Pfarre Stadlau
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1220 Wien
Die Chronik der Pfarre Stadlau
Das Jahr 1934 in Stadlau
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Das Jahr 1934 in Stadlau

Darstellung der Feierlichkeiten zur Pfarrerhebung

Zitat aus der Pfarrchronik: "1934"

Mit Gott begannen wir das neue Jahr. Es sollte für Stadlau ein bedeutungsvolles Jahr werden, es sollte endlich der sehnliche Wunsch der Stadlauer in Erfüllung gehen, eine eigene Pfarre zu besitzen. Schon anfangs Jänner erhielt der H. H. Direktor Gawlitta die bestimmte Zusage, daß alles geregelt sei und daß man nun zur Errichtung der Pfarrei schreiten könne. Und zwar sollte sie mit 1. Februar kanonisch errichtet werden. Die äußere Feier, verbunden mit der Installation des neuen Pfarrers Hochw. Richard Gawlitta, wurde auf den 4. Februar festgesetzt.

Als Vorbereitung waren am 1., 2. und 3.Februar abends feierliche Segensandachten mit Predigt, die ziemlich starken Besuch aufwiesen. 

Am 4. Februar, an dem auch das Fest des hl. Franz von Sales gefeiert wurde, war vormittags Generalkommunion in den einzelnen hl. Messen, dann feierliches Levitenamt. 

Der H. H. Pfarrer fuhr morgens in die Hagenmüllergasse, von dort nachmittags im Auto zum erzbischöflichen Palais und dann mit dem hochwürdigsten Herrn Kardinal Dr. Theodor Innitzer, der die Installation selbst vornehmen wollte, nach Stadlau. 

Die verschiedenen Vereine und Korporationen versammelten sich um 3/4 2 Uhr vor der Herz Jesu Kirche. Um 2 Uhr Abmarsch über Konstanziagasse — Langobardenstraße auf den Platz Ecke Langobardenstraße — Stadlauerstraße zum Empfang des hochwürdigen Herrn Kardinals. 1/2 3 Uhr Ankunft und Begrüßung Sr. Eminenz, anschließend Festzug zur Kirche. Die Beteiligung der Bevölkerung war über alle Erwartungen groß, so daß die Kirche nur einen Bruchteil fassen konnte. Deshalb wurde auch die Feier durch Lautsprecher für die außerhalb der Kirche Wartenden übertragen.

Die Kirche war während des Festzuges gesperrt, es wurden nur geladene Gäste eingelassen. Nach dem Einzug des hochwürdigsten Herrn Kardinals in die hochfestlich geschmückte Kirche nahm Seine Eminenz sofort die Installation des neuen Pfarrers vor und hielt dann vom Altar aus eine zu Herzen gehende Predigt.

Nach den Worten Seiner Eminenz trat auch der neue Herr Pfarrer vor das Mikrophon und versprach seinen Pfarrkindern, alles daranzusetzen, um ihnen ein guter Vater und Seelenhirte zu sein.

Nach einem feierlichen Pontifikalsegen Sr. Eminenz war die kirchliche Feier beendet. Unterdessen war die Schuljugend im neuen Turnsaal versammelt worden. Seine Eminenz kam mit den Festgästen und sprach auch zu den Kindern einige väterliche Worte. Nachher wurde dort für die Jugend der Film "Ein Opfer des Beichtgeheimnisses" gegeben. 

Der hochw. Hr. Kardinal und die geladenen geistlichen Herren nahmen nun im Knabenheim eine kleine Jause ein. Unterdessen hatte sich der Theatersaal bis aufs letzte Plätzchen gefüllt für die Festversammlung, wofür Karten ausgegeben worden waren, die bei weitem nicht reichten.

Festprogramm:

1)    Ave im Kloster von W. Kienzl
2)    Begrüßung der Festgäste
3)    Prolog, vorgetragen von K. Ruzicka
4)    Ansprache des hochw. H. Pfarrers Walzl von Kagran
5)    Intermezzo v. E. Reiterer
6)    Gesangsvortrag des Kirchenchores
7)    Festrede, gehalten von hochw. Herrn Generaldirektor Msgr.Jakob Fried
8)    Hafners Abendgesang von W. Kienzl
9)    Sprechchor: "Jugend in Not"
10)  Schlußwort Sr. Eminenz, Papsthymne

Da sich hervorragende Kunstkräfte in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, war die Veranstaltung dieses Abends großartig gelungen. Von den Festgästen sind noch zu erwähnen:

Msgr. Jakob Fried, Dechant Msgr. Schmid von XX., Zwi­schenbrücken, H. H. Pfarrer Walzl von Kagran mit H. Koop. Tiller, H. Pfarrer P. Schuhmacher von II., Donaustadt, P. Rektor der PP Eucharistiner aus Wien X, H. H. Provinzial Guadagrini mit verschiedenen hochw. und ehrw. Mitbrüdern unserer Anstalten, Wien, III., XIII. und Unterwaltersdorf.

Der neue Pfarrer H. H. Richard Gawlitta wurde zu Karlsruhe in Oberschlesien am 11. l0.1882 geboren. Gymnasialstudien in Missionsanstalt St. Karl zu Valkenburg Holland, phil. theol.

Studien Brüssel (Belgien). 1914 musste er wegen Kriegsausbruch Belgien verlassen und war als Subdiakon im Lazarettdienste tätig. Priesterweihe am 29.Juni 1916 in Salesianerkirche zu Oswiecim (Auschwitz) in Polen.