrer heiliggesprochen, die in China umgekommen waren. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt, deshalb habe ich im Noviziatsjahr mehr über ihr vorbildhaftes Leben gelesen und in mir wuchs dadurch ein starkes Verlangen, in die Mission zu gehen. Meine erste Profess war im Jahr 2005. Ich fühlte mich in meiner Noviziatzeit als einer der glücklichsten Menschen auf der Welt. Ich wollte meine Freude mit anderen teilen. Der selige Papst Johannes-Paul II. schrieb in einer seiner Predigten im Jahr 2000: „Wer die Freude der Begegnung mit Christus erlebt hat, kann diese nicht für sich selbst behalten, sondern er muss diese Freude ausstrahlen.“ Danach habe ich mein Philosophiestudium abgeschlossen und mein Wunsch, in die Mission zu gehen, war jetzt nicht mehr so stark wie in der Zeit des Noviziats. Im darauffolgenden Jahr machte ich mein salesianisches Praktikum. Dort begegneten mir die beiden China-Missionare wieder, und zwar hing vor unserem Schlafsaal im Stiegenhaus ein Bild von ihnen, an dem ich oft vorbei gekommen bin.

Mein Wunsch, in die Mission zu gehen, wurde wieder stärker und jedes Mal, wenn ich dieses Bild anschaute, fragte ich mich, wann wohl der Zeitpunkt kommen würde, dass ich Missionar werde. Am Ende des zweiten Jahres meines Salesianischen Praktikums sprach ich mit meinem Direktor über mein Anliegen, in die Mission zu gehen. Er riet mir, dass ich mir dafür Zeit nehme, um eine gute Entscheidung zu treffen. Ich betete viel und dachte lange darüber nach. Dann sprach ich mit meinem Provinzial über meinen Wunsch. Er erklärte mir, dass in ein Missionsland gehen nicht bedeutet, dass man dorthin geht, wohin man selbst gehen will, sondern dorthin zu gehen, wohin der Herr dich sendet! Bei den Salesianern ist es so, dass nicht jeder in die Mission geht, sondern nur der, der sich ausdrücklich dazu bereit erklärt. Dann schickt unser Generaloberer ihn in ein anderes Land. Bei mir war dieses Land Österreich und ich wurde gebeten, hier meinen Dienst als Salesianer zu tun.

Ich erinnere mich sehr gut an die Worte von Mutter Theresa: „liebe, bis es dir weh tut!“ Daran dachte ich, als ich von meinen Eltern und meinen Geschwistern und Freunden Abschied nahm, denn das fiel mir sehr schwer. Auch die neue Sprache und die neue Kultur in Österreich war so anders als meine und deshalb war es ganz besonders zu Beginn nicht leicht für mich.

Mein Generaloberer schreibt in einem seiner Briefe im Jahr 2011: Was vom Missionar vor allem gefordert ist, ist nicht Erfolg, sondern die Treue zu seinem Herrn. Oft sage ich mir selbst, wenn ich ungeduldig bin, Geduld! Praveen Geduld! Eines nach dem anderen. Ich soll zuerst die österreichische Kultur gut kennen lernen, das Studium abschließen und es wird gehen….

Ich bin jetzt schon zwei Jahre in Österreich, die Menschen hier begleiten mich mit großem Interesse auf meinem Weg. Sie sind sehr liebevoll zu mir und so gelingt es mir immer besser, dass ich mich hier zu Hause fühlen kann. Ich bin überzeugt, dass der Herr mich erwählt hat und, dass er mich weiter führen wird.

Ich glaube außerdem, dass Don Bosco mit uns ist. Seine Arbeit für benachteiligte Jugendliche wird weiter gehen.

Bitte betet für mich, dass ich dem Herrn treu bleibe.
Danke für Eure Aufmerksamkeit!

Fotos:
Presse Don-Bosco

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