Pfarre Stadlau
Gemeindeaugasse 5
1220 Wien
Die Chronik der Pfarre Stadlau
Bahnhof
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Die Stadlauer Brücke und der Bahnhof
(Ostbahnstrecke)

Aus "Chronik der Gemeinde Stadlau" 1904:
Unter den "bemerkenswerten Baulichkeiten werden vor allem die Bahnhofanlagen genannt, deren Errichtung wesentlich zur Hebung des Ortes beigetragen hat, so dass der Schienenstrang als Haupt-Lebensader bezeichnet werden darf."

Die eiserne Spur der "privilegierten österreichisch-ungarischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft" kam vom Zentralbahnhof in Wien durch den Prater zur Donau, "übersetzte diese und deren Nebenarm, durchschnitt die Auen auf hohen, starken Dämmen und durchquerte das Gemeindegebiet." Eine größere Zahl von Fabriksunternehmungen hat sich in Schienennähe angesiedelt und trug gleichfalls zur Vergrößerung und Verbesserung des Verkehrs bei.

Über die Brückenbauten über das Hauptstrombett und das Inundations-Vorland hieß es: "Dieses Projekt wurde am 13.Februar 1868 von der Regierung genehmigt und im Juni mit dem Bau vom Prater aus begonnen."... "Die Erprobung der fertiggestellten Brücke fand am 7.und 8.November 1870 statt, wobei 32 Lokomotiven mit einer Überlast von 5208 Zollzentnern in Verwendung kamen." Es war die erste Brücke in Österreich, deren Pfeiler pneumatisch fundiert wurden. Ihre Gesamtlänge war 758,7 m, die Breite 10 m."


"Der Bahnhof, die Station Stadlau, liegt in einem gegen Osten zu offenen Bogen, ist 1523 m lang, hat derzeit 20 Fahrgeleise und an 100 Weichen.

Außer dem einstöckigen Aufnahmsgebäude, welches im Parterre die Warteräume, Kassen, Kanzleien und die Restauration, im Stockwerke einige Amtswohnungen enthält, steht nebenan ein zweistöckiger massiver Bau, in dessen Erdgeschoß das Post-und Telegraphenamt mit Telephonsprechstelle untergebracht ist, während alle übrigen Räume als Naturalquartier für die zahlreichen Angestellten oder für Dienstzwecke benützt werden."

Weitere Objekte dienten als Lokomotivremisen, Werkstätten, Lampisterien, Depots, Magazine, Tabak-Trafik etc.

1872 wurde der Bau einer direkten Verbindung mit der Kaiser Ferdinands - Nordbahn via Süßenbrunn in Angriff genommen.

1885 wurde die Legung eines zweiten Gleises nach Marchegg vollendet.

"1893 begann in dem kleinen Dorf die industrielle Entwicklung, in deren Verlauf die Dorfsiedlung von Zinshausvierteln eingeschlossen wurde, während jenseits des Bahnhofes eine große Eisenbahnerkolonie entstand."

"In der Zeit der Jahrhundertwende wird der Bahnhof Stadlau als Vor- und Rangierbahnhof des Wiener Bahnhofes genannt."

Erweiterung der Gleisanlagen 1897. 1904 wird der Bedienstetenstand mit 30 Beamten und 590 Unterbeamten und Dienern angegeben. Die Geschäftswelt empfängt kräftige Impulse. Nach der Nachkriegskonjunktur (bis zu 4000 Wagen innerhalb 24 Stunden) und dem Rückschlag in der Wirtschaft 1927 folgten einschneidende Sparmaßnahmen auch beim Bahnhof Stadlau.

1932 Neubau der Stadlauer Eisenbahnbrücke.

Große Belastungen während des 2. Weltkrieges, schwere Verwüstungen zu Kriegsende.

1968 Bau der Unterführung der Erzherzog Karl Straße.

Zukunftsperspektiven bringt der Großverschiebebahnhof Kledering.

Wegen der zunehmenden Bevölkerungszahl wird Stadlau wohl ein wichtiger Bahnhof bleiben und wurde auch entsprechend renoviert. Bau eines neuen Steges über die Gleisanlagen von der Langobardenstraße zur Smolagasse.