Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien
Die Chronik der Pfarre Stadlau
Die Filialkirche Maria-Hilf
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Die Filialkirche "Maria Hilfe der Christen"

Als unsere Filialkirche am 23. März 1980 von Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Jachym feierlich eingeweiht wurde, gab es schon eine über 20jährige Vorgeschichte.

Die Notkirche, eine Blechbaracke

Der als "Kirchenerbauer" bekannte Prälat Dr. Josef Gorbach hatte in den 50iger Jahren durch eine Stadlauer Familie von der örtlichen Situation der Entfernung mancher Wohngebiete von der Pfarrkirche erfahren und ergriff die Initiative.

Ein Grundstück (Erzherzog Karl Straße 180) wird gekauft, eine Blechbaracke erworben und mit Hilfe einiger Getreuer der ersten Stunde aufgestellt. Ein Glockentürmchen wird angebaut, zwei Glocken von Wallfahrern durch ihre Spenden finanziert. Sie rufen noch heute von dem neuen Glockenstuhl die Menschen zum Gottesdienst.

Der damalige Kaplan und Katechet der Pfarre, P. Aloys Fugger wurde mit dem seelsorglichen Dienst an der "Notkirche", die im Herbst 1959 "Maria, Hilfe der Christen" geweiht wird, betraut. Wichtige Dienste werden von einigen Familien übernommen. 

Erzbischof-Koadjutor Jachym stellte 1963 bei einer Visitation eine schöne moderne Kirche in "zwei, drei Jahren" in Aussicht, aber es vergingen die Jahre, die Baracke wurde altersschwach, im Sommer heiß, im Winter eiskalt, keine wahre Freude für die Gottesdienstfeiernden. Das eindringende Wasser hinterließ überall seine Spuren.


Der Fertigteilbau 1980

Nach den Bemühungen von P. Peninger kam es erst 1979 unter dem neuen Pfarrer P.Josef Keler wieder zu ernsthaften Gesprächen mit der kirchlichen Baubehörde. Sie führten zu einem Auftrag an die VOEST, einen zweigeschossigen Fertigteilbau als Filialkirche auf der Eckparzelle Waldrebengasse — Erzherzog Karl Straße 176 zu errichten.

Nach der Spatenstichfeier im Mai 1979  ­konnte am 13. Oktober 1979 - anlässlich der Gedenkfeier "60 Jahre SaIesianer in Stadlau" - die Bauurkunde in Anwesenheit von Herrn Provinzial P. Dr. Ludwig Schwarz in das Fundament eingemauert werden.

Zu der Kerntruppe der alten getreuen "Notkirchenbesucher" gesellten sich bald weitere Mitarbeiter und legten überall mit Hand an, so dass die Einweihung im März 1980 wirklich ein festliches Ereignis für die ganze Pfarrgemeinde wurde, die ja auch die Sorge um den finanziellen Anteil der Pfarre übernahm, obschon die Hauptlast der Kosten von der Erzdiözese getragen wurde.

Der Zentralraum des Obergeschosses des neuen, achteckigen Kirchengebäudes kann je nach Bedarf für die Gottesdienste verschieden gestaltet und in der Größe variiert werden. Hier ist auch die Möglichkeit zu Konzerten, Vorträgen, Tagungen, Diskussionen und anderen Arten der Erwachsenenbildung gegeben. Die warme Atmosphäre, die die verschiedenen Holztöne dem Zentralraum geben, und das Glasfenster, das über den Altar hinweg den Blick auf sich lenkt — es wurde von dem im Bezirk lebenden Künstler Wilhelm Kocian geschaffen — finden allgemein größte Zustimmung.

Im Kellergeschoß — es ist wie unsere Pfarrkirche also ein "Mehrzweckbau" geworden — sollen Sport, Spiel und Unterhaltung, die Kinder- und Jugendpastoral, die Zusammenkünfte der Frauen, Männer und Senioren, sowie anderer Gruppierungen Raum finden.

Nach der Ausgestaltung des Vorplatzes und der Errichtung eines Stahlrohrturmes für die beiden Glocken wurde auch die Grünanlage rund um das Gebäude von den Mitarbeitern in Angriff genommen. Die gute familiäre Atmosphäre der noch überschaubaren Filialgemeinde nimmt für sich ein.

P. Ernst Sommerer, der seit Herbst 1980 mit der Seelsorge betraut ist, gelingt es in den folgenden Jahren, die Räumlichkeiten weiter zu verschönern: eine Mariahilfstatue aus Lindenholz und das eindrucksvolle Vortragskreuz seien besonders erwähnt. Wichtiger ist es immer, Kontakte und Begegnungen zu ermöglichen. Alle Generationen fühlen sich in ihrem neuen Daheim richtig wohl.

Text zum Foto

Weihe der Filialkirche am 23. März 1980. Von links: P. Josef KELER, P. Erwin HONER, Dechant Erich HÖFLING, Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz JACHYM, Zeremoniär Mag. Elmar MAYER, Provinzial P. Dr. Ludwig SCHWARZ verdeckt P. Friedrich BAUERNFEIND, P. Aloys FUGGER

Veranstaltungen wie Erntedankfest, Kathreinstanz, Hausfasching, haben hier ihre besondere Note. Die Pfarre nützt auch gerne die Möglichkeit, den Weg der Fronleichnamsprozession nun von der Pfarrkirche aus zu der Mariahilfkirche zu wählen, wo die Pfarrgemeinde den feierlichen und dann noch einen gemütlichen Abschluss erlebt.

1990 feiert Weihbischof Dr. Helmut Krätzl mit uns "10 Jahre Mariahilfkirche" und segnet die 3.Glocke, bevor sie auf den Glockenturm aufgezogen wird. 

Seit 1999 ist P. Hans Schwarzl mit der Seelsorge an der Filialkirche betraut. Größere Renovierungen waren mittlerweile notwendig geworden, die damit verbundenen Umgestaltungen sind gut gelungen.  

Jeden Sonntag wird um 9 Uhr Gottesdienst gefeiert. Laien übernehmen dabei verschiedene liturgische Dienste. Alle Mitfeiernden sind anschließend herzlich willkommen im Kontakt-Cafe.

Der Wunsch und das Mühen aller, christliche Gemeinde zu leben, wird spürbar im Wachsen weiterer Gruppierungen für und mit den jüngeren Generationen.