Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien
Die Chronik der Pfarre Stadlau
Schulwesen
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200 Jahre Schulbildung in Stadlau

1795 war es soweit. Während wir von Kagran wissen, dass der Pfarrer Johann Pogrelz auf Pfarrhofgrund aus eigenen Mitteln schon 1695 eine Schule hat erbauen lassen, wurden in Stadlau die lernbegierigen Kinder aus den "10 behausten Gütern", die den Kern des neugegründeten Ortes Stadlau bildeten - der bedeutsame mittelalterliche Markt "Stadelove" war zu Beginn des 15.Jhts. "von Wasserfluten gänzlich zerstört" worden - bis dahin in der Stube des Bauern Schick unterrichtet.

Die Stadlauer Gemeindeväter von 1795 berichten stolz: "Das Schulhaus hat die Gemeinde ohne den mindesten Beitrag von irgend jemand heuer aus Eigenem erbaut, sie bezahlt auch den Lehrer aus der Gemeinde-Casse, sorgt für alle Bau-Reparationen und Schulbedürfnisse und trägt sohin alle Lasten."

In der 1904 herausgegebenen "Chronik der Gemeinde Stadlau" lesen wir, "daß die allgemeine Volksschule erst seit 1872 in dem einstöckigen Schul­hause (jetzt Konstanziagasse 26) untergebracht wurde, vorher aber im Glockenturmhäuschen kümmerlich ihres bedeutungsvollen Amtes walten mußte."

Seit 1795 also stand dieses Häuschen "an der Kreuzung der Herrengasse (= Schickgasse) mit der Hauptstraße (= Stadlauerstraße). Über dem Eingang zur Turmstube ist ein Stein eingemauert, der die Inschrift "L.P.R.1­798 trägt, was Lorenz Paur, Richter im Jahre 1798 bedeuten soll." Im Turm hing eine Glocke mit Stimmung "C", die zu den Gebetszeiten sowie bei festlichen Anlässen läutete.

1872: Zum neuen Schulbau ("auf dem Platz unter dem Felde" = Konstanziagasse 26), der bereits 1888 durch einen Zubau ergänzt werden musste, legte Baron Pirquet (Herrschaft Hirschstetten, das für einige Jahre mit Stadlau vereint war) den Plan vor. Die Bahndirektion gab einen Zuschuss von 5.000 Gulden und Josef Genoch, der auch Mitglied des Ortsschulrates war, überließ die Baustelle um 3 Gulden per Klafter.

Die Volks- und Hauptschulen

Schon 1899 wurde der notwendig gewordene Neubau auf dem Nachbargrundstück in der Schulstraße (= Konstanziagasse 24) bezogen. Die Chronik berichtet: "sämtliche Räume sind licht und groß, die Vorräume und das Stiegenhaus sehr zweckmäßig angelegt; in den vier Lehrzimmern sind drei Reihen zweisitziger Bänke mit verschiebbaren Pulten." So manche von uns Älteren haben noch diese damals hochmodernen Bänke gedrückt.

Stadlau hatte aber bald noch eine zweite Volksschule (seit 1893 mit Öffentlichkeitsrecht), nämlich in dem 1890 erbauten Kloster in der Hardeggasse. 

Dort wurde bereits 1900 auch die erste Klasse einer Mädchenbürgerschule eröffnet, während die Allgemeine Bürgerschule (= Hauptschule) erst 1912 in der Konstanziagasse 50 den Unterricht aufnahm.

Weitere Schulbauten folgten nach dem Zweiten Weltkrieg: die Volksschule in der Langobardenstraße 56 und die Volks- und Hauptschule in der Plankenmaisstraße 30, die den modernen Anforderungen entsprechen.

Ein großzügiger Erweiterungs- und Umbau hat aber auch der seit 1872 bestehenden Volksschule in der Konstanziagasse ein ganz neues Gesicht gegeben. Im Herbst 1997 waren die Arbeiten abgeschlossen und die Schule für die Möglichkeit eines Nachmittagsunterrichtes oder einer Nachmittagsbetreuung vorbereitet.

Auch die "Hauptschule" in der Konstanziagasse 50 wurde in den letzten Jahren modernisiert, nicht nur das Gebäude, sondern auch in ihrem Lehrangebot. Sie nennt sich derzeit Mittelschule mit Schwerpunkt Informatik. Die Geschichte dieser Schule wurde in einer neu erarbeiteten Chronik 1996 dargestellt.

Die HTL

Eine weitere neue, in die Zukunft weisende Schule in unserem Pfarrgebiet haben wir jenseits der Bahn in der Donaustadtstraße. Dort ist durch Umbau und Erweiterung eines Fabriksgebäudes eine "Höhere technische Lehranstalt" entstanden, die im Schuljahr 1983/84 Höhere Abteilungen für Elektrische Nachrichtentechnik und Elektronik sowie eine Fachschule derselben Richtung und eine Höhere Abteilung für Elektrotechnik führt, weitere Abteilungen sind geplant. Das Ausbildungsziel ist Hochschulreife, bzw. diverse Gewerbeberechtigungen.